Wegen der niedrigen Zinsen schrumpft die Auszahlung auf 380 000 Euro. Ob Monheim auf Dauer mit Düsseldorf kooperiert, ist noch völlig offen.

Monheim. Manch einer wird sich bestimmt noch an das Gezerre in Sachen Sparkassenfusion erinnern: Düsseldorf, Köln und die Kreissparkasse waren vor zehn Jahren im Bieterverfahren. Die Landeshauptstadt machte schließlich das Rennen. Es wurde eine Stiftung mit einem Kapital von neun Millionen Euro gebildet. Deren Zinsen bescheren eine jährliche Ausschüttung.

Waren es bisher 645 000 Euro, müssen die Monheimer die nächsten Jahre allerdings den Gürtel enger schnallen. Wegen der niedrigen Zinsen werden es nur noch 380 000 Euro sein.

Das Minus wird vor allem dadurch aufgefangen, dass die Bibliothek, die seit einiger Zeit eine gemeinnützige Gesellschaft ist, wieder aus Mitteln der Stadtkasse finanziert wird. 210 000 Euro fließen dafür in diesem Jahr. Ein weiterer dicker Batzen ist Marke Monheim mit 90 000 Euro aus dem Stadtsäckel. Geld aus der Stiftung gibt es ebenfalls.

„In 20 Jahren wird neu verhandelt. Das kann, muss aber nicht Düsseldorf sein.“

Daniel Zimmermann

Zwar ist Marke Monheim ein Verein, aber die Finanzierung durch die Stadt ist für Bürgermeister Daniel Zimmermann trotzdem kein Problem. „Marke Monheim hat schließlich auch Aufgaben übernommen, für die vorher das städtische Kulturbüro zuständig war“, sagt er. Und ein großer Vorteil als Verein ist es, dass Marke Monheim beispielsweise Spenden annehmen darf.

Die Zuschüsse der Stadt sind auch deshalb möglich, weil Monheim durch sprudelnde Gewerbesteuer von einer Nothaushaltsgemeinde zu einer Kommune mit Überschuss geworden ist. Die Gewerbesteuer wird 2012 laut Kämmerer Max Herrmann 85 Millionen Euro betragen. Der Überschuss liegt bei 20,1 Millionen Euro. Knapp vier Millionen Euro sollen für Grunderwerb investiert werden.

Da sind einmal Flächen im Rheinbogen, die noch der Firma Bayer gehören. Nach dem Kauf wird dort ein erweiterter Bereich für die Naherholung geschaffen. Allerdings ist sich die Politik derzeit nicht einig, wie genau das Gebiet überplant werden soll. SPD und Grüne wollen kaum Eingriffe. CDU und Peto sehr wohl.

Außerdem wird die Stadt Flächen in Baumberg-Ost kaufen, um dort einen neuen Sportplatz zu realisieren. „Das restliche Geld aus dem Überschuss fließt ausschließlich in den Schuldenabbau“, betont der Kämmerer. Derzeit liegt der Schuldenberg noch bei 93 Millionen Euro.

In Sachen Sparkassenstiftung weist der Bürgermeister darauf hin, dass der Fusionsvertrag in 20 Jahren neu verhandelt wird. Und da sieht Zimmermann viele Optionen. Zum Beispiel könnte Monheim sehr wohl entscheiden, wieder eine selbstständige Sparkasse zu betreiben. „Ich kann mir aber auch vorstellen, dass Düsseldorf das Stiftungskapital erhöht“, verweist er auf Entwertung durch Inflation.

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