Ulrich Tix, dem schon das Becherhus gehört, hat jetzt auch das Haus an der Kaiserstraße 53 erworben und will eine Viertelmillion Euro investieren.

Im Haus an der Kaiserstraße 53 verbrachten Carl und Emil Barth ihre Jugend.
Im Haus an der Kaiserstraße 53 verbrachten Carl und Emil Barth ihre Jugend.

Im Haus an der Kaiserstraße 53 verbrachten Carl und Emil Barth ihre Jugend.

Stefan Fries

Im Haus an der Kaiserstraße 53 verbrachten Carl und Emil Barth ihre Jugend.

Haan. Das kleine Häuschen an der Kaiserstraße 53 hat Diplom-Ingenieur Ulrich Tix schon immer interessiert. Vielleicht auch deshalb, weil der 63-Jährige nur einen Steinwurf weit weg im Becherhus aufgewachsen ist. Als das 1998 nach einem verheerenden Brand von Grund auf saniert und renoviert werden musste, hat sich Tix alle Mühe gegeben, das historische Flair zu berücksichtigen und den Anforderungen des Denkmalschutzes gerecht zu werden.

Bauarbeiten werden drei bis vier Monate in Anspruch nehmen

Im kommenden Monat nimmt der 63-Jährige sein nächstes Projekt in Angriff: die Renovierung und Instandsetzung des alten Schieferhauses an der Kaiserstraße 53, in dem der Maler Carl Barth mit seinem Bruder, dem Schriftsteller Emil Barth, seine Jugend verbrachte.

„Ich habe das Haus gekauft“, sagt Tix und fügt hinzu: „Am 1. März beginnen die Bauarbeiten.“ Drei bis vier Monaten werden die Handwerker dort im Einsatz sein. „Die Arbeiten werden aber nicht so umfangreich sein wie im Becherhus“, kündigt Tix an. Dennoch müsse er eine gute Viertelmillion Euro in das bergische Häuschen investieren, dessen Architekturmerkmale erkennen lassen, dass das Haus weit vor 1800 erbaut wurde.

Emil Barth, Haans bekannter Schriftsteller, wurde am 6. Juli 1900 im Becherhus geboren. Kurz danach zog die Familie in das Haus Kaiserstraße 53. Heute befindet sich im Erdgeschoss des Gebäudes das Schreibwarengeschäft „Max Barth“. Das soll von den anstehenden Arbeiten so gut wie nicht betroffen sein. „Wir werden die Arbeiten von hinten abwickeln, sie sollen den Geschäftsbetrieb nicht stören“, sagt Tix.

Die Durchgangshöhen müssen angepasst werden

Die im Obergeschoss liegende Wohnung, die über zwei Etagen verläuft und zwischen 130 und 140 Quadratmeter umfasst, will der Haaner umfassend renovieren. „Ich möchte das Fachwerk und auch die Deckenbalken freilegen“, kündigt Tix an. Ein Holzboden soll das Flair des alten Hauses widerspiegeln, gleichzeitig sollen die Durchgangshöhen der Wohnung angepasst und ein modernes Bad eingebaut werden.

Das verschieferte Reihen-Fachwerkhaus Nr. 53 aus dem 18. Jahrhundert gehörte wie das Becherhus zum Siedlungsbereich „Auf der Straßen“ oder „stras“. In dieses Haus zogen die Brüder Carl und Emil Barth mit ihrer Familie 1905 um und verbrachten dort ihre Jugendjahre. Ihr Vater führte dort ein Geschäft für Büro-, Zeichen- und Schreibmaterial. Heute heißt das Geschäft „Max Barth“ (Quelle:

www.zeitspurensuche.de

).

Emil Barth (1900-1958) entstammt einer schlesischen Handwerkerfamilie. Er war ein jüngerer Bruder des Malers Carl Josef Barth. Nach dem Besuch der Mittelschule arbeitete Emil Barth als Angestellter im Buchdrucker- und Verlagsgewerbe; ab 1924 war er freier Schriftsteller und verfasste Romane, Erzählungen, Essays und Lyrik.

„Es gibt ein Foto des Hauses aus den 1950er-Jahren“, sagt Tix. „Ich möchte, dass das Haus so aussieht wie früher.“ Dafür sollen die Jalousien verschwinden, eine Holztür mit klassischen Beschlägen angebracht werden, und auch die Treppe im Haus soll dann wieder so aussehen wie die im Becherhus – aus Holz und mit Verzierungen. „Das Haus ist zwei- oder dreimal umgebaut worden“, sagt Tix.

Das versuche er, rückgängig zu machen. Gleichzeitig will er Dachgauben zur Straße hin einbauen lassen. Die Fundamente des Hauses müssen saniert werden. „Es muss einiges gemacht werden, was man von außen gar nicht sieht“, sagt Tix. Dabei will er sich mit dem Bauaufsichtsamt und dem Rheinischen Amt für Denkmalpflege abstimmten.

Erfahrung im Umgang mit den Behörden hat Ulrich Tix nicht nur bei den Aufbauarbeiten im Becherhus gesammelt. Denn auch das Haus Friedrichstraße 5 hat er vor einigen Jahren gekauft. Weil das sogenannte „Haus Valder“ aber nicht unter Denkmalschutz stand, konnte er es bis auf den Gewölbekeller abreißen und neu aufbauen.

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