Mit Leidenschaft haben Ursula Düster-Kramm und ihr Mann Thomas einen Teil der alten Kornbrennerei saniert und umgebaut.

Umbau
„Gewohnt haben wir schon immer gerne schön“, sagen Tischlermeister Thomas Kramm und seine Frau Ursula Düster-Kramm. Seit dem 1. Januar bewohnen sie den von ihnen modernisierten Wirtschaftstrakt der ehemaligen Kornbrennerei in Gruiten.

„Gewohnt haben wir schon immer gerne schön“, sagen Tischlermeister Thomas Kramm und seine Frau Ursula Düster-Kramm. Seit dem 1. Januar bewohnen sie den von ihnen modernisierten Wirtschaftstrakt der ehemaligen Kornbrennerei in Gruiten.

Stefan Fries

„Gewohnt haben wir schon immer gerne schön“, sagen Tischlermeister Thomas Kramm und seine Frau Ursula Düster-Kramm. Seit dem 1. Januar bewohnen sie den von ihnen modernisierten Wirtschaftstrakt der ehemaligen Kornbrennerei in Gruiten.

Gruiten. Schön zu wohnen, das war den Eheleuten Ursula Düster-Kramm und Thomas Kramm schon immer wichtig. Seit dem 1. Januar dieses Jahres machen sie genau das in dem ehemaligen Wirtschaftstrakt der alten Kornbrennerei Borgmann. Aus einer Ruine, so würde es wohl der Laie nennen, haben sie modernes Wohnen im Denkmal gemacht.

500 000 Euro investierten die Eheleute in Kauf und Umbau

„Ich wollte hier schon immer einziehen“, sagt Thomas Kramm. Der 56 Jahre alte Tischlermeister, der seine Werkstatt in Wülfrath betreibt, kennt die Familie Borgmann seit 35 Jahren. Gut 30 Jahre lang träumte Kramm von dem Umbau.

„Wir haben uns einmal im Jahr mit der Familie getroffen, aber dass wir ein Teil der Brennerei kaufen, das haben wir nur einmal erwähnt und dann nie wieder“, sagt er.

Erst vor gut drei Jahren kam das Thema wieder zur Sprache. „Und natürlich musste ich meine Frau fragen, ob wir glücklich und zufrieden in Düssel bleiben, oder ob wir es noch einmal wagen“, erinnert sich Kramm. Schließlich war von Anfang an klar, dass dieses Projekt mit sehr viel Arbeit verbunden sein würde. Ihre Freunde hätten sie für verrückt erklärt.

„Ich konnte mir nicht vorstellen, wie das hier einmal aussehen soll“, gibt Ursula Düster-Kramm zu. Aber weil ihr Mann nach eigenem Bekunden „schon viele Höhlen bewohnbar gemacht hat“, vertraute sie ihm auch bei diesem Projekt. Heute sagt sie: „Ich fühle mich hier sauwohl.“

Die Brennerei an der Vohwinkler Straße wurde 1904 von Bernd Borgmanns Großvater Heinrich zunächst gepachtet und dann 1908 gekauft. 1939 übernahm Albert Borgmann den Betrieb. Von 1975 bis 1989 führten schließlich Bernd Borgmann und sein Bruder die Brennerei. Das Gut wurde etwa 1896 gebaut.

Die Eheleute Ursula Düster-Kramm und Thomas Kramm haben den ehemaligen Wirtschaftstrakt gekauft, saniert und modernisiert. Das Erdgeschoss bewohnen sie, das darüberliegende Loft (170 Quadratmeter) wird zurzeit modernisiert und soll verkauft werden.

500 000 Euro investieren die Eheleute in Kauf und Sanierung des Gebäudetrakts. „Während der Umbauphase habe ich 24 Stunden Hand angelegt“, sagt Kramm. Denn das Gebäudewurde komplett entkernt, nur noch die Grundmauern blieben stehen. „Das älteste Dach war kurz vor dem Einsturz, das mussten wir komplett erneuern“, erinnert sich seine Frau.

Um das Gebäude überhaupt erhalten zu können, haben sie es unter Denkmalschutz stellen lassen. „Wir sind ja hier im Außenbereich“, erläutert die 62-Jährige. „Wir durften gar nichts machen. Zum einen, weil es hier immer nur eine landwirtschaftliche Nutzung gab, zum anderen, weil es auch die Brennereirechte nicht mehr gibt.“

Alles passt zusammen, Modernes mischt sich mit Altem

Zahlreiche Behördengänge, Abstimmungen und Genehmigungen hätten sie Nerven gekostet. Dass der Umbau der Erdgeschosswohnung innerhalb von sechs Monaten abgeschlossen werden konnte, liegt auch an den guten Kontakten des Tischlermeisters, der vor zwölf Jahren in Wülfrath eine Handwerkerkooperation gegründet hat, um Umbauten aus einer Hand anbieten zu können.

„Wir kennen uns alle seit 25 Jahren“, sagt Kramm. Da funktioniere die Zusammenarbeit reibungslos. Und das ist auch zu sehen. Alles passt zusammen, der alte Charakter des Gebäudes vermischt sich stilvoll und zurückhaltend mit den modernen Einbauten, angefangen bei der offenen Küche, dem kleinen Kamin, dem modernen Bad und den funktionalen Einbauschränken in Flur und Schlafzimmer.

„Für einen Tischler ist das Standard“, sagt Kramm und lacht. „Wir Handwerker können uns doch heutzutage nur noch durch Schnelligkeit, Pepp und gute Ideen abheben. Sonst haben wir keine Chance auf dem Markt.“

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