Rechtsstreit: Die Vergabekammer hat die Klage der Awista abgewiesen. Sita ist endgültig der Entsorger. Demnächst werden neue Abfallkalender verteilt.

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Ab in die Restmülltonne, die nun definitiv bis Ende 2012 von der Sita geleert wird. (Archiv

Ab in die Restmülltonne, die nun definitiv bis Ende 2012 von der Sita geleert wird. (Archiv

Stefan Fries

Ab in die Restmülltonne, die nun definitiv bis Ende 2012 von der Sita geleert wird. (Archiv

Monheim. "Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei", heißt es in einem Karnevalshit. In Monheim hätte man fast auch singen können:"Alles hat ein Ende, nur der Müllstreit nicht." Fast? Ganz recht. Denn das monatelange Gezerre zwischen der klagenden Awista und der Stadt ist beendet. Und der Abfallentsorger aus Düsseldorf hat "auf ganzer Strecke verloren" - wird es im Monheimer Rathaus interpretiert. Und dass dem tatsächlich so ist, bestätigt die Aussage von Ralf Böhme, Sprecher der Awista: "Was soll ich da noch sagen? Die Sache ist gelaufen. Das war es für uns."

Tonnen müssen nicht ausgetauscht werden

Noch einmal zur Erinnerung: Seit Januar ist die Wermelskirchener Sita für die Abfuhr von Restmüll und Papier für die nächsten vier Jahre in Monheim zuständig. Das Unternehmen hatte eine entsprechende Ausschreibung gewonnen. Doch die Awista, bis dahin im Rennen, wollte das nicht einfach so hinnehmen. Der Fall ging vor die Vergabekammer der Bezirksregierung. Und die hat nun die Klage abgewiesen.

Die Bürger haben den juristischen Zank eigentlich so richtig nur dadurch zu spüren bekommen, dass der Abfallkalender nur bis Ende März gilt. Denn aufgrund des schwebenden Verfahrens konnte die Müllabfuhr lediglich für drei Monate vergeben werden - an die Sita. Deren Fahrzeuge werden nun aber zumindest erst einmal bis Ende 2012 fester Bestandteil im Stadtbild. Und in den nächsten Wochen werden auch neue Abfallkalender an die Haushalte verteilt, die dann wie gewohnt bis Ende des Jahres gelten.

Den großen Tonnenaustausch wird es nicht geben. Denn die Gefäße sind inzwischen Eigentum der Stadt. Da ist es völlig egal, wer entsorgt. Und Familie Mustermann mit der 80Liter-Restmülltonne zahlt in diesem Jahr nun definitiv 90Euro Gebühren, und damit sieben Euro weniger als noch 2008. Ob das allerdings so bleibt, ist eher unwahrscheinlich. Denn bundesweit ist der Preis für Altpapier eingebrochen. Doch die Erlöse spielen eine Rolle bei der Kalkulation.

Das Entsorgungsunternehmen gehört zu 51 Prozent den Stadtwerken Düsseldorf, 49 Prozent sind in Eigentum von Remondis (früher Rethmann). Mit Rethmann wurde von der Stadt in 2000 ein Vertrag bis Ende 2008 für die Restmüllabfuhr und Altpapier abgeschlossen. Pro Jahr wurden über Gebühren 1,1 Millionen Euro bezahlt. Bei der neuen Ausschreibung für vier Jahre erhielt Sita aus Wermelskirchen den Zuschlag für 800000 Euro jährlich.

Den Zuschlag für die Leerung der gelben Tonnen hatte das Duale System Deutschland nach einer Ausschreibung der Berliner Firma Alba gegeben. Inzwischen liegt die Abfuhr nach einem Gebietstausch der Unternehmen zu gleichen Konditionen bei Awista.

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