Der Abschlussjahrgang des Berufskollegs der freien Waldorfschule arbeitet seit Herbst 2013 an der Fertigstellung des kunstvollen Objekts.

Sebastian Grunwald, Christopher Schmidt und Julius Roskothe (v. l.) mit dem Windrad.
Sebastian Grunwald, Christopher Schmidt und Julius Roskothe (v. l.) mit dem Windrad.

Sebastian Grunwald, Christopher Schmidt und Julius Roskothe (v. l.) mit dem Windrad.

Dirk Thomé

Sebastian Grunwald, Christopher Schmidt und Julius Roskothe (v. l.) mit dem Windrad.

Haan. Auf dem Dach des Werkstattgebäudes der freien Waldorfschule Haan-Gruiten ist das Tragen von hohen Schuhen verboten. „Sonst wird die Teerdichtung beschädigt“, erklärt Schmiedelehrer Uwe Hoffmann die Regel. In den vergangenen Wochen haben die sechs Schüler der Abschlussklasse Berufskolleg II häufig den Weg über die steile Leiter auf das Dach gewählt. Vorbildlich immer mit flachen Schuhen. Zusammen mit Physiklehrer Florian Schulz und Schmiedelehrer Hoffmann haben die Fachabiturienten in zehn Metern Höhe ein Windrad installiert.

Der Anstoß kam von der Energieagentur NRW

Den Anstoß für den Bau des Windrads gab das Projekt „Schulen machen Wind“ der Energieagentur NRW. Bereits seit Herbst 2013 planen, berechnen und bauen die Schüler an ihrem Projekt. Finanzielle Unterstützung erhalten sie dabei durch die Energieagentur NRW und die Stadtsparkasse Haan.

„Ein normales Windrad wäre ja langweilig gewesen!“

Julius Roskothe, Schüler

Das Windrad, das am 11. Juni in Betrieb genommen wurde, könnte fast als Kunstobjekt durchgehen. Eine Drehachse aus rostfreiem Edelstahl hält die rotierende Doppelhelix, die aus einer Glasfasermatte besteht, die mit Polyesterharz verklebt wurde.

„Der Vorteil ist, dass durch diese Form die Windrichtung egal ist“, sagt Schüler Julius Roskothe (20). „Außerdem gibt es so weniger Vibrationen, es ist leiser. Und ein normales Windrad wäre ja langweilig gewesen“, sagt der Schüler.

Im Fuß der Konstruktion ist ein Generator eingebaut, der Strom erzeugt. Bei hoher Windgeschwindigkeit können so bis zu 180 Watt generiert werden.

Das Gesamtgewicht des Windrades beträgt rund 400 Kilogramm und wurde so auf dem Dach platziert, dass es auf einem tragenden Balken steht. Zur Stabilisation wurden vier Autoreifen als Füße mit Beton aufgefüllt. Der Stromgenerator wird vom nächsten Jahrgang an das Netz angeschlossen. Insgesamt 1500 Euro wurden in das Material investiert.

Geplant ist, dass der nächste Abschlussjahrgang sich in einem Projekt darum kümmert, dass der Strom ins Netz der Schule eingespeist wird. „Damit sollen die Räume der Ogata beleuchtet werden“, sagt Hoffmann.

Spaß trotz viel Arbeit außerhalb der Schulzeit

„Gerade gegen Ende haben wir viel Zeit außerhalb der Schule hier oben verbracht“, sagt Schüler Sebastian Grunwald (19). „Aber Spaß gemacht hat es trotzdem, sonst wären wir ja nicht hier“, fügt er hinzu.

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