Das Kom(m)ödchen begeisterte auch viele Besucher von auswärts. „Viva Voce“ bot A-capella-Spaß. Das Festival soll auch 2010 stattfinden.

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Die A-capella-Boyband „Viva voce“ war mit Spaß bei der Sache. Die gute Stimmung schwappte über auf die Besucher.

Die A-capella-Boyband „Viva voce“ war mit Spaß bei der Sache. Die gute Stimmung schwappte über auf die Besucher.

Stefan Fries

Die A-capella-Boyband „Viva voce“ war mit Spaß bei der Sache. Die gute Stimmung schwappte über auf die Besucher.

Monheim. "Es macht einfach Spaß, in Monheim zu spielen und dabei auf eure schönen Frauen zu schielen" - bereits mit den ersten Tönen haben "Viva Voce" die Gäste im Spiegelzelt auf ihrer Seite. Die A-cappella-Gruppe begeistert die rund 130 Zuhörer am Mittwochabend mit professionellem Gesang, Witz und Charme. Birgit Lohmann (44), die wie die Band aus Franken stammt, ist begeistert: "Die Fünf sind lustig, spritzig und vor allem spontan."

Und Spontanität ist wirklich gefragt: Das schlechte Wetter sorgt für zwei Stromausfälle, sodass "Viva Voce" einfach ohne Mikrofon weitersingen. Heiko Benjes, Jörg Fischer, Bastian Hupfer, David Lugert und Mateusz Phouthavong meistern ihren Auftritt souverän.

Passend zum Wetter singen sie von nassen Küssen im Regen und müssen dabei selbst ein bisschen schmunzeln. "Viva Voce", die sich selbst gerne als A-cappella-Boyband bezeichnen, singen nicht nur selbst komponierte Stücke, sondern präsentieren auch bekannte Popsongs. "You’re my heart, you’re my soul" von Modern Talking singen sie auf Wunsch des Publikums als Oper-, Reggae-, Karneval-, Techno- und Punkversion. "Es war von vorne bis hinten schön. Da war einfach alles dabei: Was fürs Herz, was Tiefgreifendes - rundum gelungen!", freut sich Zuhörer Peter Lohmann (44) am Ende.

Gegenüber der WestLB ist ein übles Pflaster

Rundum gelungen - so lässt sich auch der Donnerstagabend zusammenfassen. Denn das Düsseldorfer Kom(m)ödchen-Ensemble mit Maike Kühl, Heiko Seidel und Christian Ehring präsentiert Kabarett der Extraklasse. "Sushi. Ein Requiem" heißt das Programm. Doch mit rohem Fisch hat es wenig zu tun. Es geht deftig zur Sache. Da ist der unterbeschäftigte Komiker Christian, der in der verruchtesten Ecke der Landeshauptstadt wohnt: gegenüber der WestLB. Und da sind die Risikoanalystin, ein Hausmann, zwei hochbegabte Kinder und die übermüdete Klinikärztin. Das Ensemble glänzt in verschiedensten Rollen. Auch das Ost-West-Szenario fehlt nicht. "Wir hatten 40 Jahre gar nichts. Dann kamt ihr und habt uns alles genommen", wird gesächselt. Auf die Frage "Wie heißt noch mal die kaputte Stadt im Osten?" beschert die Antwort "Duisburg" eine Lachsalve.

Der kleine Ali will im Kindergarten Playmobil-Figuren beschneiden

Temporeich ist das Programm. Und der Geist der Zeit - die Wirtschaftsmisere - wird erfasst. "Der Handwerker aus Opladen meldet auf dem Weg nach Düsseldorf in Langenfeld Insolvenz an." Und während der Zuschauer noch über die Banken-Häme lacht, wird vom kleinen Ali erzählt, der im Kindergarten Playmobil-Figuren beschneiden will. Herrlich respektlos gehen die Künstler an die Themen heran. Und das kommt an. Der lohn ist tosender Beifall im mit 220 Besuchern ausverkauften Spiegelzelt.

Für den Salsa-Abend mit "Sonoc de L as Tunas" aus Kuba gibt es noch Tickets (15 Euro) bei Marke Monheim an der Alten Schulstraße, Telefon 276444. Beginn ist um 20 Uhr. Der Monheimer Tanzlehrer Josef Hupperich zeigt einfache Salsa-Tanzschritte. Passend zum lateinamerikanischen Ambiente werden exotische Cocktails verkauft.

Das Spiegelzelt ist ein rund 100 Jahre altes prächtiges Tanzzelt, das von Marke Monheim gemietet wird.

"Wir sind sehr zufrieden. Die Leute nehmen das Spiegelzelt wirklich gut an", zieht Marke- Monheim-Geschäftsführer Sebastian Bünten eine erste Bilanz. Tatsächlich sind vier der zehn Veranstaltungen ausverkauft - neben dem Kom(m)mödchen noch Ulla Hahn und zwei Auftritte von "Heiß&Fettig". Doch auch die weniger prominenten Künstler wie Johannes Flöck locken noch mehr als 100 Besucher. Und die kommen nicht nur aus Monheim. Die Autokennzeichen verraten, dass das Spiegelzelt-Festival inzwischen in der ganzen Region wahrgenommen wird.

"Ich gehe davon aus, dass es auch im nächsten Jahr wieder diese Veranstaltung geben wird", sagt Bünten. Selbstverständlich ist das nicht. Denn ohne gut 40 000 Euro aus der Sparkassenstiftung wäre das nicht möglich.

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