Agnu fordert Ausgleichsflächen für neu ausgewiesenes Bauland.

Natur
In den vergangenen Jahren ist die Zahl der brütenden Kiebitze um etwa 30 Prozent zurückgegangen, schätzen Vogelexperten der Agnu Haan.

In den vergangenen Jahren ist die Zahl der brütenden Kiebitze um etwa 30 Prozent zurückgegangen, schätzen Vogelexperten der Agnu Haan.

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In den vergangenen Jahren ist die Zahl der brütenden Kiebitze um etwa 30 Prozent zurückgegangen, schätzen Vogelexperten der Agnu Haan.

Haan. Eigentlich ist der Kiebitz gut zu erkennen. Etwa 30 Zentimeter groß und mit der charakteristischen langen schwarzen Haube können ihn Beobachter nicht verwechseln – wenn sie ihn denn entdecken.

Denn die Zahl der auf Haaner Feldern brütenden Kiebitze ist in den vergangenen sechs bis sieben Jahren um etwa 30 Prozent zurückgegangen, schätzen die Vogelexperten der Agnu Haan.

Ein Hauptgrund für das Schrumpfen der streng geschützten Population südlich der Millrather Straße ist laut Naturschützer die Verkleinerung des Lebensraums für Ackervögel – dazu gehören neben den Kiebitzen auch Feldlerchen und Wiesenschafstelzen.

Vor fünf Jahren sind noch mehrere Kiebitzpaare gezählt worden

„Vor dem Jahr 2007 haben wir auf dem westlichen Gelände (Amada) noch fünf Paare Feldlerchen, zwei bis drei Kiebitzpaare und ein bis zwei Schafstelzenpaare zählen können“, schreibt Agnu-Vorsitzender Sven M. Kübler in einer ausführlichen Stellungnahmen der Agnu zum Bebauungsplan Nr. 168 „Technologiepark Haan/NRW, 2. Bauabschnitt“.

Er fügt hinzu: „Der Verlust der Fläche wurde im Grunde nie ausgeglichen. Der Erhaltungszustand der Population hat sich also schon damals verschlechtert.“ Deshalb fordern Kübler und seine Mitstreiter vehementer denn je geeignete Ausgleichsflächen für die auf den Äckern brütenden Vögel und verweisen auf ein EU-Gesetz, das zu erfolgreichen vorgezogenen Ausgleichsmaßnahmen (als vor Umsetzung der geplanten Maßnahme) verpflichtet.

Noch vor dem Eintreffen der Vögel, spätestens im März dieses Jahres, sollen von etwaiger Einsaat befreite Flächen – „Kiebitze bevorzugen ,braune Äcker’“ – vorgehalten werden. Kübler: „Die Agnu hat seit vielen Jahren die Suche nach einer geeigneten Fläche aktiv positiv unterstützt und will das auch künftig partnerschaftlich begleiten.“

Und nicht nur der Artenschutz liegt den Agnu-Mitgliedern am Herzen. Sie kritisieren den Flächenverbrauch insgesamt.

38,19 Prozent des Stadtgebiets sind bereits versiegelt

In Haan habe es zwischen 1995 und 2005 einen prozentualen Zuwachs der Siedlungs- und Verkehrsfläche von 21,44 Prozent gegeben. Damit liege die Stadt 13,3 Prozent über dem NRW-Durchschnitt. Kübler: „Damit sind in Haan bereits 38,19 Prozent der Flächen für Siedlung und Verkehr beansprucht.“

Infos im Internet: www.agnu-haan.de

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