Wie es mit dem Krankenhaus weitergeht, bleibt offen. Ein Experte war am Freitag zu Gesprächen im Rathaus. Er soll bereits in zwei Wochen ein Gutachten vorlegen.

Die Zukunft des St. Josef Krankenhauses bleibt ungewiss.  Archiv
Die Zukunft des St. Josef Krankenhauses bleibt ungewiss. Archiv

Die Zukunft des St. Josef Krankenhauses bleibt ungewiss. Archiv

Dirk Thomé

Die Zukunft des St. Josef Krankenhauses bleibt ungewiss. Archiv

Monheim. Zuletzt stirbt die Hoffnung – heißt es. Mit Blick auf das Monheimer Krankenhaus ein doppeldeutiger Spruch. Tatsächlich schwebt der Patient in Lebensgefahr. Denn der Kplus-Verbund, zu dem das Hospital noch gehört, will zum 31. August bekanntlich den Betrieb einstellen. Die 127 Mitarbeiter erhalten Ende Juni die Kündigung. Doch Bürgermeister Daniel Zimmermann stellt einen Erhalt durch städtische Trägerschaft in den Raum, und hat zumindest vorläufig die Fraktionen hinter sich.

Nach einem Krisentreffen am Mittwochabend ist klar: Es soll eine Übernahme ausgelotet werden. Und das geht mit Tempo voran. Bereits am Freitag war ein Wirtschaftsprüfer zu entsprechenden Gesprächen im Rathaus. „Ein Experte in Sachen Krankenhäuser“, sagt Zimmermann. Der Kplus-Verbund habe auch zugesagt, die notwendigen Daten am Montag herauszugeben. „Dann geht es schnell. Der Wirtschaftsprüfer schätzt, dass er in zwei Wochen ein Ergebnis vorweisen kann“, so der Bürgermeister.

Und das werden alle Fraktionen mit Spannung erwarten. Denn auch, wenn es eine volle politische Rückendeckung für das Gutachten gibt, herrscht hinter den Kulissen doch Skepsis. Immerhin hat das Krankenhaus dem Kplus-Verbund in vier Jahren bis Ende 2012 acht Millionen Euro Verluste eingebracht – Tendenz steigend. Und das wird die Politik garantiert nicht mittragen.

Auch anderer Krankenhausträger könnte eine Lösung sein

Entsprechend soll der Wirtschaftsprüfer auch eine zukunftsfähige Strategie vorlegen. „Das kann ebenso gut die Übernahme durch einen anderen Krankenhausträger sein“, betont Zimmermann. Die Übernahme durch die Stadt sei nicht die einzige Option.

Die Übernahme durch einen anderen Krankenhausverbund hatte bereits Kplus favorisiert, aber nach eigenen Angaben niemanden gefunden. „Wir hatten zu 18 möglichen Interessenten Kontakt aufgenommen. Knapp ein Drittel beschäftigte sich ernsthaft mit dem Thema. Letztlich ist es nicht einmal zu intensiveren Gesprächen gekommen“, begründete Gregor Hellmons, Geschäftsführer des Kplus-Verbundes, die Schließung. Denn man schreibe in Monheim Monat für Monat sechsstellige Verluste.

Grundstein: Die Grundsteinlegung für das St. Josef Krankenhaus war 1903. Ein Jahr später ging es in Betrieb.

 

St. Marien: Das benachbarte Altenheim St. Marien hat mit der Schließung nichts zu tun. Es ist eine eigenständige Gesellschaft.

 

Träger: Das Krankenhaus ist seit 2000 in Kplus-Trägerschaft.

Für Hellmons ist vor allem die Lage der Stadt problematisch. „Das Einzugsgebiet ist durch den Rhein erheblich kleiner als in anderen Städten. Entsprechend geringer ist die Auslastung“, sagt er. Beispielsweise vergangenen Freitag waren gerade einmal 30 der 107 Betten belegt.

Katholische Gemeinde als Besitzerin spricht im Kirchenvorstand darüber

Krankenhaus und Grundstück an der Alten Schulstraße gehören der katholischen Gemeinde. „Es ist schade, wenn das Krankenhaus schließt. Aber einen Plan B haben wir noch nicht“, sagt Pfarrer Burkhardt Hoffmann. Denn in zentralster Lage wäre das Areal als Bauland ein Filetstück. In zwei Wochen soll die drohende Krankenhausschließung Thema im Kirchenvorstand sein.

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