Nach einem Rückgang 2012 ist die Zahl der Straftaten im ausgehenden Jahr wieder angestiegen.

Kriminalität
Die Unterführung am Gruitener Bahnhof bleibt ein Angstraum. Auch wenn im Umfeld des Bahnhofs im Durchschnitt nur sieben Straftaten im Jahr verübt werden.

Die Unterführung am Gruitener Bahnhof bleibt ein Angstraum. Auch wenn im Umfeld des Bahnhofs im Durchschnitt nur sieben Straftaten im Jahr verübt werden.

Archiv Stefan Fries

Die Unterführung am Gruitener Bahnhof bleibt ein Angstraum. Auch wenn im Umfeld des Bahnhofs im Durchschnitt nur sieben Straftaten im Jahr verübt werden.

Gruiten. Auch nach Auswertung der am Gruitener Bahnhof begangenen Straftaten bleibt die Kreispolizei bei ihrer Einschätzung, dass es sich nicht um einen Kriminalitätsschwerpunkt handelt. Wie berichtet, hat sich die SPD nach zwei Überfällen in den vergangenen Monaten mit der Sicherheit am Gruitener Bahnhof beschäftigt und in einer Anfrage eine Auflistung der kriminellen Delikte, zu denen es dort in den vergangenen fünf Jahren gekommen ist, gefordert. Diese liegt jetzt vor.

Mopeds und Räder werden gestohlen, Autos aufgebrochen

Laut der Recherche in ihren Datensystemen hat die Kreispolizei einen Anstieg der Straftaten im Jahr 2011 im Vergleich zu den Jahren 2009 und 2010 verzeichnet. „Im Jahr 2012 ist ein leichter Rückgang zu beobachten“, heißt es in dem Schreiben an die Stadt Haan. „Die Zahlen des Jahres 2013 scheinen bisher im Vergleich zum Jahr 2012 wieder leicht ansteigend.“

Am Gruitener Bahnhof werden – so die Auflistung der Delikte – immer wieder Mopeds und Krafträder gestohlen, Autos aufgebrochen, Einbrüche verübt und Automaten aufgebrochen. 2011 wurde beispielsweise auch die Postfiliale überfallen, es wurden eine vorsätzliche Körperverletzung und ein Widerstand gegen Polizeibeamte angezeigt. Insgesamt waren es 13 Delikte.

Aus dem vergangenen Jahr meldet die Polizei acht Straftaten, darunter „eine Straftat nach dem Betäubungsmittelgesetz“, Sachbeschädigung und eine „Beleidigung auf sexueller Grundlage“. Bis zum September dieses Jahres kam es am Gruitener Bahnhof zu einer Festnahme, zu mehreren Einbrüchen sowie zu einer vorsätzliche gefährlichen Körperverletzung und zu einem Straßenraub.

Aus einem Raubüberfall wurde eine gefährliche Körperverletzung

„Der Raubüberfall auf den 82 Jahre alten Mann aus Düsseldorf im August dieses Jahres hat sich inzwischen relativiert“, sagt Polizeisprecher Frank Sobotta auf Nachfrage. Der Mann hatte bei der Polizei angegeben, dass er von zwei Männern auf dem Treppenabgang angegangen und geschlagen worden sei. Er verlor das Bewusstsein und vermisste, als er wieder zu sich kam, seine Geldbörse und seine Uhr. „Inzwischen hat sich herausgestellt, dass die Sachen im Krankenhaus sicher verwahrt und ihm zurückgegeben wurden“, sagt Sobotta. Es wird wegen Körperverletzung ermittelt.

Wie berichtet, hofft die Stadt, dass der Gruitener Bahnhof, der bislang nicht barrierefrei zu erreichen ist, in das Modernisierungsprogramm der Bahn aufgenommen wird. Dann müsste die Stadt für den Ausbau keinen Eigenanteil bezahlen. Eine Entscheidung darüber wird laut Haans Technischem Dezernenten Engin Alparslan bei der Bahn allerdings erst im kommenden Jahr fallen.

Sowohl Beamte der Bundespolizei als auch der Kreispolizeibehörde Mettmann gehen nach eigenen Angaben am Gruitener Bahnhof in unregelmäßigen Abständen Streife.

Weil es in den vergangenen fünf Jahren bis heute auf dem Bahnhofsgelände zu insgesamt 35 Straftaten kam, was sieben Delikaten pro Jahr entspricht, „sei dort nicht von einem Kriminalitätsschwerpunkt auszugehen“, so die Polizei. „Wir müssen die Zahlen objektiv betrachten, auch wenn wir subjektiv anders empfinden“, sagt Technischer Dezernent Engin Alparslan. Maßnahmen vonseiten der Stadt am Gruitener Bahnhof seien deshalb nicht geplant.

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