Immer mehr alte Menschen in Haan sind auf Unterstützung und finanzielle Hilfen angewiesen.

Immer mehr alte Menschen in Haan sind auf Unterstützung und finanzielle Hilfen angewiesen.
Essen auf Rädern: Dienste wie dieser werden künftig an Bedeutung gewinnen. Unser Bild zeigt Awo-Mitarbeiterin Monika Weck beim Ausliefern eines Essens. Archiv

Essen auf Rädern: Dienste wie dieser werden künftig an Bedeutung gewinnen. Unser Bild zeigt Awo-Mitarbeiterin Monika Weck beim Ausliefern eines Essens. Archiv

Olaf Staschik

Essen auf Rädern: Dienste wie dieser werden künftig an Bedeutung gewinnen. Unser Bild zeigt Awo-Mitarbeiterin Monika Weck beim Ausliefern eines Essens. Archiv

Haan. Während die Zahl der unter 55-Jährigen in Haan immer weiter abnimmt, steigt die der älteren Einwohner teils rapide an. Das zeigt der erste „Seniorenbericht zur Lebenssituation von Seniorinnen und Senioren in Haan“ auf, den die Stadtverwaltung jetzt gemeinsam mit dem Seniorenbeirat vorlegte. Zurzeit geht das 40 Seiten umfassende Papier durch die Ausschüsse des Rates und wird von den Gremien auf seinen Handlungsbedarf hin abgeklopft.

Defizite in den Lebenssituationen werden dargestellt

„Ein Seniorenbericht stellt die Defizite in den Lebenssituationen der Senioren eindeutig dar“, hatte Friedhelm Reisewitz, Vorsitzender des Seniorenbeirats, geschrieben, als er die Erstellung des Berichtes 2014 beantragte. Denn schon jetzt mache der Anteil der Senioren ein Drittel der Haaner Bevölkerung aus. Damit liegt Haan deutlich über dem Durchschnitt des Kreises Mettmann und von NRW.

Dabei gebe es zunehmend Probleme mit Vereinsamung, Altersarmut und einem erhöhten Pflege- und Betreuungsaufwand, prognostizierte Reisewitz. Der Seniorenbericht bestätigt diese Vermutung. Wobei der Beirat mit dem zugrunde gelegten Zahlenmaterial nicht zufrieden ist: „Es wurden alte Daten von 2011 herangezogen. Damals wurde für 2030 eine Zahl der über 75-Jährigen prognostiziert, die jetzt schon eingetroffen ist“, erläutert Karlo Sattler. Dennoch gibt der Bericht einen guten Überblick über Trends. Ihm zufolge ist über 15 Jahre die Gruppe der 80- bis 84-Jährigen mit einer Rate von 113 Prozent am stärksten gewachsen. Ihre Zahl wird aktuell auf rund 2020 geschätzt. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung ist von 3,6 Prozent auf 6,5 Prozent geklettert.

„Bei dieser Gruppe ist davon auszugehen, dass ein erheblicher Betreuungsaufwand entstehen kann, auch in finanzieller Hinsicht“, heißt es in dem Bericht. Die Zahl der an Demenz erkrankten Menschen beläuft sich aktuell auf rund 500. „Folgt man den Schätzungen in den Nachbargemeinden, ist von einer Verdoppelung bis 2025 auszugehen“, schreiben die Autoren. Auch die Gruppe derjenigen Senioren, die Grundsicherung im Alter – also Sozialhilfe – erhalten, steigt: Sie ist von 2010 mit 166 Personen auf 239 Personen im vergangenen Jahr gestiegen. Das weist auf eine zu erwartende jährliche Steigerungsrate in Höhe von 8,8 Prozent hin. Zeitgleich wächst die Zahl der Pflegegeldempfänger. Zahlen zur Altersarmut gebe es zwar nicht, doch es sei anzunehmen, dass auch sie aufgrund problematischer Erwerbsbiografien beispielsweise alleinerziehender Mütter steigen wird. „Das ist ein großes Problem, was da auf uns zurollt“, sagte Karlo Sattler und regte an, die Datenlage Haans zum Thema Senioren weiter zu schärfen, indem die Verwaltung wie Hilden auch in der Gartenstadt eine Seniorenumfrage durchführt.

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