Monheim ist die 144. Kommune in Deutschland, die das Modell „Notinseln“ der Stiftung Hänsel + Gretel zum Kinderschutz übernimmt. Viele Mitstreiter werden gesucht.

Monheim. "Wo wir sind, bist Du sicher!" Dieser Slogan soll demnächst auf Schaufenstern, an Bürotüren, Geldinstituten, Schulgebäuden und mehr zu sehen sein. Es ist eine Aktion des Jugendamtes. Kernziel ist der Opferschutz. Das Projekt nennt sich "Notinseln". Monheim ist die 144.Kommune in Deutschland, die das Modell der Stiftung Hänsel+Gretel übernimmt.

Die hat sich den Kinderschutz auf die Fahnen geschrieben. Auch beim Monheimer Projekt sind die Notinseln hauptsächlich für Kinder gedacht, aber nicht nur für sie. "Jeder, der Hilfe braucht, kann sich an sie wenden", sagt Günther Serafin, im Jugendamt federführend bei der Aktion. Das könne auch ein Senior sein.

Vorab gibt es eine kurze Schulung für die Helfer in den Notinseln

Die Idee ist so einfach wie effektiv: Flächendeckend sollen im ganzen Stadtgebiet Mitstreiter gewonnen werden. Wo immer ein Aufkleber mit dem Slogan zu sehen ist, wartet Hilfe. "Vorab gibt es eine eine kurze Schulung von uns. Das kann für die Verkäuferin oder auch den Immobilienmakler sein", sagt Serafin.

Fallbeispiel: Ein Kind kommt völlig verschreckt in eine Notinsel. Was ist zu tun? "Erst einmal muss man beruhigend einwirken und dann zuhören. Wenn das Problem erkannt ist, folgt der Anruf bei der entsprechenden Stelle", so Serafin. Das könnten die Eltern sein, aber auch das Jugendamt, die Schule oder die Polizei. Entsprechende Telefonnummern werden ausgehändigt.

Häufig ist zum Beispiel die Bedrohung auf dem Schulweg durch Ältere ein Grund, Hilfe zu suchen. Den Opfern wird durch die Möglichkeit der Notinseln mehr Sicherheit vermittelt. "Und es ist auch ein Signal an potenzielle Täter. Sie sehen, dass ihr Handeln nicht im Verborgenen bleibt", sagt Serafin.

Die Stiftung Hänsel+Gretel hat das Notinseln-Projekt ins Leben gerufen. Mit Monheim haben es nun 144 Kommunen in Deutschland übernommen. Im Kreis Mettmann gibt es das Projekt Notinseln bereits in Hilden und Velbert. Die Logos sind immer identisch. Ähnliche Projekte gibt es in Erkrath und Ratingen.

Wer sich an dem Projekt beteiligen will, der kann im Jugendamt Günther Serafin unter Telefon 951557 erreichen.

Für ihn ist es ein weiterer Baustein in einem Präventionsmodell. Das bestehe aus verschiedenen Elementen. Da sind zum Beispiel Anti-Gewalt-Flyer in den Schulen, die mit den Jugendparlament erstellt wurden. Aber auch die Spielplatz-Scouts gehören für Serafin dazu. Denn die wirken vorbeugend in Sachen Vandalismus.

Grünes Licht vom Jugendhilfeausschuss

Serafin hatte vor Jahren von dem Projekt erfahren und sich immer mehr damit angefreundet. Schließlich trug es die SPD parallel in die politische Diskussion. Dann geschah erst einmal eine Zeit lang nichts. Nun hat der Jugendhilfeausschuss grünes Licht für eine Verwaltungsvorlage gegeben. In den nächsten Monaten heißt es jetzt zunächst: Klinken putzen für möglichst viele Notinseln. Serafin ist sich aber sicher: "Da werden viele mitmachen. Das ist eine feine Sache."

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