Bei einer bundesweiten Befragung wurde Hilden in seiner Kategorie Klassenprimus.

Bei einer bundesweiten Befragung wurde Hilden in seiner Kategorie Klassenprimus.
In Hilden kaufen die Kunden gerne ein.

In Hilden kaufen die Kunden gerne ein.

Rolf Vennenbernd

In Hilden kaufen die Kunden gerne ein.

Hilden. Was hat Hilden mit Leipzig, Erfurt, Heidelberg, Wismar und Quedlinburg gemein? Diese Städte haben – in ihrer Größenklasse – die attraktivsten Innenstädte Deutschlands. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Instituts für Handelsforschung in Köln. Dazu wurden im Herbst 2016 58 000 Innenstadtbesucher in mehr als 120 Städten befragt.

Hilden erhielt bei der Umfrage die Bestnote von 2,1

Hilden erhielt in der Kategorie 50 000 bis 100 000 Einwohner die Bestnote 2,1 und setzte sich gegen 31 Konkurrenten durch (Durchschnittsnote 2,6). Die Stadt konnte besonders mit ihrer guten Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln (Note 2,0), ihrem Ambiente (2,1) ihrem Einzelhandelsangebot (2,2), ihrer Erreichbarkeit mit dem Auto (2,2) sowie der Lebendigkeit der Innenstadt (2,3) punkten.

Bemerkenswert ist auch die Aufenthaltsdauer in der City. Mehr als 40 Prozent der über 300 Befragten bleiben mehr als zwei Stunden in der Innenstadt. In den Vergleichsstädten sind es nur 32 Prozent. Und: Die Hildener Innenstadt zieht besonders kaufkräftige Ältere über 65 Jahre (33 Prozent aller Befragten) an: Bei den Vergleichsstädten waren es nur 20 Prozent.

„Wir sind sehr stolz auf diese Auszeichnung“, sagt Bürgermeisterin Birgit Alkenings: „Das ist ein Kompliment für den Hildener Einzelhandel. Das Ergebnis ist noch bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass Hilden quasi von Großstädten umzingelt ist, mit denen wir gar nicht konkurrieren können.“ Rat und Verwaltung hätten vor vielen Jahren klug gehandelt, als sie entschieden, Einzelhandel nicht auf der grünen Wiese, sondern nur im Stadtzentrum zuzulassen.

Das Stadtmarketing leiste gute Arbeit und sehe die ganze Innenstadt als ein großes Einkaufscenter, lobte Michael Borgmann, Inhaber von Intersport Borgmann: „Das ist in Hilden wirklich gut organisiert. Das Internet ist nicht der Feind, wir müssen das klug verzahnen. Der Einzelhandel hat die Aufgabe, den Kunden eine gute Auswahl, ein Fokus-Angebot zu präsentieren.“

Auch Stadtmarketing-Geschäftsführer Volker Hillebrand und Ralf B. Kraemer vom Stadtmarketing-Verein haben keine Angst vorm Internet – weil Einkaufen immer mehr ein „soziales Erlebnis“ werde. Die Angebotspalette in Hilden sei riesig. Wichtig: In der Hildener Innenstadt könne man auch Lebensmittel kaufen. Hinzu kämen die Wochenmärkte mit ihrem Flair. Und am Samstag sei der alte Markt bei schönen Wetter ein beliebter Treffpunkt mit südlichem Flair.

Hillebrand: „In Hilden ist eben immer was los“, habe ihm ein Ehepaar bei der Befragung erzählt. Dazu trügen attraktive Veranstaltungen wie Frühlings- und Herbstfest, Modenschau, Weinfest, Künstler- und Büchermarkt, Autoschau und Weihnachtsmarkt bei. Das unterstreicht auch Michael Borgmann: „Eigentlich verkaufen wir in volle Schränke. Deshalb ist das Einkaufserlebnis so wichtig.“ Viele Kunden in der Hildener Innenstadt kommen aus der ganzen Region, weiß Dirk Reuber, der in zweiter Generation ein Deko-Geschäft betreibt. Also alles bestens? Nicht ganz: Hilden hat auch Probleme, räumt die Bürgermeisterin ein. Es gebe auch Immobilienbesitzer, die nicht mitziehen wollten: „Da brauchen wir einen langen Atem und viel Geduld.“ Ende Februar schließt Strauss seine Filiale an der unteren Mittelstraße für immer. Der Eigentümer sei mit einem Nachmieter „auf der Zielgeraden“, weiß Volker Hillebrand: „Dort wird es zeitnah weitergehen. Auch der neue Mieter wird sicherlich für Kundenfrequenz sorgen.“

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