Leiter Michael Euler: Militärmusik sucht dringend Nachwuchs. Bewerbungsfrist bis 10. März.

Leiter Michael Euler: Militärmusik sucht dringend Nachwuchs. Bewerbungsfrist bis 10. März.
Oberstleutnant Michael Euler (r.) bei der Grundsteinlegung für den Musik-Campus im Juli 2015. Die Waldkaserne ist der einzige verbliebene Bundeswehrstützpunkt in der ganzen Region. Archiv

Oberstleutnant Michael Euler (r.) bei der Grundsteinlegung für den Musik-Campus im Juli 2015. Die Waldkaserne ist der einzige verbliebene Bundeswehrstützpunkt in der ganzen Region. Archiv

Olaf Staschik

Oberstleutnant Michael Euler (r.) bei der Grundsteinlegung für den Musik-Campus im Juli 2015. Die Waldkaserne ist der einzige verbliebene Bundeswehrstützpunkt in der ganzen Region. Archiv

Hilden Was die Elb-Philharmonie für Hamburg bedeutet, ist der neue Musik-Campus in der Hildener Waldkaserne für die Militärmusik: Ein Meilenstein und Aushängeschild, eine moderne Ausbildungsstätte vom Feinsten, die beste Arbeitsbedingungen bietet. „Das wird uns neue Möglichkeiten und ein neues Profil für die Militärmusik verschaffen“, glaubt Oberst Christoph Lieder, stellvertretender Leiter des Zentrums Militärmusik der Bundeswehr: „Das brauchen wir, um als Freiwilligenarmee qualifizierten Nachwuchs zu gewinnen.“

Entstanden ist ein moderner Universitäts-Campus

18 Millionen Euro hat die Bundeswehr in dieses Leuchtturm-Projekt investiert. Ab Mai – steht jetzt fest – wird es bezogen. Dann kehrt das Ausbildungsmusikkorps der Bundeswehr von seinem 2009 bezogenem Ausweichquartier in der Bergischen Kaserne in Düsseldorf nach Hilden zurück. Architekt Jochen König hat keine Kaserne entworfen, sondern einen modernen Universitäts-Campus mit 140 Unterkünften, 68 Übungs- und 34 Unterrichtsräumen. In der Mitte hat er einen architektonischen Hingucker platziert. Der kubusförmige Flachbau mit metallisch glänzender Außenhaut beherbergt zwei Probesäle mit einem Tonstudio.

Oberstleutnant Michael Euler (52) leitet das Ausbildungsmusikkorps seit acht Jahren. Hier werden alle Musiker der Bundeswehr zentral ausgebildet. Die Streitkräfte haben 13 Orchestereinheiten. Weil in diesem Jahr verhältnismäßig viele Militärmusiker in den Ruhestand gehen und sich zu wenige geeignete Kandidaten bewerben, sucht die Bundeswehr dringend Musiker. „Wir haben großen Nachwuchsmangel“, berichtet Euler: „Der Beruf ist interessant, vielseitig, facettenreich und man hat eine tolle Ausbildung. Und natürlich hat man für mindestens zwölf Jahre einen sicheren Arbeitsplatz.“ Allerdings sind auch die Anforderungen nicht ohne. Im vergangenen Jahr hatten sich 52 Kandidaten beim Ausbildungsmusikkorps beworben. „Davon haben wir 23 genommen“, erzählt Euler. „Pro Jahr haben wir 30 Stellen zu vergeben.“ Wer sich für eine Ausbildung als Musiker bei der Bundeswehr interessiert, muss sich bis zum 10. März bewerben. Es gibt immer nur ein Einstellungsdatum im Jahr, das ist der 1. Juli.

„In der Woche vor Ostern haben wir unsere eigene Aufnahmeprüfung mit Vorspielen“, so Euler. Wenn diese bestanden wurde, folgt der zweite Teil im Karrierecenter, in der Regel einige Tage oder Wochen später. Wenn das Ergebnis auch hier positiv ist, werden die angehenden Militärmusiker dann zum 1. Juli eingezogen.

Intensive Vorbereitung auf die musikalische Eignungsprüfung

Sie müssen wie jeder Soldat eine militärische Grundausbildung und einen Sanitätslehrgang absolvieren. Auf die Eignungsprüfung an der Robert-Schuman-Musikhochschule in Düsseldorf werden sie intensiv vorbereitet. Ist auch diese Hürde gemeistert, folgen drei Jahre Musikstudium an der Hochschule. Die Musikerausbildung bei der Bundeswehr dauert insgesamt vier Jahre. Als Hauptfächer werden alle Blasinstrumente, dazu Schlagzeug, Keyboard und Kapellmeister angeboten.

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