Gut 50 Frauen und Männer signalisieren ihre Bereitschaft, sich in einem neuen Verein für den Saal in Gruiten-Dorf engagieren zu wollen.

Pfarrer Reiner Nieswandt (r.) warb am Montagabend für die Gründung eines Trägervereins für den Pfarrsaal und um Mitglieder, die sich bei diesem Projekt engagieren wollen.
Pfarrer Reiner Nieswandt (r.) warb am Montagabend für die Gründung eines Trägervereins für den Pfarrsaal und um Mitglieder, die sich bei diesem Projekt engagieren wollen.

Pfarrer Reiner Nieswandt (r.) warb am Montagabend für die Gründung eines Trägervereins für den Pfarrsaal und um Mitglieder, die sich bei diesem Projekt engagieren wollen.

Stefan Fries

Pfarrer Reiner Nieswandt (r.) warb am Montagabend für die Gründung eines Trägervereins für den Pfarrsaal und um Mitglieder, die sich bei diesem Projekt engagieren wollen.

Gruiten. Dass nicht nur das Dach des Pfarrsaals in Gruiten dringend erneuert werden muss, sondern auch die Heizung und der Steinfußboden, davon konnten sich die zahlreichen Besucher am Montagabend gleich persönlich überzeugen.

Pfarrer Reiner Nieswandt hatte zum Infoabend über die Gründung eines Allgemeinen Bürger- und Trägervereins Nikolaussaal eingeladen – und mehr als 100 Frauen und Männer kamen. Viele gingen am Ende leicht frierend und mit kalten Füßen.

Interessierte werden in den kommenden Tagen angeschrieben

Zuvor hatten sich 50 der Zuhörer zur Freude des Pfarrers und seine Mitstreiter, Thomas Herring und Monika Friedrichs, aus dem Kirchenvorstand bereiterklärt, dem noch zu gründenden Verein beizutreten, 40 von ihnen gingen noch einen Schritt weiter und signalisierten, sich aktiv einbringen zu wollen.

"Das ist eine tolle Zahl, die hohe Bereitschaft der Bürger macht mich auch persönlich glücklich“, sagte Nieswandt. In den nächsten Tagen werden alle Interessierten angeschrieben, damit der Verein zügig gegründet werden kann. „Und wir werden Gespräche mit der Nachbarschaft führen. Das erscheint mit zwingend notwendig zu sein.“

Denn nach wie vor ungelöst ist das Problem der fehlenden Parkplätze im Dorf und die Sorge der Anwohner vor der Lärmbelästigung. Das brachten auch die Zuhörer am Montagabend zum Ausdruck. Zuhörer Klaus Furthmann befürchtete gar eine exzessive Nutzung, wenn die Vermietung den Betrieb des Saals finanzieren soll. „Davon kann keine Rede sein“, hielt Nieswandt dagegen. Der Verein könne schließlich entscheiden, wer den Saal mietet.

Als Vorbild für einen „Allgemeiner Bürger- und Trägerverein Nikolaussaal Gruiten“ könnte ein Trägerverein in Heiligenhaus-Overrath dienen. Dort sollte zum 31. Dezember 2008 ein Pfarrsaal geschlossen werden, den die Pfarrei St. Rochus stets unterhalten und dem Heiligenhauser Ortsleben zur Nutzung auch nicht kirchlicher Veranstaltungen zur Verfügung gestellt hatte. Als die Gemeinde den Saal aus wirtschaftlichen Gründen schließen wollte, gründeten sich erst eine Bürgerinitiative und dann ein Trägerverein. Pfarrer Nieswandt hatte den Geschäftsführer zum Infoabend am Montagabend eingeladen, erhielt aber kurzfristig eine Absage.

Die katholische Gemeinde würde dem Trägerverein den Nikolaussaal als Erbpacht für einen symbolischen Euro überlassen.

Auch Gruitener Vereine wie die Awo und die Rassegeflügelzüchter signalisierten ihre Bereitschaft, sich in dem neuen Verein zu engagieren.

Lothar Weller und Clemens Hölter gaben zu bedenken, dass vorab bekannt sein müsse, welche Summe der Verein brauche, um den Saal zu sanieren und zu betreiben. „Sonst streicht der Verein doch in drei Jahren die Segel“, sagte Weller.

Nieswandt und der Kirchenvorstand sagten es nicht in aller Deutlichkeit, aber es war herauszuhören. Sie setzen darauf, dass die Stadt zumindest einen Teil der Summe aus dem Ratsbeschluss für die Sanierung des Pfarrsaals in Höhe von 436 000 Euro zur Verfügung stellt. Nieswandt: „Dann können wir schuldenfrei beginnen.“

Kein Saal der Kirche, sondern ein Saal der Ortsgemeinschaft Gruiten

Dass von einigen Gästen „eine konfessionelle Schärfe in die Diskussion gebracht wurde“, bedauerte Nieswandt. Unter anderem wurde auf mögliche Ansprüche der Evangelisch-reformierten Gemeine hingewiesen. Die will in den kommenden Jahren ihren Gemeindesaal renovieren, wie Pfarrer Hanno Nell bestätigte.

Eine Initiative, um dafür städtische Mittel zu beantragen, sei allerdings noch nicht gestartet worden. Nieswandt: „Die katholische Kirche will kein Geld, um den Saal sanieren und betreiben können. Der Saal soll nicht mehr ein Raum der Kirchengemeinde sein, sondern ein Saal der Ortsgemeinschaft.“

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