Der neue Vorstoß der Verwaltung hat erstaunlich viel Ähnlichkeit mit den Vorschlägen der CDU. In einer Stellungnahme des Kreises werden die Pläne kritisiert.

Den streng geschützten Kiebitz gibt es auch am Kielsgraben.
Den streng geschützten Kiebitz gibt es auch am Kielsgraben.

Den streng geschützten Kiebitz gibt es auch am Kielsgraben.

Archiv

Den streng geschützten Kiebitz gibt es auch am Kielsgraben.

Monheim. Es ist schon erstaunlich: Das Sportstättenkonzept, das heute von der Stadtverwaltung der Politik im zuständigen Ausschuss (17Uhr, Ratssaal) vorgeschlagen wird, hat milde gesagt verblüffende Ähnlichkeit mit den Vorschlägen von Bürgermeisterkandidat Tim Brühland (CDU).

Kernstücke sind die Verkäufe der Bezirkssportanlage Bregenzer Straße und des Jahn-Platzes zwecks Wohnbebauung. Damit soll unter anderem ein Umbau des Häck-Stadions zur Leichtathletik-Arena finanziert werden. Außerdem wird ein Zuschuss für eine eigene BTSC-Halle vorgeschlagen. Und am Kielsgraben sind unter anderem drei Sportplätze vorgesehen. Doch vor allem letzteres dürfte auf erheblichen Widerstand bei der Kreisbehörde stoßen.

Hintergrund ist eine aktuelle Stellungnahme der Unteren Landschaftsbehörde zum Sportstättenkonzept. "Der Entwurf ist in der vorgelegten Fassung nicht vereinbar mit der Satzung Landschaftsplan des Kreises Mettmann", heißt es da unter anderem mit Blick auf die Bauverdichtung, wenn dort, wo derzeit ein Platz ist, drei entstehen sollen.

Unter anderem wird der Eingriff in die Freiluftschneise kritisiert. Außerdem wird ein Konzept aus der Zukunftswerkstatt, den Kielsgraben in eine so genannte Grüne Acht zu integrieren, im Verwaltungsvorschlag schlicht ignoriert.

Der Kreis Mettmann verweist außerdem auf artenschutzrechtliche Konflikte. Hier wird unter anderem der Kiebitz als streng geschützter Vogel genannt. Und beim Flussregenpfeifer wird gar eine Auslöschung der Population bei Verwirklichung des Sportastättenkonzeptes befürchtet.

Der Verweis auf Grünachse und Freiluftschneise ist nicht neu, wurde in der Vergangenheit bereits von SPD, Peto und Grünen ins Feld geführt bei früheren Plänen von CDU und FDP, Sport am Kielsgraben zu konzentrieren. Um so erstaunlicher der neue Ansatz aus dem Rathaus. "Was für ein schlechtes Schauspiel: Die Verwaltung gibt sich dem Wahlkampf der CDU hin", kommentiert es SPD-Planungsexperte Werner Goller und prophezeit: "Da werden Kreis und Bezirksregierung nicht mitspielen."

Anzeige

 

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer