Die Frage, welches Sportstättenkonzept das bessere ist, erhitzt die Gemüter. Rund 80 Zuhörer waren der Einladung des Stadtsportverbandes (SSV) in die Festhalle Bormacher zur Podiumsdiskussion gefolgt.

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Er ist der größte Streitpunkt: der Jahnsportplatz. Er ist zwar idyllisch gelegen, aber witterungsbedingt das halbe Jahr über gesperrt. Mit seinem Verkauf könnten neue Sportanlagen finanziert werden. (Archiv

Er ist der größte Streitpunkt: der Jahnsportplatz. Er ist zwar idyllisch gelegen, aber witterungsbedingt das halbe Jahr über gesperrt. Mit seinem Verkauf könnten neue Sportanlagen finanziert werden. (Archiv

Stefan Fries

Er ist der größte Streitpunkt: der Jahnsportplatz. Er ist zwar idyllisch gelegen, aber witterungsbedingt das halbe Jahr über gesperrt. Mit seinem Verkauf könnten neue Sportanlagen finanziert werden. (Archiv

Monheim. Das Sportstättenkonzept ist und bleibt das heißeste Eisen, das derzeit in Monheim geschmiedet wird. Wie emotionsgeladen dieses Thema ist, wurde erneut am Dienstagabend deutlich. Rund 80 Zuhörer waren der Einladung des Stadtsportverbandes (SSV) in die Festhalle Bormacher zur Podiumsdiskussion gefolgt.

Ein Projekt, "das einigermaßen danebenging", wie Karl-Heinz Göbel, der stellvertretende Vorsitzende des SSV, im Nachhinein einräumen musste. Denn eigentlich hatten er, der gleichzeitig CDU-Ratsherr ist, und Schatzmeister Reinhard Brasse vor, das Thema zumindest ein wenig von der parteipolitischen Schiene zu holen.

"Daher auch unsere Einladung als Sportverband." Was sie aber nicht einkalkulierten: Im Publikum saßen mehr Parteigänger als reine Sportler, für die das Ganze gedacht war.

"Ich bin natürlich enttäuscht, dass so wenige Vereinsvertreter anwesend waren", sagte Göbel, der sich stattdessen den Vorwurf gefallen lassen musste, in Wahrheit nicht die Belange der Sportler, sondern die der CDU zu vertreten.

Aus dem Publikum gab es Breitseiten für beide Lager

Während auf dem Podium also Göbel und Brasse auf der einen Seite mit Andrea Stamm (Grüne), Werner Goller (SPD) und Werner Zimmermann (Peto) stritten, kamen von den Zuhörern mehr oder weniger heftige Breitseiten für beide Lager. Je nachdem, welches Ansinnen befürwortet wurde.

Immer wieder im Mittelpunkt des Streits: der Jahnplatz und die Bezirkssportanlage Baumberg, die Kernstücke beider Konzepte. CDU und FDP wollen zur Finanzierung neuer Sportanlagen die Plätze an der Jahn- und der Bregenzer Straße für Wohnbebauung verkaufen.

SPD, Peto und Grüne lehnen dies kategorisch ab und setzen stattdessen auf die Renovierung der vorhandenen Stätten. Hinzu kommt eine Anwohnerinitiative mit dem unabhängigen Bürgermeisterkandidaten Thomas Kuhl an der Spitze, die den Jahnplatz in jedem Fall retten will. Ebenso wie die Teilnehmer der WZ-Online-Umfrage.

Seit März haben sich 1036Leser beteiligt, 66,1 Prozent lehnen den Verkauf des Jahnplatzes ab, 33,9Prozent sind dafür.

Was am Ende umgesetzt wird und was nicht, entscheiden derweil aber nicht mehr die Politiker, sondern einzig und allein Monheims Bürger. Denn auf Antrag der FDP-Fraktion gab es ja grünes Licht für einen Ratsbürgerentscheid.

Die Verwaltung ist momentan dabei, eine rechtlich einwandfreie Formulierung zu erarbeiten. Ist die von der Politik abgesegnet, werden die Bürger zur Wahl gerufen - voraussichtlich am Tag der Kommunalwahl am 30. August.

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