Ein Jahr nach dem Umzug an die Steinkulle fällt auf, dass auch viele Deutsche einkaufen.

Anja Rommersbach berät in der Haaner Kleiderkammer junge Männer, die eine neue Jacke brauchen.  Archiv
Anja Rommersbach berät in der Haaner Kleiderkammer junge Männer, die eine neue Jacke brauchen. Archiv

Anja Rommersbach berät in der Haaner Kleiderkammer junge Männer, die eine neue Jacke brauchen. Archiv

Olaf Staschik

Anja Rommersbach berät in der Haaner Kleiderkammer junge Männer, die eine neue Jacke brauchen. Archiv

Haan. Zum Shoppen gehört nicht nur das Suchen nach neuer Kleidung, sondern auch das Ausprobieren und vor allem Wohlfühlen. Die Kleiderkammer Haan bietet seit rund einem Jahr im neuen Domizil an der Steinkulle 3 ihren Nutzern ein gemütliches Ambiente und gut sortierte und erhaltene Second-Hand-Ware zu günstigen Preisen.

Nachdem die Kleiderkammer in Regie engagierter Bürger und unter Trägerschaft des Sozialdienstes Katholischer Frauen und Männer Haan (SKFM) aufgrund der vielen Flüchtlinge Anfang 2015 wiederbelebt wurde, wurden die alten Räume im Blauen Haus schnell zu klein. Die Kunden mussten zum Teil draußen im Regen warten. Deshalb zog das ehrenamtliche Team Ende 2015 in die ehemaligen Büroräume um.

Steinkulle ist mit verschiedenen Buslinien gut zu erreichen

Der neue Standort an der Steinkulle ist nicht nur mit verschiedenen Buslinien gut erreichbar und bietet sehr viel mehr Platz, sondern hat zudem das Lager für die gespendeten Kleider direkt am Ort. So kann die Ware im Laden einfacher aktuell gehalten und nachgelegt werden. Je nach Saison gibt es Winterjacken und Stiefel oder auch T-Shirt und Sandalen für Damen, Herren und Kinder. Außerdem zählen abhängig vom Spendenaufkommen ebenso Kinderwagen oder -bettchen, Haushaltswaren und natürlich auch Taschen zum Sortiment. Das Ziel des rund 90-köpfigen Teams: „Wir möchten ein ganz normales Einkaufserlebnis bieten“, sagt Brigitte Hausdorf von der Kleiderkammer. In hellen Regalen werden die Artikel präsentiert. Mitgenommen werden darf, was gefällt und passt. Ein Limit gibt es in der Regel nicht, es sei denn, es gibt von einer Ware zu wenig. Im Schnitt geben die Nutzer 7,50 Euro für ihren Einkauf aus. Das Fazit ein Jahr nach dem Umzug: Mit zehn bis 25 Kunden pro Öffnungszeit kommen doppelt so viele Nutzer wie zuvor, erklärt Hausdorf. Etwa 80 Prozent sind aus Haan, der Rest fährt extra aus Hilden oder Solingen an, um für sich und die Familie einzukaufen. Durch die Zusammenarbeit mit Vereinen und Einrichtungen habe sich auch die Anzahl deutscher Kunden erhöht. Inzwischen machen sie 38 Prozent aus. Die Kleiderkammer stehe schließlich allen offen und nicht nur bestimmten Bürgern wie es etwa bei den Tafeln üblich ist. Eine Kundenbefragung ergab, dass die meisten Nutzer aus Syrien, Irak, den Balkanstaaten und Afrika stammen. Gerade für die Flüchtlinge sei die Kammer aber auch ein sozialer Treffpunkt. Obwohl die Spendenbereitschaft der Haaner groß ist, gibt es auch Mangelware: Männerkleidung und Herrenschuhe. Und weil die Männer aus Syrien und Irak kleiner als die deutschen Männer sind, ist man über Herrenkleidung in kleinen Größen dankbar.

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