Ellen Fischer-Pfeiffer betreibt seit 14 Jahren die Tankstelle an der Kaiserstraße. Sie liebt ihr Geschäft.

Haan
Ellen Fischer-Pfeiffer an einer ihrer Zapfsäulen. Zu erzählen hat sie viel.

Ellen Fischer-Pfeiffer an einer ihrer Zapfsäulen. Zu erzählen hat sie viel.

Olaf Staschik

Ellen Fischer-Pfeiffer an einer ihrer Zapfsäulen. Zu erzählen hat sie viel.

Haan. Seit 14 Jahren ist Ellen Fischer-Pfeiffer Tankstellenpächterin an der Kaiserstraße. Günstige Benzinpreise, ein großzügiges Beisortiment und vor allem ihre herzliche Freundlichkeit sorgen für zufriedene Stammkunden und ein entspanntes Arbeitsklima unter den Mitarbeitern. Es herrscht reges Treiben in der kleinen Tankstelle an der Kaiserstraße. Ein Kunde zahlt Säule 3 mit EC-Karte. „Ist Toni heute da? Mein linkes Vorderlicht ist kaputt?“, fragt eine Frau. Ellen Fischer-Pfeiffer verneint und verweist freundlich auf den kommenden Tag. Ein ganz normaler Vormittag für Ellen Fischer-Pfeiffer.

Sie könnte ein ganzes Buch schreiben

Liebevoll nennt sie die Tankstelle „Mein Baby“, strahlt über das ganze Gesicht, wenn sie von der Arbeit erzählt: “Ich könnte ein Buch schreiben, bei dem, was man hier täglich so erlebt.“ 2001 wurde der damals 45-jährigen die Pachtübernahme einer Tankstelle angeboten. Damals wohnte sie in Wuppertal, hatte bereits jahrelange Erfahrung als Angestellte gesammelt. Viel Bedenkzeit benötigte sie für ihre Entscheidung nicht. „In welchem Ort die Tankstelle sein würde, konnte mir zwar niemand sagen, nur dass es nicht mehr als 25 Kilometer entfernt sein würde. Aber ich dachte, dass man Neues ruhig wagen sollte und habe nach Absprache mit meinem Mann zugesagt.“

Seitdem hat Ellen Fischer-Pfeiffer ihre Entscheidung nie bereut, auch wenn aller Anfang – so auch ihrer - bekanntlich schwer ist. „Kurz gesagt, es war eine Katastrophe. Die Tankstelle war komplett heruntergewirtschaftet. Mit einer vernünftigen Preispolitik, Sauberkeit und Freundlichkeit haben wir es dann aber geschafft, das Geschäft nach vorne zu bringen.“

Mittlerweile beschäftigt die Pächterin zwei festangestellte Mitarbeiterinnen und sechs Aushilfen, darunter den 72-jährigen Italiener Toni. Die Begeisterung über seine freundliche Chefin ist bei dem ehemaligen KFZ Meister schier grenzenlos. „Sie ist die Beste, niemand ist besser, sie ist wunderbar“, schwärmt er und unterstreicht seine Worte mit typisch italienischen leidenschaftlichen Gesten. Und Mitarbeiterin Gisela Riebeling fügt aus tiefstem Herzen hinzu: „Ich hab ja schon viele Chefs gehabt, aber eine Gerechtere, Lustigere und Freundlichere gibt es einfach nicht.“

„Wie geht es Dir? Bist du wieder fit?“, erkundigt sich ein älterer Herr, der nur mal so kurz vorbei schaut. Ein freundlicher Händedruck, einstrahlendes Lächeln, der Kunde ist beruhigt und verlässt die Tankstelle. Fast ein halbes Jahr musste Ellen Fischer-Pfeiffer aussetzen, hatte gesundheitliche Probleme. Bei rund 70 Prozent Stammkunden kommen viele besorgte Nachfragen zusammen. Anekdoten aus dem Alltag einer Tankstellenpächterin gäbe es unendlich viele, sagt Ellen Fischer-Pfeiffer.

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