Realschule: Eine ehemalige Lehrerin baut ein Netzwerk mit Hilfsangeboten für Schüler auf.

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Die Leseförderung der Schüler an der Lise-Meitner-Realschule haben sich (von links) Lisel Baur, Lore Wergen und Angela Dövenspeck, Mutter eines Schülers, auf die Fahne geschrieben.

Die Leseförderung der Schüler an der Lise-Meitner-Realschule haben sich (von links) Lisel Baur, Lore Wergen und Angela Dövenspeck, Mutter eines Schülers, auf die Fahne geschrieben.

Anna Schwartz

Die Leseförderung der Schüler an der Lise-Meitner-Realschule haben sich (von links) Lisel Baur, Lore Wergen und Angela Dövenspeck, Mutter eines Schülers, auf die Fahne geschrieben.

Monheim. Nach 40 Dienstjahren in den Ruhestand - das ist für Irmgard Gnägy nicht der Weisheit letzter Schluss. Zwar darf sich die 65-Jährige seit dem Sommer als Pensionärin bezeichnen. Doch die Pädagogin ist immer noch aktiv an "ihrer" Lise-Meitner-Realschule. Irmgard Gnägy baut dort ein Ehrenamtler-Netzwerk auf. Und bereits nach einigen Monaten kann sie dabei erste Erfolge vorweisen.

Leserförderung hat sich die ehemalige Lehrerin auf die Fahnen geschrieben - und dafür bereits vier Mitstreiterinnen gefunden. Angesichts der Tatsache, dass es bisher ein solches ehrenamtliches Projekt an der Realschule nicht gegeben hat, ist das beachtlich. Eine Stütze des Erfolgs bildet der Seniorenbeirat. Dessen Mitglied Lisel Baur, in dem Gremium Sprecherin der Arbeitsgruppe Jugend, vermittelt Ehrenamtler an die Schule. Eine davon ist Lore Wergen.

"Flüssiges Lesen ist eine wichtige Voraussetzung für den Lernerfolg"

"Wir fördern derzeit hauptsächlich Kinder in den 5. und 6. Klassen. Mittelfristig soll das aber bis zur 10. Klasse gemacht werden. Es gibt dort tatsächlich auch Jugendliche, die nicht fließend lesen können", sagt Irmgard Gnägy. Und es sind keineswegs nur Kinder mit Migrationshintergrund. "Flüssiges Lesen ist eine wichtige Voraussetzung für den Lernerfolg in der Schule", betont die Pädagogin.

Offensichtlich empfinden es die Kinder nicht als negativ, eine Sonderförderung zu bekommen. "Es ist ganz deutlich zu spüren, dass einige froh sind, für eine Zeit lang der Mittelpunkt zu sein, um den es sich dreht. Einige bleiben freiwillig, obwohl ich sie eigentlich schon nach Hause schicken wollte", sagt Irmgard Gnägy.

Die Leseförderung soll nicht das einzige ehrenamtliche Projekt bleiben. "Das ist jetzt erst einmal das Wichtigste. Aber später kann ich mir auch von Ehrenamtlern geleitete Arbeitsgemeinschaften vorstellen", erläutert die Pädagogin. Die AGs sind ohne Noten. "Es gibt doch bestimmt Monheimer, die Wissen vermitteln wollen", ist Irmgard Gnägy ehrgeizig an den Start gegangen. Bei Bedarf würden die Ehrenamtler dann auch von ihr geschult werden. Auf eine entsprechende Fortbildung kann sie verweisen.

Mit Irmgard Gnägy sind es nun fünf Ehrenamtler, die eine Leseförderung an der Lise-Meitner-Realschule anbieten. In Absprache mit den Lehrern wird beschlossen, welche der 480Schüler gezielt Nachhilfe erhalten. Derzeit liegt der Schwerpunkt bei den 5. und 6. Klassen. Mittelfristig soll das Projekt bis in die 10. Klassen ausgeweitet werden.

Wenn die Leseförderung eingespielt ist, sollen weitere Aktionen folgen. Zum Beispiel kann sich Irmgard Gnägy ehrenamtliche Leiter von Arbeitsgemeinschaften vorstellen.

Wer mitmachen möchte, kann sich unter Telefon 955950 im Sekretariat der Lise-Meitner-Realschule melden. Ein Kind auf der Schule zu haben, ist keine Voraussetzung. schulleitung@lmr.monheim.de

Der Seniorenbeirat vermittelt bereits seit einiger Zeit Lesepaten. In den fünf im Mo.Ki-Projekt vernetzten Kindergärten sind Ehrenamtler aktiv. Lisel Baur selbst liest in der SKFM-Kita St.Johannes. "Der Seniorenbeirat ist nicht nur für ältere Monheimer da", sagt die 72-Jährige. Auch beim Kindertag packen jedes Jahr reifere Semester an. Und bei der Werbung nach weiteren Helfern kann Bauer außerdem auf eine echte Bank bauen: die Senioren Union. Die Vereinigung der CDU hat inzwischen 340 Mitglieder.

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