Defizite aus den vergangenen Jahren treiben jetzt die Gebühren in die Höhe. Vor allem für den Winterdienst muss der Bürger tiefer in die Tasche greifen.

Geld
Noch ist am Himmel keine Schneeflocke in Sicht, aber der nächste Winterdiensteinsatz von Ismail Erkurt (links) und Stefan Hirt, Mitarbeiter des städtischen Betriebshofs, kommt bestimmt. Archiv

Noch ist am Himmel keine Schneeflocke in Sicht, aber der nächste Winterdiensteinsatz von Ismail Erkurt (links) und Stefan Hirt, Mitarbeiter des städtischen Betriebshofs, kommt bestimmt. Archiv

Stefan Fries

Noch ist am Himmel keine Schneeflocke in Sicht, aber der nächste Winterdiensteinsatz von Ismail Erkurt (links) und Stefan Hirt, Mitarbeiter des städtischen Betriebshofs, kommt bestimmt. Archiv

Haan. Bislang war der Winter ausgesprochen mild – abgesehen von den paar Tagen im Dezember, an denen Schnee statt Regen vom Himmel fiel. Der damals notwendige Einsatz des städtischen Winterdienstes mit Schneepflug und Fußtruppen ist es jedoch nicht, der die Kosten für die entsprechenden Gebühren in diesem Jahr drastisch in die Höhe treibt.

Der Winter 2010 mit seinem vielen Schnee treibt jetzt die Kosten hoch

Es ist die weiße Pracht, die vor drei Jahren (2010) die städtischen Betriebshofmitarbeiter in Atem hielt. Sie führt jetzt dazu, dass die Anlieger zur Kasse gebeten werden. Wohnen sie an Hauptstraßen, zahlen sie ein Drittel mehr als im vergangenen Jahr, in Anliegerstraßen sogar doppelt so viel.

Kostentreibend sind die Personalkosten. „Schon in den ersten Monaten des Jahres 2010 wurden erheblich mehr Winterdienststunden geleistet als im gesamten Vorjahr 2009“, heißt es vonseiten der Bauverwaltung.

Auf 3401 Stunden kamen die städtischen Mitarbeiter für den Streu-und Räumdienst sowie die Rufbereitschaft. Zum Vergleich: 2009 waren es 1203 Stunden, 2011 nur 847 Stunden.

In Euro macht das ein Defizit für dieses Jahr von 137 595 Euro aus, das auf die Bürger umgelegt wird. Denn die Stadt muss laut Kommunalabgabengesetz (KAB) alle entstehenden Kosten umlegen und darf das Defizit aus 2010 nicht über das Jahr 2013 hinaus strecken.

Gebühren für die Straßenreinigung steigen weniger stark an

In diesem Jahr müssen Anlieger an Straßen, die mit Priorität 1 (Hauptverkehrsachsen, Buswege) versehen sind, 2,72 Euro je Frontmeter bezahlen (2012: 1,83 Euro). Priorität 2: 2,36 Euro je Frontmeter (1,46 Euro), Priorität 3: 1,69 Euro (0,79 Euro). Eine Übersicht über alle Straßen und ihre Priorisierung sind auf der Homepage der Stadt zu finden.

An Anliegerstraßen werden jetzt 2,05 Euro je Frontmeter berechnet (2012: 1,85 Euro), an Haupterschließungsstraßen 1,85 Euro (1,67 Euro) und an Hauptverkehrsstraßen 1,55 Euro (1,40 Euro).

Steigen die Kosten für den Winterdienst um etwa 90 Cent je Frontmeter, bewegt sich die Gebührenerhöhung für die Straßenreinigung auf einem niedrigeren Niveau. Zwischen 15 und 20 Cent mehr werden ab diesem Jahr pro Frontmeter berechnet. Wieder sind es die Personalkosten des Betriebshofs, die wesentlich dazu beitragen, dass die Stadt mehr Geld verlangt.

Für die Pflege von städtischen Baumscheiben, Beeten und Grünstreifen (Laubbeseitigung, Handreinigung auf öffentlichen Flächen, Straßenbegleitgrün) setzt die Stadt zusätzliches Personal ein, was auch die Fahrzeugkosten erhöht. Das soll auch in den kommenden Jahren beibehalten werden.

Darüber hinaus wird die Kleinkehrmaschine häufiger eingesetzt. Gebührensenkend wirkt sich der Neuabschluss des Straßenreinigungsvertrages zum 1. Januar dieses Jahres aus.

Mitte dieses Jahres plant der Betriebshof den Kauf einer neuen Kleinkehrmaschine, die unter anderem in der Marktpassage zum Einsatz kommt. Die Kosten für die Anschaffung wurden in der Gebührenkalkulation bereits berücksichtigt.

Leserkommentare (2)


() Registrierte Nutzer