Im November wird erstmals von Monheimern und Baumbergern ein gemeinsamer Pfarrgemeinderat gewählt. Trotz gewaltiger Umbrüche läuft die Verschmelzung erstaunlich harmonisch ab.

Monheim. Der Blick über den Kielsgraben in den jeweils anderen Stadtteil wird immer wieder von "Kosmopoliten" gefordert, wenn es um eine gemeinsame Gestaltung geht. Tatsächlich tun sich im immer mehr verschmelzenden Europa manche Zeitgenossen vor Ort schwer. Die Rivalität zwischen Monheim und Baumberg lässt grüßen.

Um so interessanter ist es, was sich derzeit bei den beiden katholischen Gemeinden abspielt. Die machen nämlich vor, wie man über den eigenen Kirchturm hinaus denken kann - wenn auch nicht immer so ganz freiwillig.

Junge Priester sind Mangelware und die Zahl der Katholiken sinkt. Der Kölner Erzbischof hat daraufhin Handlungsbedarf auf die Fahnen geschrieben. St.Gereon und St.Dionysius sind bereits ein Seelsorgebereich. Nun werden sie am 7. und 8.November auch erstmals einen gemeinsamen Pfarrgemeinderat wählen. Bisher hatte jede Pfarre ihre eigenes Gremium.

Bei den Kirchenvorständen gab es keine Einigung

Offensichtlich läuft dieser doch erhebliche Umbruch erstaunlich reibungslos ab. Obwohl Monheims Katholiken mit etwa 9700 deutlich mehr sind als die Baumbergs (7000Mitglieder), wird der künftig gemeinsame Pfarrgemeinderat mit je sieben Mitgliedern pro Stadtteil trotzdem paritätisch besetzt sein. "Das läuft wirklich gut. Es wird auch jetzt schon gemeinsam getagt", sagt Pfarrer Burkhard Hoffmann.

Weniger harmonisch läuft es bei den Kirchenvorständen. Die bestehen bisher aus jeweils zehn gewählten Mitgliedern plus Pfarrer und Kaplan. Sie kontrollieren Hauptsächlich die Verwaltungsarbeit samt Personalien. Bei der Diskussion einer Zusammenlegung lagen Pro und Contra laut Pfarrer Hoffmann gleichauf.

Die beiden Gemeinden St.Gereon und St.Dionysius haben sich darauf verständigt, dass der künftige gemeinsame Pfarrgemeinderat 14Mitglieder, je sieben pro Stadtteil, haben wird. Außerdem sind die beiden Pfarrer und ein Mitglied aus dem Seelsorgeteam dabei. Die Pfarrer können im Monheimer Modell noch bis zu vier weitere Mitglieder hinzu berufen. Das könnte zu Beispiel der Fall sein, wenn die Jugend gar nicht repräsentiert wird. Der Pfarrgemeinderat wird auf vier Jahre gewählt. Er trifft vor allem Entscheidungen über die Organisation der Missionsarbeit und Feste.

Schließlich wurde ein Brief an den Kardinal geschrieben. "Der antwortete, dass wir uns noch einmal zusammensetzen sollten", erzählt der Geistliche von St.Gereon. Das geschah - am Ergebnis änderte es nichts. Schließlich sprach Köln ein Machtwort: Fusion.

Neu, ebenfalls vorgegeben, ist auch die Funktion des leitenden Pfarrers. Die Position hat Baumbergs Erhard März. Burkhard Hoffmann hat nun die Bezeichnung Pfarrvikar. "Da haben wir uns problemlos geeinigt. Und ich habe jetzt mehr Zeit für die Seelsorge", sagt Hoffmann. Allerdings ist das wohl nur für dei Jahre der Fall. Dann geht März mit 70 in den Ruhestand. Monheims Pfarrer, dann 63, wird die Position ziemlich sicher übernehmen.

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