Bei „Tischlein deck dich“ blickt man auf die ersten erfolgreichen fünf Jahre zurück. Auch SuppiMo ist nicht mehr wegzudenken.

Das Logo des Vereins, der bereits 81 Mitglieder hat. Repro: Archiv
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In der Kita Grunewaldstraße bekommen wochentags auch Kinder zwischen acht und 13 Jahren eine warme Mahlzeit. Archiv

NN, Bild 1 von 2

Das Logo des Vereins, der bereits 81 Mitglieder hat. Repro: Archiv

Monheim. Jedes Kind hat Anspruch auf ein warmes Mittagessen. Das finden zumindest die Mitglieder des Vereins „Tischlein deck dich“, der sich vor fünf Jahren gründete. Die Mitgliederzahl ist schnell von 22 auf mittlerweile 81 angestiegen.

24 Euro kostet die Mitgliedschaft im Jahr. „Wir wollten es extra so günstig machen“, sagt Roswitha Dammasch, Kassiererin des Vereins. „Aber viele spenden auch 24 Euro im Monat. Das ist natürlich toll.“ Denn Geld wird immer benötigt.

44 Euro kostet das Mittagessen monatlich im Offenen Ganztag

Im vergangenen Jahr überwies der Verein mehr als 20 500 Euro an die Stadt, die davon das Mittagessen für bedürftige Kinder im offenen Ganztag der Schulen oder den Kindergärten bezahlte.

„Das Geld geht nicht direkt an die Familien“, erläutert Dammasch. „Wir wollen einfach sichergehen, dass das Geld auch für ein warmes Mittagessen ausgegeben wird und nicht für etwas anderes.“

44 Euro kostet ein Mittagessen monatlich im Offenen Ganztag. „Für Familien, die Sozialhilfe bekommen und zwei oder drei Kinder haben, ist das oft nicht zu bezahlen“, sagt Dammasch.

Wer Interesse an „Tischlein deck dich“ hat, der kann sich Infos bei Vorsitzender Ursula Schlösser unter Telefon 02173/1013 543 holen. Spenden und neue Mitglieder sind jederzeit willkommen.

SuppiMo in der evangelischen Kindertagesstätte Grunewaldstraße wird nur durch Spenden finanziert. Auch dort sind jeder Euro und Ehremamtler jederzeit willkommen. Weitere Infos gibt es in der Kita unter Telefon 02173/275 7656.
 

Ein Beschluss der Stadt besage allerdings, dass Kinder nur am Offenen Ganztag teilnehmen können, wenn sie auch am Mittagessen teilnehmen. Für den Verein ist es positiv, dass es mittlerweile an fast allen Schulen das Offene Ganztagsangebot gibt. „So erreichen wir die Kinder wirklich“, sagt Dammasch.

Im vergangenen Jahr wurden 145 Kinder finanziell unterstützt

Der Verein steht in ständigem Kontakt zur Stadtverwaltung. „Wir können ja nicht in die Familien gehen und überprüfen, ob die Kinder Anspruch auf Unterstützung haben. Das machen die Sozialarbeiter“, so Dammasch.

Die Zahl der Kinder, die Unterstützung bekommen, ist stark gestiegen. Im ersten Jahr, 2007, betrug die aufgewendete Summe noch 7530 Euro. 2009 fast das Doppelte. Die 20 500 Euro aus dem vergangenen Jahr verteilten sich auf 145 Kinder an 16 Einrichtungen. An einer Schule hatten sogar 26 Kinder Anspruch auf Unterstützung.

Viele bekämen allerdings nicht die vollen 44 Euro, sondern nur einen Teil. Den Rest müssen dann die Eltern zahlen. Wichtig sei, dass die Kinder, die in der Schule am Mittagstisch sitzen, nicht wissen, wer jetzt für ihr Essen bezahlt. „Wir wollen ja keinen diskriminieren“, sagt die Kassiererin des Vereins.

Evangelische Kita Grunewaldstraße ebenfalls auf Spenden angewiesen

Das Fazit nach fünf Jahren Vereinsarbeit: „Wenn es so weitergeht mit Spenden und Mitgliedern, dann läuft es gut“, so Dammasch. Spender und neue Mitglieder seien natürlich trotzdem immer willkommen.

Auf Spenden angewiesen ist auch nach wie vor die integrative evangelische Kindertagesstätte an der Grunewaldstraße. Sie betreibt das Projekt SuppiMo (Suppe in Monheim).

Täglich kommen bis zu 25 Kinder zwischen acht und 13 Jahren mittags, um in der Einrichtung kostenlos eine warme Mahlzeit zu erhalten. Acht Ehrenamtler unterstützen das Kita-Personal. „Wer vorbeikommt, der erhält ein Essen. Wir führen keine Liste oder ähnliches“, sagt Bärbel Frischmuth, stellvertretende Leiterin der Tagesstätte.

Trotz des Namens gibt es für die Kinder keineswegs nur Suppen. „Wir machen auch Eintöpfe oder mal Hamburger“, so Frischmuth. Die Tafel des SKFM helfe öfter einmal mit Gemüse aus.

Oft sind es Kinder, die früher selbst die Kita besuchten. Warum sie nicht zu Hause oder im Ganztag in einer Schule ein Essen bekommen, ist unklar. „Wir fragen nicht. Die Kinder haben Hunger. Nur das zählt“, sagt die stellvertretende Leiterin.

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