Die Bezirksregierung betrachtet den 40-prozentigen Eigenanteil der Stadt an den Personal- und Sachkosten als freiwillige Leistung – und die ist in einem Nothaushalt verboten.

Monheim. Das war es wohl mit dem lange geforderten City-Manager. Bürgermeister Daniel Zimmermann sagte in seiner Haushaltsrede am Donnerstagabend im Stadtrat, dass der Antrag auf Fördermittel beim Land nicht genehmigt wird. "Die Bezirksregierung hat sich beim Kreis über die Haushaltslage Monheims informiert und vertritt nun die Auffassung, dass wir durch unseren Nothaushalt nicht in der Lage sind, den Eigenanteil für das City-Management aufzubringen. Der Anteil von 40 Prozent wird von der Aufsichtsbehörde als freiwillige Leistung betrachtet", so Zimmermann. Und die ist im Nothaushalt verboten.

Dabei klang alles so gut: Der Antrag war gestellt. Über fünf Jahre sollten es 400 000 Euro für Personal- und Sachkosten sein, von denen das Land besagte 60 Prozent bezahlt. Und jetzt das Aus für das Projekt. "Ich habe die Wirtschaftsförderung gebeten, ein Alternativkonzept auszuarbeiten, mit dem es uns gelingen soll, die Funktion des ausbleibenden City-Managers zumindest teilweise zu kompensieren. Gleichzeitig wird es nötig sein, die verschiedenen Werbegemeinschaften mit ins Boot zu holen", versucht Zimmermann nun zu retten, was zu retten ist.

"Vielleicht haben wir uns auch zu sehr auf den City-Manager verlassen. Jetzt müssen wir wieder verstärkt selbst ran. Wir wissen doch aus Erfahrung, wie es geht."

Hans-Dieter Frey, Vorsitzender der Center-Werbegemeinschaft

Dabei rennt der Bürgermeister allerdings offene Türen ein. "Ich bin natürlich erst einmal enttäuscht. Denn ich hatte auch hohe Erwartungen an den City-Manager. Aber nun müssen wir alle zusammen das Beste daraus machen. Ich schlage vor, dass möglichst bald Gespräche geführt werden. Da müssen die organisierten Händler und die städtische Wirtschaftsförderung an einen Tisch", sagt Hans-Dieter Frey in einer ersten Reaktion. Der Vorsitzende der Werbegemeinschaft Rathaus-Center gibt sich kämpferisch. "Vielleicht haben wir uns auch zu sehr auf den City-Manager verlassen. Jetzt müssen wir wieder verstärkt selbst ran. Wir wissen doch aus Erfahrung, wie es geht."

"Das ist natürlich erst einmal eine schlechte Nachricht. Wir bedauern sehr, dass der City-Manager nun doch nicht kommt. Dabei hatten wir gemeinsam mit dem Bürgermeister schon ein Profil erarbeitet", reagiert Gerald Altvater auf WZ-Anfrage erst einmal überrascht. Aber auch das Vorstandsmitglied der Werbegemeinschaft Treffpunkt signalisiert sofort Handlungsbereitschaft: "Wir müssen die Arbeit als Werbegemeinschaften gemeinsam mit der Stadtverwaltung aufteilen. Wir werden ohnehin weiterhin Veranstaltungen wie verkaufsoffene Sonntage veranstalten. Aber die städtische Wirtschaftsförderung kann bei der besseren Koordinierung helfen."

Der City-Manager sollte Koordination und Veranstaltungsorganisation bündeln - in enger Absprache mit Stadtverwaltung und Einzelhändlern. Neben etablierten Veranstaltungen - wie zum Beispiel den Martinsmarkt - wurden vom City-Manager auch neue Impulse für die ganze Stadt erwartet.

Für den City-Manager sollten - zunächst auf fünf Jahre angelegt - insgesamt 400 000 Euro an Personal- und Sachkosten zur Verfügung stehen. 60 Prozent, so sah es die Planung vor, hätte das Land Nordrhein-Westfalen übernommen. Diese Rechnung ist nun komplett gekippt.

Der neuen Situation kommt erheblich zugute, dass es bereits ein Treffen zwischen Händlern und Bürgermeister Daniel Zimmermann gegeben hat, bei dem offensichtlich die Chemie stimmte. Das war bei Amtsvorgänger Thomas Dünchheim nicht immer der Fall. Nun bleibt abzuwarten, wie schnell die Beteiligten zueinander finden.

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