Auf der Reptilienausstellung im Bürgerhaus an der Düsseltaler Straße konnten die Besucher exotische Tiere hautnah erleben. Davon machten auch viele Gebrauch.

Kuscheln der besonderen Art: Python Heino mit Niklas (10) und Pfleger Heino Weber.
Kuscheln der besonderen Art: Python Heino mit Niklas (10) und Pfleger Heino Weber.

Kuscheln der besonderen Art: Python Heino mit Niklas (10) und Pfleger Heino Weber.

Stefan Fries

Kuscheln der besonderen Art: Python Heino mit Niklas (10) und Pfleger Heino Weber.

Haan. Dschungelatmosphäre im Bürgerhaus – das geht ganz einfach. Ein paar Topfpflanzen, schummriges Licht, Vogelstimmen von CD. Schlicht aber wirkungsvoll: Eidechsen, Schlangen und Schildkröten der Reptilienausstellung machten am Wochenende im Saal an der Düsseltaler Straße eine exotische Figur.

„Guck mal Mama, hier!“, ruft ein Mädchen quer durch den Saal. Zwischen den warm ausgeleuchteten Terrarien aus Spanplatten ist ein Tierpfleger der vielseitige Präsentator. Fragen zur Lebensweise eines grünen Leguans beantwortet der Mann im orangefarbenen Hemd dem Publikum, zwischendurch fotografiert er Besucher mit dem tierischen Personal und wechselt Geldscheine für den Verkauf von Erinnerungsbildern. Seinen Vornamen hat Heino Weber (29) mit dem 2,5 Meter langen Albino-Python um seinem Hals gemeinsam.

Anfassen ist erlaubt. Heino der Python lässt sich geduldig den Bauch drücken, wickelt sich um das Handgelenk seines Pflegers. Besucher Jürgen Schneider (44) aus Düsseldorf-Wersten streichelt einer Echse über den Rücken: „Das ist ja gar nicht stachelig“, sagt er, es klingt erstaunt. Sein Sohn Niklas (10) erklärt, er wolle gleich mal fragen, ob er eine Spinne anfassen kann.

Keine Spur von Glitsch: Schlangen haben eine trockene Haut

Nicht so eine „Tante Erna“ mit dünnen Beinen aus der Zimmerecke – zur Show gehören handtellergroße Vogelspinnen. „Die Ausstellung ist schön gemacht, man sieht die Tiere gut“, kommentiert Schneider. So eine Präsentation sei ideal, um Kinder für Natur- und Umweltschutz zu interessieren.

Ein Tokeh, ein nachtaktiver Gecko mit grüngrauer Haut und braunen Tupfen, hängt an der Wand seines Terrariums, eine Echse folgt den Bewegungen vor ihrem Sitzzweig unabhängig mit jedem Auge. Heuschrecken und Käfer laufen über die Bodenstreu: sechsbeiniges Futter.

Die vor sechs Jahren von André Hein in der Nähe von Schwerin gegründete Reptilienschau tourt mit einem speziell ausgebauten Anhänger von 15 Metern Länge durch Deutschland.

Rund 100 Arten mit insgesamt 200 Exemplaren sind in der Schau von André Hein zu sehen – die meisten der ausgestellten Tiere sind Exoten. Zwölf Pfleger und Helfer betreuen die Tiere.

„Wir wollen über die Tiere informieren“, erläutert Weber. Viele würden denken, ein Python sei glitschig: „Dabei haben Schlangen eine trockne Haut“.

Die meisten Arten in den Terrarien sind Exoten. „Wir haben aber auch Gottesanbeterinnen, die gibt es in Deutschland“, sagt Weber. Die Ausstellung zeige asiatische Gottesanbeterinnen – die deutschen Arten seien streng geschützt, man dürfe sie weder fangen noch halten. Die tischgroßen Holzkästen seien so bemessen, dass die Tiere auf Dauer darin leben könnten.

Lilly (7) aus Wuppertal ist ein bisschen enttäuscht: „Ich hätte gern ein Krokodil gesehen.“ Ihr Bruder Frederick (9) stimmt ihr zu: „Aber die Riesenschildkröten und die Schlangen sind gut.“

Die Ausstellung zeigt die Terrarien mit Abständen und Dekoration, eine Filmecke mit Lehrvideos gehört dazu. „Wir brauchen etwa 400 Quadratmeter“, sagt Heino Weber.

Wohin die Show ausweichen kann, wenn das für die Stadt zu teuer gewordene Bürgerhaus nicht mehr zur Verfügung stehen wird, sei noch nicht klar. „Wir kommen etwa alle zwei Jahre in die gleiche Stadt. Dann schauen wir mal“, sagt Weber.

Anzeige

 

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer