Das Thema Straßentausch sorgt weiter für Ärger.

Haan. Auch wenn er noch an Krücken gehen muss: Hans-Jürgen Wolff, Anwohner der Martin-Luther-Straße und sachkundiger Bürger der WLH im Verkehrsausschuss, wird die Sitzung des Hauptausschusses heute Abend ganz gewiss besuchen. Denn heute Abend berät die Politik, wie es weitergehen wird mit dem Lkw-Verkehrskonzept in Haan.

Soll der Durchgangsverkehr künftig, wie von der Bezirksregierung Düsseldorf gefordert, über die Turn- und die Martin-Luther-Straße fließen, die jeweils zu gegenläufigen Einbahnstraßen umgewandelt werden? Soll die Turnstraße Kreisstraße bleiben und dafür ausgebaut werden? Oder – daher der Name „Straßentausch“ – soll die Turn- zur Gemeindestraße und die Martin-Luther- zur Kreisstraße werden?

Hans-Jürgen Wolff, der sich nicht als Stimme der WLH, sondern ausschließlich als Privatmann und Anwohner verstanden wissen will, hält nichts von alledem. Aufmerksam hat sich Wolff das Gutachten durchgelesen, das die Politik zurzeit als Grundlage für ihre Diskussionen nutzt. Und er will Fehler darin ausgemacht haben. „Ausschüssen, Rat und Bezirksregierung werden Unterlagen zur Verfügung gestellt, die gar nicht stimmen. Es muss also zu einer Fehlentscheidung kommen“, befürchtet er.

Gemeinsam mit Nachbarn hat Wolff die Straßen- und Gehwegsbreiten ausgemessen. Sein Ergebnis: „Im Gutachten ist die Rede davon, dass die Bürgersteige der Martin-Luther-Straße zwei Meter breit seien. Doch das stimmt nicht. An Engstellen weisen sie gerade mal 1,10 Meter auf“, sagt Wolff und zeigt eine Mappe mit Fotos. Darauf ist eine Frau mit Kinderwagen zu sehen, die große Mühe hat, den engen Bürgersteig zu passieren. „Gucken sie mal hier, da kommt kein Kinderwagen durch“, sagt Wolff. Und an manchen Stellen sei auch die Fahrbahn der Martin-Luther-Straße so eng, dass „Lkw hier nicht vernünftig aneinander vorbei kommen“.

Anwohner schlagen Strecken vor, die um die Stadt herumführen

Ein Straßentausch also kommt für ihn nicht in Frage, und auch alle anderen Lösungen lehnt der Anwohner ab. „Alles so lassen wie es ist, aber den Schwerlastverkehr rausholen aus Haan“ – das würden er und viele andere Anwohner viel eher bevorzugen. Dazu gebe es gleich mehrere Wegstrecken, die in Frage kommen, „und die dazu führen, dass der Lkw-Fahrer gerade mal fünf bis sieben Minuten länger unterwegs ist.“

So wie er wollen viele weitere Bürger die Sitzung des Hauptausschusses besuchen. Auch Landrat Thomas Hendele und die zuständige Baudezernentin Ulrike Haase haben ihre Teilnahme angekündigt. „Sie wollen dem Ausschuss Rede und Antwort stehen“, sagt Henkel. Denn neben der Bezirksregierung drängt mittlerweile auch die Kreisverwaltung Mettmann auf eine Lösung für das Problem. arue

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