Wenn der Stadtrat am Donnerstag einer Verwaltungsvorlage zustimmt, kann Hammesfahr unter anderem höher bauen, als bisher zulässig. Laut Rathaus geht es um bis zu 250 neue Arbeitsplätze.

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Der Blick von der Niederstraße in Richtung Rheinpark: Dort hat Hammesfahr noch viel vor. (Fotos (2): Archiv)

Der Blick von der Niederstraße in Richtung Rheinpark: Dort hat Hammesfahr noch viel vor. (Fotos (2): Archiv)

Der Blick von der Niederstraße in Richtung Rheinpark: Dort hat Hammesfahr noch viel vor. (Fotos (2): Archiv)

Monheim. Es tut sich gewaltig was im südlichen Rheinpark in Richtung Spedition Hammesfahr. Der Bahnanschluss dorthin ist fast komplett verlegt. Schwarzkopf-Kosmetik aus Bayern rollt dann an. Hammesfahr baut extra dafür ein Logistikzentrum. Der Kunde ist Henkel, zu dem Schwarzkopf gehört. Der Konzern verlagert auf die Schiene. Bei den städtischen Bahnen (BSM) geht man davon aus, dass bereits Mitte Januar die ersten Züge rollen. Doch noch viel auffälliger wird dem Betrachter von der Rheinpromenade aus demnächst ein Bauprojekt ins Auge fallen, das Hammesfahr ebenfalls verwirklichen will: ein 24-Meter-Hochregallager als dritten Bauabschnitt nach der Errichtung einer Bahnumschlaghalle und einer weiteren Lagerstätte. In einer Vorlage der Stadtverwaltung ist von 250 neuen Arbeitsplätzen die Rede. Freilich muss der Stadtrat am Donnerstag noch zustimmen. Und ganz so einfach ist die Materie auch nicht.

Da ist einmal die Höhe von 24 Metern bei 2800 Quadratmetern Grundfläche. Bisher sieht der Bebauungsplan in dem Bereich 14 Meter Höhe vor. Stadtplaner Thomas Waters sieht darin allerdings kein Problem. "24Meter sind auch in anderen Teilen des Rheinparks erlaubt, zum Beispiel an der Wasserachse. An deren Kopf sind es sogar 35Meter", sagt er. Gemeint ist das Gebiet in Richtung Daimlerstraße - noch Eigentum des Recyclers IMR. Dessen umstrittene Ansiedlung wird immer unwahrscheinlicher.

Entflammbares Aerosol ist  ein Treiber in Sprühdosen

In der Verwaltungsvorlage wird das Hochregallager auch als Aerosollager bezeichnet. Und das könnte manche Zeitgenossen, sensibilisiert durch drohende Immissionen durch IMR, stutzig machen. Bei Aerosol handelt es sich nämlich um ein leicht entzündbares Gas. Das klingt erst einmal dramatisch. Allerdings ist es in dem Falle schlicht und einfach Treiber in Sprühdosen vom Haarspray bis zum Deo - hergestellt bei Schwarzkopf.

"Das muss natürlich auch die Bezirksregierung genehmigen. Da gibt es strenge Vorschriften wie Sprinkleranlage und Brandschutzabschnitte", erläutert Michael Kraus von der städtischen Bauaufsicht. Über die Zeitschiene kann er nichts sagen.

In dem Projekt steckt jede Menge Dynamik. Nicht nur, dass im Januar bereits die ersten Züge rollen sollen. Bei den Bahnen rechnet man damit, dass die Tonnage mindestens 80.000 Tonnen pro Jahr betragen soll - mit Tendenz nach oben. Da wäre für die Stadttochter BSM die endgültige Wende. Denn bisher fährt der Güterverkehr seit der Schließung der Shell-Raffinerie ein jährliches Minus von etwa 300.000 Euro ein. Mit dem Großprojekt Hammesfahr ist die schwarze Null greifbar nahe.

Neben der Spedition Hammesfahr ruhten eigentlich die größten Hoffnungen für den Güterverkehr der städtischen Bahnen auf dem Metallrecycler IMR. Dessen Ansiedlung wird nun allerdings immer unwahrscheinlicher. Somit ist die Spedition Hammesfahr im Auftrag des Henkel-Konzerns nun erst einmal der einzige Kunde der Bahnen im Rheinpark - das allerdings mit Gewicht. Wenn alles so läuft wie geplant, dann wird die Jahrestonnage bei mindestens 80.000 Tonnen liegen mit Kosmetikartikeln aus Bayern.

Die Geschäftsführung von Hammesfahr war gestern nicht zu erreichen.

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