Seit gestern stellen 26 Kunstschaffende in Gruiten 26 Exponate aus. Das Haus ist voll.

Gruiten. Die Vielfalt des künstlerischen Lebens in Haan und Gruiten wird vom 22. Januar bis 28. Februar in einer Ausstellung der Vereinsmitglieder „Kunst in der Stadt Haan“ im Café im Dorf in Gruiten präsentiert. Dabei zeigen 26 Künstler 26 Exponate. Mehr geht nicht, denn mehr Fläche bietet das intime Café nicht. Für die Café-Betreiber Clemens und Gabi Hölter ist die Unterstützung der Haaner Kunstszene eine Herzensangelegenheit.

Café ist längst ein Geheimtipp

Und darum waren sie sofort begeistert, als der Haaner Kunstverein die Idee zur Ausstellung vortrug. Bei Künstlern aus benachbarten Städten ist das beliebte Café in Gruiten längst Geheimtipp. Man sei schon bis 2017 ausgebucht, sagt Clemens Hölter. „Und das ohne jede Subventionierung“, fügt er ein wenig stolz hinzu. Die kleine und feine Haaner Ausstellung ist vielseitig. „Die Mischung ist interessant“, sagt Vereinsvorsitzender Peter Püschel, der selbst auch mit einer Ölkreide-Zeichnung auf Papier dabei ist, Titel Moscenicka Draga.

Nebenan ist „Sorbas der Grieche“ zu bewundern, eine Bleistift-Zeichnung von Thomas Frommann. Seit drei Jahren malt der Haaner – er hat sich der Form des Hyperrealismus verschrieben. Beim Betrachten fragt sich der Laie: Wurde hier ursprünglich eine Fotografie bearbeitet? „Nein“, sagt Thomas Frommann. Alles sei gezeichnet. Das Künstlergeheimnis um das Bild „Wildes Meer“ von Gregor Hellmann hingegen wird erst mit der Hilfe von Schwarzlicht gelüftet. Dann nämlich zeigt sich ein völlig anderes Bild als bei Tageslicht. Die Glasgestalterin Uta Majmudar zeigt auf eindrucksvolle Weise mit „Das Tor geht auf“, wie sie die Ereignisse vor 25 Jahren in Berlin künstlerisch umsetzte.

Künstlerin will ihr Bild nicht verkaufen

Sabine Marie Schilling stellte mit „Wetterboten“, Acryl auf Leinwand, ein Bild zur Verfügung, das sie nicht verkaufen würde, weil sie es so sehr liebt. Und Lothar Schmeink zeigt mit seiner Fotobearbeitung auf Alu-Dibond das Bild „Abstraktion“, eine eindrucksvolle Großstadt-Skyline.

Diskussionsthema waren die Augen vom „Berber-Mann“ von Nienke Lohhoff. Künstler-Kollegen und Besucher mochten nicht glauben, dass diese Augen tatsächlich einem Mann gehören. Nicht überzeugen musste hingegen Jutta Pauly, dass ihr Bild „Café im Dorf“ tatsächlich die Gruitener Ausstellungslokalität ist. Das Bild beeindruckte durch absolute Genauigkeit der Caféhaus-Fassade, einschließlich Baumstamm für die Weihnachtsbeleuchtung. Stolz war Vorsitzender Peter Püschel auch, dass der Verein quasi in zweiter Generation vielen jungen Künstlern die Möglichkeit gebe, sich durch Aktionen im Haaner Stadtbild zu präsentieren. Die Fachfrau Simone Rachel, Angestellte der Kunstsammlung NRW, war zufällig Gast im Café und genoss die Stachelbeertorte. Beachtlich seien die unterschiedlichen künstlerischen Ansätze, sagte sie. Viele Arbeiten seien gut gelungen, attestierte sie.

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