Hans Strerath ist seit 69 Jahren Mitglied beim Haaner Turnerbund und engagiert sich seit 50 Jahren ehrenamtlich für den Nachwuchs.

Hans Strerath ist seit 69 Jahren Mitglied beim Haaner Turnerbund und engagiert sich seit 50 Jahren ehrenamtlich für den Nachwuchs.
Hans Strerath gehört seit Jahrzehnten zum Vereinsleben des Haaner Turnerbundes.

Hans Strerath gehört seit Jahrzehnten zum Vereinsleben des Haaner Turnerbundes.

Olaf Staschik

Hans Strerath gehört seit Jahrzehnten zum Vereinsleben des Haaner Turnerbundes.

Haan. Alter schützt vor Eitelkeit nicht. Erst am Morgen hatte Hans Strerath eine kleine Hautunebenheit im Gesicht entfernt bekommen, ein kleines Pflaster ziert nun seine Stirn. „Für das Foto mache ich es lieber ab“, sagt der 75-Jährige zum Fotografen. Und fügt hinzu: „Sie können die kleine Wunde ja bestimmt noch weg retuschieren.“ In der Turnhalle des Haaner TB an der Diekerstraße herrscht reges Treiben, Sportler kommen und gehen. Von allen Seiten wird Hans Strerath begrüßt, man kennt ihn als Urgestein. Für den jugendlichen Nachwuchs gibt es keine Zeit ohne den dynamischen, verlässlichen, stets freundlichen und für sein Alter noch extrem sportlichen älteren Herrn.

Ein Leben ohne Sport, das ist für ihn unvorstellbar

Seine jahrzehntelange ehrenamtliche Tätigkeit für den Verein ist beispiellos, aktiv Sport macht er beim Haaner TB allerdings schon lange nicht mehr. „Seit den 80er Jahren mache ich im Sportpark Hilden bis zu fünf Mal die Woche Sport, Workout oder Step Aerobic zum Beispiel. Da würden Sie lachen, wenn Sie das sehen – der alte Mann zwischen den ganzen jungen Leuten. Ein Leben ohne Bewegung? Völlig unvorstellbar!“

1941 in Haan geboren, wächst Hans Strerath gemeinsam mit drei Brüdern im Jahrtausendhaus in Haan auf, ein Nachbar ist Turnlehrer beim 1890 gegründeten HTB. Der kleine Hans wird mit sechs Jahren Mitglied im Verein, beginnt mit Kinderturnen, nimmt später an Wettkämpfen teil und macht sich auch in der Leichtathletik – vor allem im Weitsprung und im Kugelstoßen – recht gut.

Nach einer Lehre zum Starkstromelektriker erhält der junge Sportler ein Stipendium von Siemens, zieht zum Ingenieursstudium nach Berlin, setzt seine Turnerkarriere dort aber fort. „Ich weiß noch gut, ich kam einige Tage nach Studienbeginn mit zwei Koffern in Berlin an, wusste nicht, wo ich wohnen sollte, wo ich hin muss, aber ich habe mich so schnell dort eingelebt und Freunde gefunden, dass ich direkt zum Semestersprecher gewählt wurde“, erinnert sich der Senior nicht ohne Stolz an diese besondere Ehre.

1968 ist für den frischgebackenen Ingenieur ein besonderes Jahr: Er heiratet und tauscht seine aktive Turnerzeit gegen die ehrenamtliche Kampfrichtertätigkeit. Ein Lehrgang befähigt ihn, ab sofort für den Rheinischen Turnerbund zu werten. In den folgenden Jahrzehnten reist der Vater einer 1972 geborenen Tochter nahezu jedes Wochenende von Wettkampf zu Wettkampf, nimmt an allen großen Deutschen Meisterschaften teil, schafft es bis zum Oberkampfrichter in Istanbul, hat drei verschiedene Wettkampfsysteme mit erarbeitet.

„Ich hatte das große Glück, dass meine Frau immer hinter mir stand, sie hat mir nie Vorwürfe gemacht, dass ich selten zu Hause war“, erzählt der Rentner. Vor allem die Arbeit mit Kindern macht dem 75Jährigen Spaß. „Ich liebe diese kleinen Kinder mit ihrer offenen Freude, mit ihrer Euphorie, mit ihrer Leidenschaft für das, was sie tun.“

Als zweiter Vorsitzender und Beisitzer im Sportverband Haan (siehe Info-Box), als beratendes Mitglied im Schul- und Sportausschuss und durch andere ehemalige Ämter ist Hans Strerath aus dem Haaner Sportleben nicht wegzudenken. Bei der Sportlerehrung 2016 erhielt er eine Auszeichnung für sein großes Engagement im Ehrenamt.

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