Schülerin Laura Schlömer war nach dem Erdbeben in Neuseeland – und lernte das Land lieben.

Ausland
Laura Schlömer im Gebiet „Hokitika Gorge“ an der Westküste Neuseelands.

Laura Schlömer im Gebiet „Hokitika Gorge“ an der Westküste Neuseelands.

privat

Laura Schlömer im Gebiet „Hokitika Gorge“ an der Westküste Neuseelands.

Monheim. Als am 22. Februar die Nachricht um die Welt ging, dass in Neuseeland die Erde bebt, saß Laura Schlömer bereits neben ihren gepackten Koffern. Der geplante Auslandsaufenthalt rückte erst einmal in weite Ferne. Dabei war die 17-jährige Schülerin des Otto-Hahn-Gymnasiums als eine von insgesamt 40 Schülern von der Bezirksregierung ausgesucht worden, im Rahmen der Begabtenförderung Neuseeland zu erkunden.

An die Schuluniform musste sich Laura erst einmal gewöhnen

Alles kam anders als geplant. Und wurde doch noch gut. Laura nahm die Organisation selbst in die Hand, setzte sich mit ihrer Gastfamilie in Christchurch in Verbindung. Vier Monate nach dem großen Beben entschieden Lauras Familie und die Gasteltern, dass Christchurch wieder sicher sei, Laura packte ihre Koffer erneut für mehrere Wochen.

Doch noch immer war das Erdbeben Stadtgespräch. „Ich sah einige eingestürzte Häuser. Meine Gastbrüder halfen in der Nachbarschaft, Schlamm abzutragen, in der Schule sammelten wir Kleidung und Lebensmittel.“ Und immer wieder wurde Christchurch von Nachbeben heimgesucht. „Ich hielt die Luft an. Doch bevor man Angst bekommen konnte, war es auch schon wieder vorbei. Zerstört wurde nichts.“

Vier Wochen besuchte Laura die katholische Mädchenschule in Christchurch. Die Schuluniform stammte aus dem Jahr 1965 – die Fotos im langen, blauen Rock, Wollpulli, Blazer und grüner Krawatte würde Laura am liebsten aus ihrem Fotoalbum verbannen. Und auch der Unterricht war für sie eine Umstellung: „Dort wird die Mitarbeit nicht bewertet. Dementsprechend ruhig ist es im Unterricht, niemand stellt Fragen.“ Die Lehrer zeigten Power-Point-Präsentationen, die dann abgeschrieben und auswendig gelernt werden müssten. Die Abiturfächer könnten die Schüler frei wählen. „Dort machen sie Abi in Kunst und Musik.“

Für Laura steht fest, dass sie wieder nach Neuseeland kommen will. „Das Land ist traumhaft. Fünf Minuten mit dem Auto und man ist in einer anderen Welt. Gerade erst steht man am ruhigen See, dann an der Steilküste, dem Meer oder man sieht Schnee auf der Bergspitze.“ Ein Höhepunkt auf ihrer Reise war ein Ausflug mit dem Helikopter auf einen Gletscher. „Am Montag vor meiner Abreise nach Deutschland lag noch Schnee“, sagt Laura. Doch einen Hitzeschlag habe sie dank des Regenwetters in Monheim nicht bekommen.

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