Der neue CDU-Chef Patrick Strösser will dem Stadtverband die verloren gegangene Kontur zurückgeben.

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Patrick Strösser, der neue Vorsitzende der CDU Hilden.

Patrick Strösser, der neue Vorsitzende der CDU Hilden.

Dirk Thome

Patrick Strösser, der neue Vorsitzende der CDU Hilden.

Hilden. Die Hildener CDU ist im Umbruch. Nach dem für sie katastrophalen Ausgang der Kommunalwahl wurden Konsequenzen gezogen - auch personell. Mit Peter Schnatenberg wurde ein neuer Fraktionsvorsitzender und mit Patrick Strösser ein neuer Vorsitzender des Stadtverbandes gewählt. Die WZ sprach mit dem neuen Partei-Chef über die Ziele der neuen CDU.

WZ: Herr Strösser, mit Ihnen und dem neuen Fraktionsvorsitzenden Peter Schnatenberg weht ein neuer, frischer Wind in der CDU - aber in welche Richtung weht er?

Patrick Strösser: Wir wollen eine eigene Linie fahren, eine komplett eigene Linie. Das gilt sowohl im Verhältnis zur SPD, als auch zu den anderen Parteien und zum Rathaus. Bisher wurde in der CDU viel Wert darauf gelegt, bei allen Entscheidungen mit dabei zu sein. Das hat zum Verlust einer eigenen Kontur geführt - und auch zum Vertrauensverlust beim Wähler.

WZ: Das heißt?

Strösser: Die Entscheidungen, die von uns angestoßen und mitgetragen wurden, sind letztendlich dem politischen Gegner gutgeschrieben worden.

WZ: Und wie wollen Sie das künftig ändern?

Strösser: Zunächst müssen wir uns selbst ins Bewusstsein rufen, dass wir nur 13 von 44 Sitzen im Stadtrat haben. Damit können wir nicht immer bei Mehrheitsentscheidungen dabei sein.

WZ: Das kann aber doch nicht das Ziel einer großen Volkspartei sein.

Strösser: Nein, aber wir dürfen keine Sorgen haben, uns für unsere Themen einzusetzen und gradlinig dafür zu kämpfen. Wenn wir das machen, finden wir auch Parteien für eine Mehrheit.

"Wir müssen auch über eine Erweiterung der Gewerbefläche in der Giesenheide nachdenken."

ist 36 Jahre alt, verheiratet und hat einen Sohn. Der gebürtige Wuppertaler ist Rechtsanwalt und ließ sich vor vier Jahren mit seiner Kanzlei in Hilden nieder. Ein Jahr später verlegte er seinen Wohnsitz nach Hilden und trat in die CDU ein. Am 23. November 2009 wählte ihn die Mitgliederversammlung zum neuen Vorsitzenden des Stadtverbandes.

WZ: Und wofür wollen Sie sich gradlinig einsetzen?

Strösser: Da sind zurzeit drei Themen im Gespräch: die anstehenden Bebauungen auf dem Gelände der ehemaligen Albert-Schweitzer-Schule, die Pläne des Bauvereins und das Bauvorhaben an der Ecke Eller-/Heerstraße. Alles ist keine Bebauung mit Augenmaß. Das zweite Thema ist die Wirtschaftsförderung, wo wir Akzente setzen möchten. Das Nutzungskonzept für die Giesenheide muss überprüft werden, um dort kurzfristig neue Unternehmen ansiedeln zu können. Dafür müssen wir auch über eine Erweiterung der Gewerbefläche dort nachdenken. Das dritte Thema ist der verstärkte Kampf gegen die CO-Pipeline.

WZ: Zum Thema Bebauungen haben Sie nach Ihrer Wahl zum Parteivorsitzenden auf der Mitgliederversammlung gesagt, dass es genug Sozialwohnungen in Hilden gibt. Wie erklären Sie das?

Strösser: Zurzeit ist nicht die Zeit des sozial geförderten Wohnungsbaus. Aus zwei Gründen: Die angespannte wirtschaftliche Situation gibt der öffentlichen Hand keinen Spielraum, den Wohnungsbau zu unterstützen. Der zweite Grund ist die starke Besiedlung der Stadt. Auf Freiflächen, die zurzeit besiedelt werden können, sehen wir einen größeren Bedarf für Einfamilienhäuser.

WZ: Andererseits sinkt die Zahl der öffentlich geförderten Wohnungen seit Jahren. Wie passt die Richtung da zum "C" im Parteinamen?

Strösser: Wir haben keinen Nachholbedarf beim aktuellen Bestand. Ich sehe in Hilden keinen Mangel an sozialem Wohnraum.

WZ: Da gibt es in der CDU aber auch andere Meinungen.

Strösser: In einer großen Partei gibt es natürlich immer andere Meinungen. Aber das ist letztendlich die Mehrheitsmeinung im Stadtverband.

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