Der Turm des alten Gotteshauses ist feucht und soll im Sommer saniert werden.

renovierung
Norbert Julius vom Förderverein zeigt die feuchten Stellen an den Wänden im Turm.

Norbert Julius vom Förderverein zeigt die feuchten Stellen an den Wänden im Turm.

Der Kirchturm ist das älteste Bauwerk in Gruiten.

Stefan Fries, Bild 1 von 2

Norbert Julius vom Förderverein zeigt die feuchten Stellen an den Wänden im Turm.

Gruiten. Der Kirchturm St. Nikolaus, das älteste noch bestehende Bauwerk in Gruiten, soll noch in diesem Sommer saniert werden. „Als wir kurz vor Weihnachten erfuhren, dass der Landschaftsverband Rheinland dafür einen Zuschuss von 15 000 Euro bewilligt, da war das für uns das schönste Weihnachtsgeschenk“, sagt Norbert Julius, der stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins St. Nikolaus Gruiten.

„Das war das schönste Weihnachtsgeschenk.“

Norbert Julius, Vorsitzender des Fördervereins, über den Zuschuss

Den aus dem 11. Jahrhundert stammenden Kirchturm der alten St. Nikolaus Kirche auf dem katholischen Friedhof hatte man stehen gelassen, als das Kirchenschiff im Jahre 1894 abgerissen und die neue katholische Kirche nicht weit davon entfernt eingeweiht wurde. Noch heute werden in der kleinen Kapelle, die auch einige religiöse Erinnerungsstücke aus der Gemeinde beherbergt, kleine Gottesdienste gefeiert. „Pfingsten wird hier gepredigt, die Besucher stehen dann draußen, vor dem Kirchturm“, nennt Norbert Julius ein Beispiel.

Saniert werden muss der Kirchturm, weil er von innen und außen feucht geworden ist. Draußen platzt an vielen Stellen der Putz ab, und auf einer Seite, dort, wo ein Erdwall angeschüttet wurde, muss der Sockel komplett freigelegt werden, um die Feuchtigkeit zu beseitigen. Vor einigen Jahren haben Mitglieder des Fördervereins die Innenwand gestrichen. Jetzt zeigt ein großer Fleck, dass es auch dort inzwischen feucht geworden ist.

Der Nabu will im Turm eine Nistvorrichtung installieren

„Anfang diesen Monats war Barbara Schock-Werner vom Vorstand der NRW-Stiftung hier vor Ort. Sie war beeindruckt von der exponierten Lage des in den Friedhof eingebetteten Kirchturms oberhalb der Welschenmauer, hat aber auf den ersten Blick gesehen, dass auch die alte Sakramentsgrotte in der Kapelle restauriert werden muss. Und zwar professionell“, sagt Julius. Das Geld dafür ist in den im Moment veranschlagten Sanierungskosten von rund 90 000 Euro aber noch nicht berücksichtigt.

Die etwa 50 Mitglieder des Fördervereins St. Nikolaus Gruiten können das jetzt noch fehlende Geld nicht allein aufbringen. Man stünde aber mit anderen Vereinen wie beispielsweise dem Bergischen Geschichtsverein, dem Bürger- und Verkehrsverein Gruiten und dem des Hauses am Quall im engen Schulterschluss und könne das Sanierungsprojekt so auf eine breite Basis stellen. Auch der Nabu soll mit ins Boot geholt werden, denn er will im alten Turm eine Nistvorrichtung für Falken und Eulen installieren.

Die Initiatoren warten nun gespannt auf den Bescheid der NRW-Stiftung. Diese wurde 1986 von der Landesregierung zum 40. Geburtstag des Landes gegründet und unterstützt seitdem gemeinnützige Vereine und ehrenamtlich arbeitende Gruppen, die sich in NRW für den Naturschutz sowie die Heimat- und Naturpflege einsetzen.

„Bis jetzt haben wir 15 000 Euro reingeholt, in der selben Höhe haben wir Mittel aus unseren eigenen Reihen zur Verfügung“, sagt Norbert Julius und macht deutlich, dass auch vom Erzbistum Köln noch Geld zu erwarten sei. Denn schließlich würde ihm ja auch der Kirchturm gehören.

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