Am Mittwoch wurde die Postfiliale bei Gabriele Mahr-Sahler im Rathaus-Center eröffnet. Damit hat die Deutsche Post sich komplett mit eigenen Filialen aus Monheim zurückgezogen.

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Im Rathaus-Center übernehmen Inhaberin Gabriele Mahr-Sahler (Mitte) und ihre Mitarbeiterinnen Dagmar Rehbein (links) und Renate Bekiesch ab sofort die Geschäfte einer Postfiliale.

Im Rathaus-Center übernehmen Inhaberin Gabriele Mahr-Sahler (Mitte) und ihre Mitarbeiterinnen Dagmar Rehbein (links) und Renate Bekiesch ab sofort die Geschäfte einer Postfiliale.

Anna Schwartz

Im Rathaus-Center übernehmen Inhaberin Gabriele Mahr-Sahler (Mitte) und ihre Mitarbeiterinnen Dagmar Rehbein (links) und Renate Bekiesch ab sofort die Geschäfte einer Postfiliale.

Monheim. Die gute Nachricht zuerst: Die Postfiliale im Stadtteil Monheim hat künftig 13 Stunden pro Woche länger geöffnet. Wer allerdings als Bewohner des Berliner Viertels den kurzen Weg zum gelben Horn gewohnt war, der muss sich umstellen.

Denn die neue Filiale ist im Rathaus-Center und wird auch nicht mehr von der Deutschen Post selbst betrieben. Lotto-Toto Mahr-Sahler übernimmt ab sofort die Aufgaben. "Und zwar komplett", wie Post-Sprecher Achim Gahr betont.

Briefe, Pakete und Postbankgeschäfte können im Laden erledigt werden. Gegenüber in einem ehemaligen Leerstand sind die Postschließfächer. Und am Geldautomaten der Deutschen Bank - ebenfalls direkt gegenüber - kann ohne Gebühr Geld abgehoben werden. Denn die Postbank ist in einem Verbund mit dem Kreditinstitut.

Die Deutsche Post will Kosten sparen

Der Grund für die Umstrukturierungen der Deutschen Post ist simpel: Kosteneinsparungen. Der gelbe Riese schließt bis Ende nächsten Jahres alle Filialen in kleineren Städten und arbeitet mit Einzelhändlern zusammen. Die Immobilien sind bereits an einen amerikanischen Investor verkauft. Was aus dem Leerstand Friedrichstraße wird, ist derzeit noch unklar.

"Ein bisschen eng ist es ja hier schon. Aber die Öffnungszeiten sind eindeutig besser", sagt Hannelore von Ehren (51). Und auch Anita Schmidt muss sich erst noch an die neuen Räumlichkeiten gewöhnen. Die 65-Jährige wirkt im Eröffnungsandrang aber durchaus zufrieden. Es sei ja auch praktisch, dass man gleich weiter könne zum Einkauf im Center. "Alles unter einem Dach ist schon gut", freut sie sich.

Das Post-, Postbank- und Fernmeldegeheimnis bleibt uneingeschränkt gewahrt. Das betont die Deutsche Post. Es gebe entsprechende Verträge.

Für die neue Filiale und das Lotto-Toto-Geschäft von Gabriele Mahr-Sahler im Rathaus-Center stehen knapp 100 Quadratmeter zur Verfügung. Gegenüber sind die Postschließfächer in einem ehemaligen Leerstand auf 50 Quadratmetern untergebracht.

Geöffnet ist montags bis freitags von 7 bis 18.30 Uhr, samstags von 7 bis 14 Uhr. Die letzte Weitergabe der Sendungen erfolgt vorerst wochentags um 17.15 Uhr, samstags um 12 Uhr. Bei Bedarf werden die Zeiten geändert.

Seit 17 Jahren betreibt Gabriele Mahr-Sahler das Lotto-Geschäft im Center. Mit der Erweiterung durch die Postfiliale kommen auch drei Neueinstellungen dazu. Wobei eine von ihnen, Renate Bekiesch, ein vertrautes Gesicht ist. Denn sie hat bereits in der alten Filiale an der Friedrichstraße gearbeitet. Die anderen vier Exkollegen von ihr werden innerhalb der Deutschen Post weiterarbeiten.

Damit der Übergang tatsächlich reibungslos verläuft, ist für zwei Wochen ein Trainer der Deutschen Post vor Ort. "Außerdem ist auch danach noch eine Hotline geschaltet", sagt Achim Gahr.

"Das ist ein großer Gewinn für das Rathaus-Center und für die Kunden. Letztlich sind es kürzere Wege. Das ist für alle ein Vorteil", freut sich Matthias Ulrich. Er ist bei der Ziag Immobilien für den ersten Center-Bereich von Bäckerei Busch bis zur Deutschen Bank und Teile des Eierplatzes zuständig. Und durch die Erweiterung von Gabriele Mahr-Sahler kann er nun Vollvermietung in seinem Innenbereich des Centers vermelden.

Besagte Gabriele Mahr-Sahler sieht dem zusätzlichen Angebot gelassen entgegen. "Sonst hätte ich es ja auch nicht gemacht", lacht sie. Außerdem hat sie sich bei der Kollegin Claudia Muth in Baumberg erkundigt. Die hatte bereits im Frühjahr die Postfiliale in ihrem Lotto-Toto-Geschäft am Holzweg eröffnet - und hatte erhebliche Startschwierigkeiten. Es lag anfangs vor allem an den fehlenden Geldautomaten. "Das Problem haben wir dank der Kooperation mit der Deutschen Bank gegenüber nicht", lächelt Gabriele Mahr-Sahler entspannt.

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