Haans Schulleiter sind in Not. Die Politik will helfen. Doch der Fachkräftemangel im Technischen Dezernat ist groß.

Haans Schulleiter sind in Not. Die Politik will helfen. Doch der Fachkräftemangel im Technischen Dezernat ist groß.
Das von Grundschule Mittelhaan und Musikschule gemeinsam genutzte Schulgebäude an der Dieker Straße platzt aus allen Nähten. Archiv

Das von Grundschule Mittelhaan und Musikschule gemeinsam genutzte Schulgebäude an der Dieker Straße platzt aus allen Nähten. Archiv

Staschik

Das von Grundschule Mittelhaan und Musikschule gemeinsam genutzte Schulgebäude an der Dieker Straße platzt aus allen Nähten. Archiv

Haan. 50 Minuten diskutierte der Hauptausschuss am Dienstagabend über die Ausstattung der Haaner Schulen – allein das zeigt, wie prekär die Lage in diesen Einrichtungen ist. Auslöser der Diskussion ist ein Antrag der Don-Bosco-Grundschule um Errichtung einer neuen Mensa mit Toilettenanlage. Dieses Anliegen nahm die CDU auf und forderte die Einstellung von Planungskosten für dieses Projekt. Der Bildungsausschuss war diesem Antrag auch gefolgt, doch der Hauptausschuss hatte noch Diskussionsbedarf. Denn zwischenzeitlich war bekannt geworden, dass die Stadtverwaltung die Schulgebäude auf ihre Mängel hin begutachtet hatte. Das Ergebnis dieser Begehung allerdings, die im Juni stattgefunden haben soll, blieb die Stadtverwaltung dem Bildungs- und Hauptausschuss bislang schuldig. „Das ist sehr ärgerlich“, sagte Jochen Sack (GAL).

Eine neue Mensa für die Don-Bosco-Schule ist gewünscht

Letztlich kassierten die Ausschussmitglieder den einstimmigen Beschluss des Bildungsausschusses. Denn der „beruhte auf schlechten Informationen“, sagte Uwe Elker (SPD). Natürlich ist eine neue Mensa für die Don-Bosco-Grundschule wünschenswert; nur allzu bekannt ist, dass Kinder ihre Mittagsmahlzeit mitunter an ihrem Platz im Klassenzimmer einnehmen müssen. Doch auch in anderen Schulen gebe es Probleme. So sei die Grundschule Mittelhaan räumlich „am absoluten Maximum“, mahnte Meike Lukat (WLH) an – wolle man da etwas ändern, wäre ein großer Anbau nötig „oder man müsste andere Nutzer aus dem Gebäude entfernen“, sagte Stadtkämmerin Dagmar Formella. Mit „andere Nutzer“ ist die Musikschule gemeint.

Das Problem in Haan ist, dass einige Grundschulen beliebt und überlaufen sind, während andere noch Kapazitäten haben. Daher gibt es zwar in ganz Haan genügend Plätze für die Offene Ganztagsgrundschule (OGS), betonte Bürgermeisterin Bettina Warnecke. Doch an einigen Schulen wie Don-Bosco oder Mittelhaan mussten Eltern abgelehnt werden, während in Bollenberg noch Plätze frei waren. Warum also Geld für eine bestimmte Schule bereit stellen, wo doch alle Probleme haben?  Der Hauptausschuss entschied sich letztlich dafür, während der laufenden Haushaltsplanungen – der Rat segnet sie am 12. Dezember ab – 100 000 Euro an Planungskosten für die Grundschulen in Haan bereit zu stellen, und zwar mit Sperrvermerk. 2018 will sich die Politik erneut mit dem Thema beschäftigen und Prioritäten festlegen, welcher Schule zuerst geholfen werden soll und welche später dran sind.

Ohnehin sind den Anliegen zurzeit natürliche Grenzen auferlegt: Dem Technischen Dezernat fehlen die Fachkräfte. „Ich habe keine Kapazitäten mehr. Wir könnten Planungsleistungen an externe Dienstleister vergeben, aber dafür müssten wir siebenstellige Summen ausgeben, um uns wirklich Luft zu verschaffen“, sagte Dezernent Engin Alparslan. Auch über einen möglichen Abriss der Obdachlosenheime an der Deller Straße und Am Heidfeld diskutierte der Ausschuss intensiv. Kernpunkt war die Frage, wo die von Obdachlosigkeit bedrohten Menschen unterkommen sollen, wenn die beiden Standorte anderweitig bebaut werden.

Bürgermeisterin sagt, Haan brauche ein Obdachlosenheim

Dazu Bürgermeisterin Warnecke: „Wir brauchen nach wie vor ein Obdachlosenheim in Haan.“ Hingegen betonte Rainer Wetterau (CDU): „Ich weigere mich, fast eine Million in ein altes, nicht optimal geschnittenes Gebäude zu stecken. Das ist verlorenes Geld für die Stadt.“ Und Meike Lukat (WLH), ebenfalls Gegnerin einer Sanierung, merkte an, dass schon jetzt an der Düsselberger Straße sowohl Flüchtlinge als auch Obdachlose wohnen. Die GAL plädierte für eine Sanierung. Am Ende schlug die GAL als Kompromiss vor, die 900 000 Euro beiseite zu legen, um sie prioritär für die Sanierung oder, falls das nicht möglich ist, als Anschubfinanzierung zu nutzen.

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