Der Sportplatz an der Wolfhagener Straße wird nicht gebaut, das Grundstücksgeschäft mit der Kirche ist kurzfristig abgesagt worden.

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Die Auskiesung der Firma Braas rückt immer näher an den Sportplatz Kielsgraben. Ersatz muss her. (Archiv

Die Auskiesung der Firma Braas rückt immer näher an den Sportplatz Kielsgraben. Ersatz muss her. (Archiv

Anna Schwartz

Die Auskiesung der Firma Braas rückt immer näher an den Sportplatz Kielsgraben. Ersatz muss her. (Archiv

Monheim. Nun wird es endgültig die unendliche Geschichte: das Sportstättenkonzept. Denn die katholische Kirche hat überraschend mitgeteilt, dass sie das für eine Verlegung der Bezirkssportanlage benötigte Ackerland in Baumberg-Ost doch nicht an die Stadt verkauft. Das liegt nicht am Monheimer Kirchenvorstand, sondern an Köln. Der dortige Diözesan-Verwaltungsrat des Bistums hat das Verfahren gestoppt.

Verwaltungsrat sei nicht über das höhere Gebot informiert worden

Eigentlich war schon alles klar und in einem Vertrag geregelt. Für 125.000 Euro sollte das Land an die Stadt gehen. Der Monheimer Kirchenvorstand von St.Gereon hatte entschieden, es fehlte nur noch die Zustimmung des Generalvikariats in Köln. Doch Bauer Robert Bossmann, Pächter auf dem Land und mit anderen Anwohnern Gegner der Sportplatzverlegung, legte nach und bot 200.000 Euro.

Zu dem Zeitpunkt war zwar aus Sicht des Monheimer Kirchenvorstands bereits der Vertrag mit der Stadt unter Dach und Fach. Köln will das so aber nicht akzeptieren. "Der Diözesan-Verwaltungsrat ist nicht über das höhere Gebot informiert worden. Auf der Basis konnte er dem Verkauf nicht zustimmen", sagte dazu gam Dienstag Nele Harbeke, Sprecherin des Erzbistum Kölns. Die Kirche wolle sich nicht in die Kommunalpolitik einmischen, sie wolle ihr Grundstück aber auch zu einem möglichst guten Preis verkaufen.

Genau daran zweifelt Bürgermeister Daniel Zimmermann, der den gescheiterten Kauf am Dienstag auf einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz als "persönliche Niederlage" bezeichnete. Er sagt aber auch: "Ich glaube nicht, dass Bauer Bossmann tatsächlich 200.000 Euro auf den Tisch legt. Ich halte sein Gebot für strategisch, er hat sein Ziel erreicht." Bossmann selbst erfuhr am Dienstag durch die WZ von dem geplatzten Verkauf. "Ich warte auf eine Reaktion der Kirche auf mein Angebot", sagte er.

Bürgermeister und Verwaltung favorisieren nun eine Sanierung der bestehenden Sportanlage an der Bregenzer Straße. Das würde 900000Euro kosten, kommt die Stadt aber laut Zimmermann trotzdem nicht günstiger als der Neubau. Denn eigentlich sollte der Verkauf des Grundstücks an der Bregenzer Straße das gesamte Sportstättenkonzept mitfinanzieren.

In der Gemeinde läuft alles darauf hinaus, dass nicht verkauft wird

Laut Bürgermeister Daniel Zimmermann ist der Bau einer neuen Bezirkssportanlage an der Wolfhagener Straße damit definitiv und endgültig vom Tisch. Zwar hätte die Stadt die Möglichkeit, aufgrund des mit der Kirche geschlossenen Vertrags ein Vorkaufsrechtverfahren anzustrengen. Das aber würde zu lange dauern, sagt Zimmermann. Um im Zeitplan zu bleiben, hätte die Stadt Bauer Bossmann spätestens gestern den Pachtvertrag kündigen müssen. Dazu aber hätte sie das Grundstück erst einmal in ihren Besitz bringen müssen.

Am Dienstag Abend gab es eine Sitzung des Kirchenvorstands. Bei Redaktionsschluss stand das Ergebnis noch nicht fest. Aber alles deutet darauf hin, dass nun gar nicht mehr verkauft wird. Für Karl-Heinz Göbel, Vorsitzender des Stadtsportverbandes und der SG Monheim, gibt es nun nur noch eine Lösung: Kielsgraben. Das hat er auch immer wieder als CDU-Ratsherr betont.

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