Stadt schaltet Landschaftsverband ein. Heimatfreunde berufen sich auf die Gestaltungssatzung.

In dem leer stehenden Haus lebte zuletzt ein älteres Ehepaar. Einst war dort wohl eine Nagelschmiede zuhause. Archiv
In dem leer stehenden Haus lebte zuletzt ein älteres Ehepaar. Einst war dort wohl eine Nagelschmiede zuhause. Archiv

In dem leer stehenden Haus lebte zuletzt ein älteres Ehepaar. Einst war dort wohl eine Nagelschmiede zuhause. Archiv

Olaf Staschik

In dem leer stehenden Haus lebte zuletzt ein älteres Ehepaar. Einst war dort wohl eine Nagelschmiede zuhause. Archiv

Haan. Lichtblick für das Fachwerkhaus an der Kölner Straße 74: Die bei der Stadt Haan angesiedelte Untere Denkmalbehörde hat zwischenzeitlich mit dem „LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland“ Kontakt aufgenommen. Ziel ist es, erneut den Denkmalwert des Hauses Kölner Straße 74 zu überprüfen. Das teilt jetzt Bürgermeisterin Bettina Warnecke in einer E-Mail an die WLH-Fraktionschefin Meike Lukat mit.

Investor will auf dem Gelände Mehrfamilienhaus errichten

Warnecke weiter: „Wird festgestellt, dass der vermutete Denkmalwert tatsächlich vorliegt, ist das Gebäude zwingend in die Denkmalliste der Stadt einzutragen.“ Allerdings merkt Warnecke an, dass schon in den 1980er Jahren das damals noch zuständige Rheinische Amt für Denkmalpflege einem Eintragungsverfahren „kritisch gegenüber“ stand.

Dem kleinen, leer stehenden Fachwerkhaus an der Kölner Straße 74 droht der Abriss. Ein Investor will auf dem Grundstück ein Mehrfamilienhaus bauen. Dagegen wehren sich Nachbarn, die in denkmalgeschützten Häusern leben und nicht wollen, dass in das für die Siedlungsgeschichte der Stadt Haan nicht unbedeutende Ensemble historischer Gebäude eine Lücke gerissen wird. „In Haan sind viele Bausünden begangen worden“, gibt Holger Baier zu bedenken, der mit seiner Familie die ehemalige Schmiede an der Kölner Straße 78 bewohnt und das Haus Nummer 74 als „kleine Schwester“ des eigenen Besitzes sieht.

Auch der Vorstand der Haaner Heimatfreunde hat sich inzwischen in einem offenen Brief an Bürgermeisterin Warnecke dafür eingesetzt, „den geplanten Abriss noch einmal zu untersuchen“ und dazu Bürger mit Sach- und Ortskunde „in den Entscheidungsprozess einzubeziehen“.

Denn auch „wenn dieses Haus nicht mit den für Denkmalschutz erforderlichen Beibehaltungen alter Fenster, Schiefer und ähnlichem saniert wurde, bitten wir zu prüfen, ob ein solches Haus nicht unter historischen Gesichtspunkten erhalten werden sollte“, schreibt Vorsitzender Wilfried Pohler.

Darüber hinaus fordern die Haaner Heimatfreunde, die bestehende Gestaltungssatzung zu aktualisieren „und auf solche Gebäude im gesamten Stadtgebiet auszuweiten, die den typisch bergischen Baustil zeigen und gegebenenfalls auch durch Anordnung von mehreren Gebäuden einen wichtigen Bestandteil der Haaner Siedlungsgeschichte darstellen.“ Wie die Stadt in einer Beratungsvorlage für den Bauausschuss selbst aufzeigte, repräsentiert das Gebäude „den baulichen Bestand, der sich mit den Ortslagen ,Schmitte’ und ,Alt Thienhausen’ bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs erstreckte.“

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