Auf dem Abenteuerspielplatz sind drei Räume und die Toiletten gesperrt.

Detlef Bering mag nicht mal die morschen Balken berühren, da noch alles voller Eier ist.
Detlef Bering mag nicht mal die morschen Balken berühren, da noch alles voller Eier ist.

Detlef Bering mag nicht mal die morschen Balken berühren, da noch alles voller Eier ist.

Olaf Staschik

Detlef Bering mag nicht mal die morschen Balken berühren, da noch alles voller Eier ist.

Ralf Scheib ist seit zwölf Jahren Gebäudemanager der Stadt Hilden. Mit Ameisen hat er noch nie Probleme gehabt. Jetzt hat er sie – und gleich einen Riesenschaden vor der Brust. Betroffen ist das Spielhaus auf dem Abenteuerspielplatz an der Richard-Wagner-Straße 1. „Zunächst sah alles nach einem Wasserschaden aus“, berichtet Scheib: „Dann erkannten wir, dass wir ein Ameisenproblem haben.“ Das ganze Ausmaß des Schadens wird noch ermittelt. Scheib hofft, in der kommenden Woche Klarheit zu haben. Für die Beseitigung der Schäden hat er 100 000 Euro zusätzlich beantragt – und auch von der Politik bekommen.

Ob das reicht, steht noch nicht fest. Ende 2014 stellten die Mitarbeiter des Abenteuerspielplatzes Feuchtigkeitsschäden im Bereich einer Terrasse im ersten Stock fest. Als Fachleute genauer hinschauten, entdeckten sie eine böse Überraschung. Dicke Balken waren durchlöchert wie ein Schweizer Käse. Dadurch war das Wasser eingedrungen. Ursache: Ross-Ameisen. Sie gehören zur größten einheimischen Ameisenart. Die Arbeiterinnen werden über einen Zentimeter groß.

Anders als Termiten fressen Ross-Ameisen kein Holz, aber sie höhlen es aus als Aufenthaltsraum und für ihre Brut. Den Schädlingen beizukommen ist gar nicht so einfach. Ross-Ameisen haben mehrere Königinnen und bilden große Kolonien. Nur wenn die Königinnen beseitigt werden, stirbt das Ameisen-Volk aus. Deshalb sind die Königinnen am besten geschützt und halten sich in den unzugänglichsten Teilen des weit verzweigten Nestes auf. Das 13 Jahre alte Gebäude hat ein Holzständerwerk. Wie viele Balken von dem Ameisenfraß betroffen sind und welche ausgetauscht werden müssen, erfährt der Gebäudemanager vermutlich erst in der kommenden Woche. Für die Reparaturarbeiten sind sechs Wochen angesetzt.

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