2008 wurden 36 neu zugelassene Erdgasfahrzeuge gefördert. Weil Erdgas ab April deutlich billiger werden soll, wird das Fahren mit dem Brennstoff noch attraktiver.

wza_1500x776_432856.jpeg
Die Führungscrew der Stadtwerke Langenfeld, (v.l.) Rudolf Gärtner, Alain Defossé, Winfried Ruhnke, und Kersten Kerl, bilanzierte das Geschäftsjahr 2008. (Fotos (2): Archiv/StefanFries)

Die Führungscrew der Stadtwerke Langenfeld, (v.l.) Rudolf Gärtner, Alain Defossé, Winfried Ruhnke, und Kersten Kerl, bilanzierte das Geschäftsjahr 2008. (Fotos (2): Archiv/StefanFries)

Die Führungscrew der Stadtwerke Langenfeld, (v.l.) Rudolf Gärtner, Alain Defossé, Winfried Ruhnke, und Kersten Kerl, bilanzierte das Geschäftsjahr 2008. (Fotos (2): Archiv/StefanFries)

Langenfeld. Der Streit ums Erdgas zwischen Russland und der Ukraine dauert an, und Südosteuropa friert. "Hätten wir nicht die Ölpreisbindung, würde der Preis fürs Gas heute mindestens doppelt so hoch liegen", sagt Stadtwerke-Chef Kersten Kerl.

Doch weil für die vierteljährliche Preisbildung die Entwicklung der Kosten für leichtes Heizöl in den vergangenen sechs Monaten zugrunde gelegt werde, hinke der Erdgas- dem Ölpreis stets hinterher.

Mit der Konsequenz, dass die mehr als 11000 von den Stadtwerken versorgten Haushalte nach der Preissenkung um fünfProzent zum Jahreswechsel mit einem stärkeren Nachlass zum 1. April einstellen können.

Der Gaspreis soll ab April unter dem Niveau von Anfang 2008 liegen

"Wir werden dann wieder deutlich unter dem Niveau von Anfang 2008 liegen", prognostiziert Stadtwerke-Vertriebsleiter Winfried Ruhnke. Das bedeutet, dass der gerade für den Durchschnittskunden auf 6,74 Cent je Kilowattstunde verbilligte Arbeitspreis auf etwa 6 Cent fallen würde.

Auf die vor Weihnachten in Aussicht gestellte Preissenkung im zweistelligen Prozentbereich will sich Kersten Kerl nicht festlegen lassen: "Unsere Gaspreise werden sinken, um wie viel, lässt sich nicht genau sagen." Weil der überwiegende Teil des Brennstoffs für Langenfeld aus Norwegen und Holland stamme, Deutschland über große Reserven verfüge, und Russland seine langfristigen Lieferverträge noch immer erfüllt habe, ist für Kerl das "Gerede vom Versorgungsengpass Panikmache".

Aus ihrem mit 120 000 Euro dotierten Förderprogramm bezuschussen die Stadtwerke unter anderem neue und erstmalig umgerüstete Erdgas-Fahrzeuge. Dafür gibt es einmalig 900 Euro. Wer bereit ist, mit einem Werbeaufkleber zu fahren, erhält zusätzlich 600 Euro verteilt auf drei Jahre in Form einer Tankkarte.

Die Förderung von 36 Erdgas-Wagen im vergangenen Jahr ist ein Rekord (2007: 19 Autos; 2006: zehnAutos; 2005: 13Autos). Nur bei vier Wagen wurde eine Umrüstung bezuschusst. Meist gekauftes Fahrzeug war 2008 der Opel-Zafira (11), vor Opel-Combo und VW-Caddy (je sieben).

Den Vergleich mit der Konkurrenz scheuen die Stadtwerke nicht. "Im Wettbewerb mit anderen Anbietern gibt es keinen Grund mehr, zu einem anderen Anbieter zu wechseln", meint Winfried Ruhnke.

Wer bei einem Jahresverbrauch von 20 000 Kilowattstunden beispielsweise bei Verivox im Internet die Preise vergleiche, werde feststellen, dass der im November eingeführte "Online-Tarif" mit mindestens 15-monatiger Laufzeit für Langenfeld das günstigste Angebot darstelle.

Würden die Zinsen berücksichtigt, die einem Haushalt entgehen, weil ein Mitbewerber auf Vorkasse für seine zwölfmonatige Lieferung bestehe, dann gelte das auch für den "Sondertarif", der den Kunden ebenfalls länger an die Stadtwerke bindet. Ruhnke: "Die Ersparnis der Extra-Tarife gegenüber dem GrundpreistarifII beträgt rund 60beziehungsweise 48Euro."

Dass immer mehr mit Erdgas buchstäblich gut fahren, verdeutlicht der Blick auf den Absatz an der Tankstelle an der Hardt. Zischten dort 2007 Monat für Monat noch weniger als 15 000 Kilogramm Erdgas in Autotanks, so wurde in den letzten drei Monaten des vorigen Jahres jeweils die 20 000er-Marke übertroffen. "Der stetig steigende Absatz lässt hoffen, dass in diesem Jahr die 25 000 Kilogramm-Marke geknackt wird", sagt Ruhnke.

Die Eröffnung der zweiten Erdgas-Tankstelle verzögert sich

Die für August 2008 ins Auge gefasste Eröffnung der zweiten Erdgas-Tankstelle an der Ecke Düsseldorfer-/Hans-Böckler-Straße, in die rund 200 000 Euro investiert werden, steht noch aus. Jetzt soll der Frost letzte Arbeiten vor der Abnahme verhindert haben.

Dass Erdgas-Autos, die durch geringeren CO2-Ausstoß vergleichsweise klimaschonend fahren, immer gefragter werden, können die Stadtwerke an den von ihnen geförderten Neuzulassungen festmachen (s. Kasten).

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer