Engagierte Eltern sorgen dafür, dass die Grundschulkinder sicher zum Unterricht kommen. Chaoatisch ist die Verkehrssituation morgens auf dem Schulweg der Mädchen und Jungen.

Engagierte Eltern sorgen dafür, dass die Grundschulkinder sicher zum Unterricht kommen. Chaoatisch ist die Verkehrssituation morgens auf dem Schulweg der Mädchen und Jungen.
Sicherheitsdienst: Joanna Messerschmidt und Petra Frank blockieren die Straße, damit die Grundschulkinder den Zebrastreifen im Bereich der Schule zügig passieren können. Archiv

Sicherheitsdienst: Joanna Messerschmidt und Petra Frank blockieren die Straße, damit die Grundschulkinder den Zebrastreifen im Bereich der Schule zügig passieren können. Archiv

Olaf Staschik

Sicherheitsdienst: Joanna Messerschmidt und Petra Frank blockieren die Straße, damit die Grundschulkinder den Zebrastreifen im Bereich der Schule zügig passieren können. Archiv

Hilden. Die Verkehrssituation ist morgens vor Schulbeginn an und um die Elbseegrundschule nur mit ein Wort zu beschreiben: chaotisch. Seit Jahren sorgen einige wenige Mütter und Väter dafür, dass die zahlreichen Grundschüler zumindest den einzigen Zebrastreifen gefahrenfrei im Bereich der Schule passieren können. Die Schule hofft auf eventuelle Unterstützung durch Anwohner.

Morgens um 7.49 Uhr am Schalbruch. Joanna Messerschmidt und Petra Frank stoppen mit ihren Kellen einen Autofahrer, der vom Westring aus in den Schalbruch eingebogen ist. Mit ihren neonfarbenen Jacken leuchten sie unübersehbar, auch in der regnerischen Dunkelheit eines Novembermorgens. „Wir wissen ja, dass viele Autofahrer es eilig haben“, erklärt Schülerlotsin Joanna Messerschmidt, „daher sollen die Kinder natürlich nicht über den Zebrastreifen trödeln. Wir haben hier so schon oft genug Auseinandersetzungen mit den Autofahrern, weil wir sie stoppen.“

Das Problem: auf dem Westring Richtung Hassels staut sich der Verkehr morgens oft kilometerlang zurück. Viele Ortskenner nutzen den Schalbruch als Zufahrtstraße als Alternativstrecke über die Gerresheimer Straße. Viele stehen unter Zeitdruck, sind angenervt vom Verkehrskollaps. „Wir haben hier am Zebrastreifen ja sogar eine verkehrsberuhigte Zone durch einen Huckel, aber den missbrauchen manche regelrecht als Sprungschanze“, erzählt Simone Stehl.

„Ganz schlimm sind die, die halb auf dem Bürgersteig fahren, damit es schneller geht.“

Petra Frank, Schülerlotsin

Die Mutter dreier Kinder wohnt mit ihrer Familie direkt an der Gefahrenstelle. Seit Jahren ist sie aktive Schülerlotsin, koordiniert die Einsätze der anderen freiwilligen Eltern und versorgt diese mit heißem Kaffee. „Der Schülerlotsendienst ist unser Baby“, sagt Stehl und macht kein Hehle aus ihrem Frust darüber, dass so wenig Eltern sich für die morgendliche halbe Stunde Lotsendienst bereiterklären.

„An jedem Elternpflegschaftsabend weisen wir darauf hin, wie sehr wir auf weitere Helfer angewiesen sind, aber kaum jemand erklärt sich bereit dazu“. Warum das so ist, darüber kann auch Schulleiterin Christiane Gierke nur mutmaßen. „Ich denke, dass es hier, genau so wie in allen anderen Schulbelangen ist. Die Bereitschaft der Eltern, sich zu engagieren, wird stets geringer. Das ist traurig, aber leider Realität.“

An der Elbseegrundschule kommt erschwerend hinzu, dass im direkten Zufahrtsbereich zur Schule auch noch zwei Kindergärten liegen. Aufgrund von Dauerparkern ist die Stichstraße nur einspurig befahrbar, es kommt zu völligem Verkehrsdesaster. „Blechschäden haben wir hier regelmäßig, weil Autos zurücksetzen oder sich aneinander vorbeiquetschen müssen. Ganz schlimm aber sind die, die halb auf dem Bürgersteig fahren, damit es schneller geht. Der absolute Wahnsinn, Morgen für Morgen“, schildert es Petra Frank. Abhilfe, so schätzt die Mutter eines Viertklässlers, könnten zwei Veränderungen schaffen. „Erstens sollten die Eltern endlich aufhören, ihre Kinder bis direkt vors Gebäude zu fahren und zweitens sollte die Stadt Betonklötze auf die Bürgersteige stellen, damit die Kinder zumindest dort sicher sein können.“

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