Der parteilose Bürgermeisterkandidat Thomas Kuhl stellt die Haushaltssanierung in den Mittelpunkt seines Programms. Die Einkaufsstadt Monheim mit dem Center III ist für ihn Wolkenkuckucksheim.

wza_266x400_539814.jpg
Thomas Kuhl setzt auf seine Unabhängigkeit.

Thomas Kuhl setzt auf seine Unabhängigkeit.

Archiv

Thomas Kuhl setzt auf seine Unabhängigkeit.

Monheim. Noch zweieinhalb Wochen bis zur Kommunalwahl. Sieben Bürgermeisterkandidaten sind im Rennen. Die WZ fühlt jedem von ihnen auf den Zahn. Diesmal steht der parteilose Thomas Kuhl Rede und Antwort.

WZ: Man hat das Gefühl, dass Sie in erster Linie einmal gegen Dinge sind - beispielsweise Rathaus-Center III, Rheinanleger und Fachhochschule.

Thomas Kuhl: Nein. Aber ich bin gegen unrealistische Großprojekte. Diese Visionen aus Wolkenkuckucksheim kann ich nicht mehr hören. Wir müssen uns an unseren finanziellen Möglichkeiten orientiert weiterentwickeln.

Aber was haben Sie gegen die Fachhochschule?

Kuhl: Nichts. aber sie ist am falschen Platz geplant. Rund um dem Monberg handelt es sich um hochwertiges Gewerbegebiet. Da müssen Unternehmen hin. Eine FH zahlt nun einmal keine Gewerbesteuer. Die Fachhochschule gehört außerdem in den Ortskern. Da wo dieses unsinnige CenterIII gebaut werden soll, da wäre ein guter Platz für die Uni. Oder im alten Schwarz-Pharma-Gebäude in der Mittelstraße.

Wieso sind Sie so vehement gegen das Rathaus-Center III?

Kuhl: Monheim ist nun mal keine Einkaufsstadt. Wir müssen endlich weg von dem Gedanken. Außerdem müssen erst einmal Leerstände beseitigt werden. Unsere Stadt hat ganz andere Stärken, die angegangen werden müssen.

Und welche Stärken sind das?

45 Jahre

verheiratet, zwei Kinder

Bankkaufmann, Diplom-Verwaltungswirt

Rockbands der 60er und 70er-Jahre

Bergsteigen

Kuhl: Unsere Landschaft. Die Naherholung muss ausgebaut werden. Das Deichvorland zum Beispiel bietet da riesige Möglichkeiten. Aber es darf nicht diese groß angelegte Bade-Idee der CDU sein. Und eine Indoor-Halle sehe ich im Rheinbogen auch noch nicht. Da müssen kleine, aber effektive Schritte her.

Nennen Sie Beispiele.

Kuhl: In der Nähe des Reitstalls in der Verlängerung der Altstadt sollten mehr Spielmöglichkeiten und ein Café her. Die Natur selbst sollte man nicht antasten. Das ist doch gerade das Attraktive. Und warum nicht am Aalschokker gegenüber dem Deusser-Haus einen Sandstrand anschütten? Da können sich die Menschen doch dann gemütlich hinsetzen.

Welcher Partei fühlen Sie sich noch am ehesten verbunden?

Kuhl: Die Parteien sind derzeit nicht in der Lage, dem Bürgerwillen in seiner Mehrheit zu entsprechen, deswegen auch mein Antritt als überparteilicher und neutraler Bürgermeister.

Nennen Sie in zwei Sätzen Ihre wichtigsten politischen Ziele.

Kuhl: Haushaltssanierung. Haushaltssanierung.

Und der Weg dahin?

Kuhl: Der wird hart und steinig. Alle Haushaltspositionen müssen auf den Prüfstand. Das gilt natürlich auch für die verwaltungsinternen Strukturen.

Und die städtische Wirtschaftsförderung?

Kuhl: Die muss komplett umgebaut werden. Da muss der Bürgermeister nach vorne.

Aber Dünchheim hat das doch zur Chefsache gemacht.

Kuhl: Er geht aber nicht von Tür zu Tür. Und er setzt nicht auf die kleinen Firmen. Aber auf die kommt es an. Konzerne sind doch emotional gar nicht an einen Ort gebunden. Und oft zahlen sie keine Gewerbesteuer.

Was machen Sie am Wahlabend?

Kuhl: Mit meinem Kompetenzteam locker auf meiner Terrasse sitzen. Ich kann ja nur gewinnen.

Wie meinen Sie das?

Kuhl: Entweder siege ich tatsächlich. Oder ich gewinne an Erfahrung.

Heißt das, Sie wollen dann nach sechs Jahren wieder kandidieren?

Kuhl: Das kann ich noch nicht sagen. Da bleibt erst einmal die Wahl abzuwarten.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer