SPD-Bürgermeisterkandidatin Ursula Schlößer will einen neuen Politikstil verwirklichen und kritisiert den Amtsinhaber. Sie strebt mindestens 30 Prozent an und will die Genossen zur stärksten Fraktion machen.

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Die Bürgermeisterkandidatin der SPD für Monheim: Ursula Schlößer.

Die Bürgermeisterkandidatin der SPD für Monheim: Ursula Schlößer.

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Die Bürgermeisterkandidatin der SPD für Monheim: Ursula Schlößer.

Monheim. In vier Wochen ist die Kommunalwahl. Monheim hält im Kreis Mettmann den Rekord mit sieben Bürgermeisterkandidaten. Die WZ fühlt jedem von ihnen im Interview auf den Zahn. Heute steht SPD-Frontfrau Ursula Schlößer Rede und Antwort.

Es ist Ihr zweiter Anlauf als Bürgermeisterkandidatin. Wenn es nicht klappt: Werden Sie dann trotzdem in den Rat einziehen?

Ursula Schlößer: Auf jeden Fall. Ich kandidiere ja in einem Stimmbezirk. Es ist Monheim Mitte, die 6110. Dort wohne ich schließlich auch.

Wissen Sie, wer dort ihr CDU-Gegenkandidat ist?

Schlößer: Aber selbstverständlich. Das ist Günter Bosbach.

Das Duell Fraktionschef gegen Fraktionschef.

Schlößer: Allerdings. Das wird eine spannende Sache.

Der Bundestrend der SPD mit etwa 24 Prozent ist nicht gerade rosig. Glauben Sie an mehr in Monheim?

Schlößer: Auf jeden Fall. Und von Trends will ich mich ohnehin nicht beeinflussen lassen. Das wird sich für die SPD sowohl auf Bundesebene als auch in Monheim noch verbessern.

Wie viel Prozent peilen Sie an?

Alter: 59 Jahre

Familienstand: Geschieden und ein Sohn

Beruf: Diplom-Verwaltungswirtin

Schönster Platz in Monheim: Eine der beiden Bänke am Rhein zwischen Monheim und Baumberg

Lieblingsmusik: Je nach Stimmung von Karnevalsliedern und Jazz über Reggae bis Klassik

Hobbies: Reisen, Tennis, Lesen

Sympathischster Mitkandidat: Andrea Stamm (Grüne)

Schlößer: Ich will mich da nicht festlegen. Aber ich hoffe auf ein Ergebnis, das das Bürgermeisteramt auch wirklich legitimiert. Bei den vielen Kandidaten ist das gar nicht so einfach.

Nicht festlegen? Aber Sie gehen doch von mehr als 24 Prozent aus.

Schlößer: Ja, das stimmt. Nun gut: Mindestens 30 Prozent sind schon das Ziel für mich. Und die SPD soll endlich wieder stärkste Fraktion werden.

Kommunalwahl: die Kandidaten

Glauben Sie, dass Lilo Friedrich vor allem Ihnen Stimmen nimmt?

Schlößer: Erst einmal glaube ich, dass Lilo Friedrich nicht viele Stimmen bekommt. Außerdem verteilt sich das. Wenn man sich ihre Mannschaft anschaut, dann ist das bunt verteilt. Da wird überall gefischt.

Grünen-Kandidatin Andrea Stamm favorisiert bereits eine Koalition mit SPD und Peto. Und Sie?

Schlößer: Das ist eine Möglichkeit. Aber ich will mich da nicht festlegen. Im Rat haben wir jetzt wiederholt mit verschiedenen Parteien zusammengearbeitet. Aber es stimmt schon, dass wir oft mit den Grünen Übereinstimmungen haben.

Sagen Sie in zwei Sätzen, was Ihre wichtigsten politischen Ziele sind.

Schlößer: Mein wichtigstes Ziel ist es, in Monheim einen neuen Politikstil zu verwirklichen - weg vom Ich- hin zum Wir-Gefühl. Und ich möchte die Verwaltung zu einer Dienstleistungsbehörde weiterentwickeln, in der sich die Menschen mit ihren Sorgen und Problemen aufgehoben fühlen.

Weg vom Ich-Gefühl? Meinen Sie damit Amtsinhaber Thomas Dünchheim?

Schlößer: Natürlich. Es ist ja wohl nicht unbekannt, dass er seine Amtszeit mehr als große Fotoschau betrieben hat. Schlagzeilen sind ihm wichtiger, als Arbeit, die geleistet wird.

Würden Sie die städtische Wirtschaftsförderung umkrempeln?

Schlößer: Ich würde das nur bedingt zur Chefsache machen und mehr Kompetenz der Mitarbeiter einfließen lassen. Natürlich müsste ich immer auf dem aktuellen Stand sein.

Also keine Brechstange?

Schlößer: Ich weiß doch noch gar nicht, ob mein Eindruck von außen richtig ist. Also schaue ich mir erst die Praxis an und beobachte.

Klingt nach der Ruhe des Alters. Sie sind ja auch 59 Jahre.

Schlößer: Und will trotzdem unbedingt einen Neuanfang - aber nicht unüberlegt. Und wie gesagt: Das fängt mit dem Führungsstil an. Übrigens: In sechs Jahren kann ich wieder kandidieren. Es gibt nach oben keine Altersbeschränkung für das Bürgermeisteramt.

Was machen Sie am Wahlabend?

Schlößer: Wir treffen uns erst um 18 Uhr in der Gaststätte "Zum Schwan" auf ein kühles Bier. Dann geht es in den Ratssaal, um die Ergebnisse zu verfolgen. Das wird richtig spannend.

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