Der Chef von Straßen NRW Mönchengladbach empfängt den Bürgermeister samt Delegation. Damit wird es zur Chefsache auf beiden Seiten.

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Vielen Anwohnern ein Dorn im Auge: Im Süden gilt auf der Bleer Straße immer noch Tempo 70.

Vielen Anwohnern ein Dorn im Auge: Im Süden gilt auf der Bleer Straße immer noch Tempo 70.

Anna Schwartz

Vielen Anwohnern ein Dorn im Auge: Im Süden gilt auf der Bleer Straße immer noch Tempo 70.

Monheim. Tempo 70 auf der Bleer Straße im Süden Monheims – das ist seit Jahren umstritten. Anwohner fordern eine Reduzierung. Das gilt vor allem für den Bereich Brückenschleeweg, wo auch noch ein Awo-Kindergarten liegt.

Vor Monaten hatte eine Initiative um die 500 Unterschriften gesammelt. Sie fordern dort auch eine Fußgängerampel. Irgendwie kamen Stadt und Land nie so richtig zueinander. Das könnte sich bald ändern.

„Es wird noch im Januar ein Treffen auf höchster Ebene geben“, sagt Christine Binz, Sprecherin von Straßen NRW – Standort Mönchengladbach. Und es sei nicht alltäglich, dass daran der dortige Niederlassungsleiter persönlich teilnehme.

Tatsächlich werden auch die Monheimer in vollem Ornat anreisen. Bürgermeister Daniel Zimmermann ist persönlich dabei. Außerdem gehören der Delegation Beigeordneter Roland Liebermann, Bereichsleiter Andreas Apsel und Helmut Heinig, im Rathaus federführend in Sachen Bleer Straße, an.

Land sieht Fußgängerampel als die beste Lösung

Die bisherigen Positionen sehen erst einmal wenig versöhnlich aus. Straßen NRW ist bereit, eine Fußgängerampel im Bereich Brückenschleeweg zu installieren. Auch die Kosten von etwa 45 000 Euro würde die Behörde übernehmen. Kurios: Beide Seiten hatten über Jahre einen alten Schriftverkehr vergessen, der bereits die Zusage für die Ampel beinhaltete.

Allerdings verfolgt die Stadt inzwischen eine andere Strategie. Sie will das Ortseingangsschild von der Hofstraße in Richtung Süden mindestens bis zum Brückenschleeweg versetzen. Dann wäre der ganze Bereich innerörtlich und damit ohnehin Tempo 50. Allerdings ist bekannt, dass Straßen NRW nur in Ausnahmefällen bereit ist, Strecken abzugeben. Entsprechend negativ war die Stellungnahme auch in diesem Fall.

Stadt verweist auf Urteil aus Niedersachsen

Das Rathaus verweist allerdings auf ein Urteil aus Niedersachsen. Dort hatte eine Stadt in einem ähnlichen Fall besagte Verschiebung des Ortseingangs gefordert – und vor Gericht gewonnen. Schlagendes Argument: Die umstrittene Trasse habe ohnehin innerörtlichen Charakter mit Wohnbebauung und einmündenden Straßen.

Genau diese Argumentation nutzt nun auch die Stadt Monheim. Und da ist es kein Wunder, dass auch der Beigeordnete mitfährt zum Gipfeltreffen. Roland Liebermann ist Jurist.

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