Am Wald will Guiseppe Porcasi auf etwa 3000 Quadratmetern ein Indianer-Camp errichten. Laut Stadt sind die Chancen gut. Eine Kooperation mit Kindergärten ist geplant.

Monheim. Spuren lesen, Kochen am Lagerfeuer, Schießen mit Pfeil und Bogen, im Tipi schlafen - bei Manitu: Da schlagen Kinderherzen höher. Und Häuptling Graue Feder will es direkt um die Ecke ermöglichen. Denn die Chancen stehen gut, dass bald auf mehr als 3000 Quadratmetern auf einem städtischen Gelände an der Tongrube (Am Wald rechts Ende der Sackgasse) ein fester Standort für ein Indianerdorf eröffnet mit Spaß für Klein und Groß.

Graue Feder - das ist Guiseppe Porcasi. Der 35-Jährige Einzelhandelskaufmann hat Ende 2007 den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Er bietet Tage oder ganze Wochenenden in Tipis (Indianerzelten) an. Rundherum wartet ein buntes Programm. "Ein Tag in der Natur mit Spaß und Action", wird versprochen. Allerdings hat Häuptling Graue Feder bisher keine festen Jagdgründe. Das soll endlich anders werden. "Das Gelände in Monheim ist optimal", schwärmt der gebürtige Düsseldorfer.

"Das ist wirklich eine schöne Idee. Die baurechtlichen Prüfungen sind fast abgeschlossen. Es fehlt nur noch das Ja der Unteren Wasserbehörde", erläutert Petra Mackenbrock. Das Grundstück werde dann auf Pachtebene vergeben. Die Mitarbeiterin der städtischen Wirtschaftsförderung betont, dass in Absprache mit Bürgermeister Thomas Dünchheim die Kooperation des Indianer-Camps mit Kindergärten und Schulen eine große Rolle spielen soll. In Zusammenarbeit mit der Stadt kann Häuptling Graue Feder so auch eine Art Erlebnispädagogik anbieten.

"Kinder werden richtig viel Spaß haben", verspricht das Stammesoberhaupt, das selbst bereits in jungen Jahren infiziert wurde. Mit zwölf ging er in einen Indianer-Verein. "Das hat mich nie wieder losgelassen. Jetzt mache ich das beruflich."

Bereits als Rhein-Indianer beim Rosenmontagszug dabei gewesen

Sein Wissen über die Indianer hat sich Porcasi zunächst über besagten Verein, später auch über Messen und Bücher angeeignet. Zwar war er bisher noch nie in der tatsächlichen Heimat seiner Seelenverwandten. Doch Porcasi weiß eine ganze Menge über sie. Das gilt auch in Sachen indianisches Essen. Da gibt es zum Beispiel Pemmikan, ein Dörrfleisch. "Allerdings würde das hier keiner essen. Das schmeckt ziemlich ranzig", räumt der Häuptling ein. Da trifft es sich gut, dass die Indianer auch Freunde von Eintöpfen sind. Ergänzend gibt es zum Beispiel Bratkartoffeln.

Bis die endgültige Entscheidung für die Stammesansiedlung in Monheim fällt, wird Graue Feder weiterhin seine Tipis auch bei ausgefallenen Parties oder Kindergeburtstagen anbieten. Doch Porcasi ist nicht nur mit den Gedanken in Monheim. Wer beim Rosenmontagszug war, der konnte auch eine 30-köpfige federgeschmückte Fußtruppe bejubeln. Sie hatte den Namen Rhein-Indianer - an der Spitze Häuptling Graue Feder. Übrigens: Zum Namen kam es durch eine echte, graue Adlerfeder, die Porcasi von seinem Schwager geschenkt bekamt. Der wohnt mit des Häuptlings Schwester in Monheim.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer