Kommenden Samstag wird der Einzug gefeiert.

Hildens erste private Demenz-WG hat ihren Betrieb aufgenommen. Nach dem Bericht in dieser Zeitung gab es jede Menge Anfragen mehr oder weniger verzweifelter Angehöriger, die den noch freien Platz für Verwandte haben wollten.

Trotzdem ist er noch nicht belegt, denn die Mühlen der Pflegekassen und Sozialämter mahlen langsam. Und noch etwas kommt hinzu: „Viele Sachbearbeiter bei den Pflegekassen oder Sozialämtern kennen diese Form der Unterbringung nicht und reagieren erst einmal ablehnend. Außerdem werden jede Menge Nachweise und Belege verlangt“, hat Elisabeth Wilke-Thissen festgestellt.

Ein Platz ist noch frei, doch bei der Vergabe gibt es Probleme

Die Folge: Mehrere Bewerber mussten passen. Auch, weil Sozialämter erst einmal ablehnten, für die Betreuung mit aufzukommen. Verwandte von Menschen mit Pflegestufe müssen den Eigenanteil entweder selbst aufbringen oder aber, wenn sie das nicht können, muss das zuständige Sozialamt einspringen. „Da streiten sich oft die Sozialämter untereinander, wer denn zuständig ist für die demente Person.“ (Das Amt am aktuellen Wohnort oder das am neuen Wohnort.)

In Pflegestufe 3 werden 1600 Euro im Monat fällig

Eine Bewerberin ist jetzt in der engeren Auswahl: „Die Dame war bereits dreimal da und die würden wir auch nehmen, weil sie gut zu uns passen würde“, erzählt Wilke-Thissen, die mit ihrem Mann und zwei weiteren Familien Gesellschafter der privat geführten „Villa Hoxbach“ an der Gerresheimer Straße ist. „Aber auch bei ihr ist noch nicht klar, welche Ämter was bezahlen. Ohne Zuschüsse müssten die Bewohner in Pflegestufe 3 rund 1600 Euro pro Monat dazuzahlen.“

Am kommenden Samstag will die neue Demenz-WG erst einmal den Einzug feiern und sich auch den Nachbarn ein weiteres Mal vorstellen. Gute Nachbarschaft ist wichtig. ilpl

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