Jugendliche aus Eu lernen in Haan zwar auch Deutsch, aber im Vordergrund steht das gegenseitige Kennenlernen.

Austauschprogramm
Bürgermeister Knut vom Bovert begrüßte die Gäste mit ihren Austauschpartnern im Rathaus.

Bürgermeister Knut vom Bovert begrüßte die Gäste mit ihren Austauschpartnern im Rathaus.

Stefan Fries

Bürgermeister Knut vom Bovert begrüßte die Gäste mit ihren Austauschpartnern im Rathaus.

Haan. Von der anfänglichen Aufgeregtheit ist nichts geblieben. Berührungsängste? Fehlanzeige. Nach knapp zwei Wochen voller gemeinsamer Aktivitäten amüsieren sich die deutschen und französischen Jugendlichen ungezwungen beim gemeinsamen Karaoke-Singen im städtischen Jugendhaus. Nachdem die Haaner in den letzten Sommerferien in Frankreich waren, sind derzeit Jugendliche aus Eu zu Besuch in der Gartenstadt.

In diesem Jahr haben die Haaner Unterstützung aus Wülfrath

Bei der Organisation haben die Haaner in diesem Jahr Unterstützung in Wülfrath gefunden: Jessica Kohlmetz und ihr Bruder Nicklas haben die Betreuung der 14- bis 16-Jährigen übernommen. Ein umfangreiches Programm haben die Jugendlichen bereits hinter sich. „Ich war sehr froh, die beiden gefunden zu haben“, sagt Dieter Köhler. Seit Jahren organisiert er als Jugendreferent den Jugendaustausch zwischen den beiden Partnerstädten.

Angefangen vom Empfang im Rathaus bis zum Besuch des Design Museums „Red Dot“ in Essen hat alles wieder gut funktioniert. Wichtigste Voraussetzung bei dem Ganzen: die Unterkunft der Jugendlichen in den Gastfamilien. Die 15-jährige Franziska Schleck kümmert sich in diesem Jahr um die 16-jährige Valentine Defrance. „Wir haben uns direkt gut verstanden“, sagt Franziska. Und auch in der Familie hat es gleich geklappt. „Valentine kann ziemlich gut Englisch, deshalb haben sich auch meine Eltern mit ihr unterhalten können“, erklärt sie. Auch ihre frühere Gastgeberin Linore Merault ist in ihrer Familie zu Besuch. Allerdings bei Franziskas jüngerer Schwester, weil die beiden vom Alter besser zueinanderpassen.

Bei dem städtischen Austausch geht es nicht allein ums Sprachen lernen. „Der eigentliche Zweck ist einfach gegenseitiges Kennenlernen“, sagt Köhler. Die Jugendlichen sollen vor allem Grenzen überschreiten. So lässt sich jeder ein Stück weit auf ein Abenteuer ein. „Aus diesem Grund haben wir auch die Erlebnispädagogik gemacht“, erklärt Betreuerin Jessica. Zwei Tage war die Gruppe in einem Kletterpark in der Eifel. Das hat die Jugendlichen gleich zu Anfang zusammengeschweißt.

Familie Meraud ist bereits in dritter Generation am Austausch beteiligt

Der 15-jährige Jules Meraud ist bereits zum zweiten Mal in Deutschland und spricht schon sehr gut Deutsch. „Vor zwei Jahren war ich noch zu jung. Da war auch mein Deutsch noch schlecht und ich hatte ein bisschen Angst“, gesteht er. Mit Jules ist die Familie Meraud bereits in dritter Generation an dem Austausch beteiligt. Mittlerweile spricht er so fließend, dass ihm die Reise in das Nachbarland keine Überwindung mehr kostet. Diesmal wohnt er bei Patrick Remy, der im vergangenen Jahr bei ihm zu Gast war.

Das alte Marktstädtchen Eu in der Normandie mit seinen 8000 Einwohnern ist seit 1967 Haans französische Partnerstadt. Im Mittelpunkt der Freundschaft steht der nach wie vor funktionierende Jugendaustausch.

Der Jugendaustausch mit Eu findet jedes Jahr zwei Wochen in den Sommerferien statt. Haan und Eu wechseln sich mit der Rolle des Gastgebers ab. Besonderer Wert wird darauf gelegt, dass die 14- bis 16-Jährigen privat in Gastfamilien untergebracht sind.

Nach der Ankunft am Samstag, 7. Juli, wurden die französischen Gäste in den Gastfamilien willkommen geheißen. Neben einer Zwei-Tages-Tour in einem Klettergarten in Hellenthal (Eifel) stand auch ein Besuch im Phantasialand in Brühl auf dem Programm.

Insgesamt neun Jungs und zehn Mädchen waren diesmal in Haan zu Gast. Begleitet wurden die französischen Jugendlichen von ihrem Gruppenleiter Evrard-Florentin Ndiki-Mayi.

Nach der großen Abschiedsparty heißt es am Samstag wieder „au revoir“. Die französischen Jugendlichen nehmen auch diesmal wieder gute Erinnerungen aus Haan mit nach Frankreich. „Die Leute, die ich getroffen habe, waren sehr nett und sympathisch. Ich bin sehr froh, in Deutschland gewesen zu sein“, sagt Jules.

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