Zum Tag des Artenschutzes wird auch die Planung für den Technologiepark überdacht. Nächste Woche könnten bereits Weichen gestellt werden.

Die Ackerflächen zwischen Kriekhausen und der Windfoche sollen Gewerbebauland werden. Hier brütet normalerweise der Kiebitz.
Die Ackerflächen zwischen Kriekhausen und der Windfoche sollen Gewerbebauland werden. Hier brütet normalerweise der Kiebitz.

Die Ackerflächen zwischen Kriekhausen und der Windfoche sollen Gewerbebauland werden. Hier brütet normalerweise der Kiebitz.

Ralf Geraedts

Die Ackerflächen zwischen Kriekhausen und der Windfoche sollen Gewerbebauland werden. Hier brütet normalerweise der Kiebitz.

Haan. Im März wird der Kiebitz wieder aus seinem Winterquartier zurückkehren. Dann lassen örtliche Naturschützer wieder ihren Blick über die Felder im Bereich Kriekhausen schweifen. Die Zahl der dort brütenden Paare ist im letzten Jahrzehnt deutlich zurückgegangen. In Spitzenzeiten bauten acht Paare ihr Nest. Anfang vergangenen Jahres sichtete Sigrid van de Sande nur ein Paar auf einem Stoppelacker in Gruiten. Diese Entwicklung machen die Naturschützer am Bau des Technologieparks fest, dessen Entwicklung vor acht Jahren begann

„Im Grunde hätte vor dem ersten Bauabschnitt der Artenschutzaspekt geklärt sein müssen“, sagt Sven Kübler, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Natur und Umwelt (Agnu) Haan. Weil damals aber Zeitdruck herrschte, versprach die Stadt, diese Aufgabe zum zweiten Bauabschnitt zu erledigen. Ein Erfolg ist bisher nicht bekannt. Allerdings könnten in der nächsten Woche Weichen gestellt werden. Denn der Stadtrat und die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr treten am kommenden Dienstag zu einer gemeinsamen Sitzung zusammen. Weil das Treffen nichtöffentlich ist, verrät das Ratsinformationssystem auch nichts über die Tagesordnung. Sven Kübler hat über Mitglieder des Landschaftsbeirates des Kreises gehört, dass „ein Artenschutzausgleich vorliegen soll“. Es seien Felder im Bereich von Wülfrath gefunden worden. Der Kiebitz, weiß Kübler, habe einen größeren Suchraum für seinen Brutplatz. Er kehre nicht gezielt nach Haan zurück. Die Agnu war sogar entschlossen, Klage zu erheben. Sven Kübler stellte klar, dass Naturschutz-Organisationen nicht für Probleme sorgten, sondern es Naturschutzgesetze seien, an die sich Städte halten müssten. „An der A44 laufen auch schon wieder Planungsfehler. Darauf weisen wir nur hin!“

„Wir sind froh, dass die Stadt endlich verstanden hat, dass ein Ausgleich dauerhaft für 30 Jahre lang gesichert werden muss“, sagt der engagierte Naturschützer. Wäre diese Einsicht früher gekommen, hätte viel Geld gespart werden können. Denn zunächst schaltete die Verwaltung teure Juristen zur Prüfung des Artenschutzaspektes ein. Dann wurde über Jahre die Stiftung rheinische Kulturlandschaft unterstützt, in der Hoffnung, diese könnte das Problem lösen. Was genau in Wülfrath vorgesehen ist, hat die Agnu nicht erfahren, obwohl sie im vorigen Jahr mit Bürgermeisterin Bettina Warnecke weitere Gespräche vereinbart hatte. Die seien jetzt mit den Fachleuten der Unteren Landschaftsbehörde geführt worden.

Auf die Frage, wie weit die Stadt denn mit der Lösung des Kiebitz-Problems gekommen ist, gab es von der Haaner Verwaltungsspitze keine klare Aussage. „Wir arbeiten heftig daran“, bemerkte die Bürgermeisterin und lächelte vielsagend. Wenn die Ausgleichsflächen für den Naturschutz gesichert seien, könnte „das Gelände in die Vermarktung gehen“, beantwortete die Verwaltung eine Anfrage der FDP, wann es mit dem Technologiepark weitergehe. Bei den Haushaltsplanberatungen scheiterte die Wählergemeinschaft Lebenswertes Haan mit ihrer Forderung, die Erschließung des zweiten Technologieparks-Abschnittes – allein der Bau der Niederbergischen Allee zwischen dem Kriekhausen-Weg und dem Kreisverkehr Gruitener Straße dürfte etwa eine halbe Million Euro kosten – um zwei Jahre zurückzustellen, um mit dem ersparten Geld Projekte entwickeln zu lassen.

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