Die Fähre soll ab 2011 wieder von Monheim nach Dormagen übersetzen. Es fehlen aber noch 50 000 Euro.

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Einmal im Jahr lebte die alte Fährverbindung nach Monheim wieder auf. Der Spielmann wurde von Domagen zur anderen Rheinseite übergesetzt. Ab Mai 2011 soll die Fähre wieder regelmäßig fahren. Archiv

Einmal im Jahr lebte die alte Fährverbindung nach Monheim wieder auf. Der Spielmann wurde von Domagen zur anderen Rheinseite übergesetzt. Ab Mai 2011 soll die Fähre wieder regelmäßig fahren. Archiv

Stefan Fries

Einmal im Jahr lebte die alte Fährverbindung nach Monheim wieder auf. Der Spielmann wurde von Domagen zur anderen Rheinseite übergesetzt. Ab Mai 2011 soll die Fähre wieder regelmäßig fahren. Archiv

Monheim. Das Karnevalsmotto der in wenigen Wochen beginnende Session steht schon fest: "Janz Monnem jubiliert vor Jlöck - mer krieje us Piwipp zurück". Einen Wunschtermin, wann nun das Fährboot von Monheim nach Dormagen erstmals wieder übersetzen soll, gibt es auch. "Im Mai soll das Boot wieder seinen Betrieb aufnehmen", ist der Plan von Emil Drösser, stellvertretender Vorsitzender des Vereins "Piwipper Böötchen".

100 000 Euro wurden durch Spenden eingenommen

Es fehlt allerdings noch Geld. "50 000 Euro brauchen wir noch", sagt Drösser. 100 000 Euro liegen schon bereit. "Sie kamen durch Spenden zusammen, durch Feste, durch die Veranstaltungen im Spiegelzelt, durch unsere Mitgliedsbeiträge", erklärte Drösser. "Doch es fehlt noch Geld." Über den Stand der Finanzen informierte der Vorsitzende des Vereins, Heiner Müller-Krumbhaar, auch am Dienstag auf der ersten Mitgliederversammlung des Vereins.

2009 wurde der Verein "Piwipper Böötchen" gegründet

Früher war es für viele Bürger ein Sonntagsvergnügen, vom Monheimer Ufer zur anderen Seite nach Dormagen überzusetzen. Im dortigen Landgasthaus gab es Kaffee und Kuchen, Schnittchen und Bier. Doch in den 1970er Jahren war die Fährverbindung am Ende, die Zeiten hatten sich geändert. Der Fährbetrieb - nur Fußgänger und Fahrräder durften übersetzen - lohnte sich nicht mehr.

Doch die Monheimer und Dormagener hatten die Piwipp nicht vergessen, und als die Idee im vergangenen Jahr auftauchte, das Boot wieder aufleben zu lassen, waren viele Menschen Feuer und Flamme.

Ein Verein war bald gegründet. Mitglieder sind auch Monheims Bürgermeister Daniel Zimmermann und sein Dormagener Amtskollege, Peter-Olaf Hoffmann. "Am Anfang waren wir sechs Mitstreiter, jetzt hat der Verein schon 95 Mitglieder", sagt Emil Drösser.

Eine erste Fährverbindung wurde schon 1374 urkundlich erwähnt. 1928 war eine 34 PS Starke Fähre in Betrieb gegangen. 1977 wurde die Verbindung eingestellt.

Eine Fahrt über den Rhein zur anderen Seite dauert mit dem neuen Boot drei Minuten. Die Fahrt für Fußgänger mit Fahrrad soll etwa zwei Euro kosten. Im Mai 2011 soll der Betrieb aufgenommen werden.

Wichtige Schritte sind schon gemacht: Ein Fährboot ist gekauft, es ist aber noch nicht einsatzbereit. "Es muss zum Beispiel noch entrostet werden, das geschieht auf einer Werft", sagt Emil Drösser. Ein 24 Meter langer Steiger, die Anlegestelle unterhalb des Deusser-Hauses, wurde im vergangenen August ans Rheinufer geliefert (die WZ berichtete).

Die Stadt Düsseldorf hatte dem Monheimer Verein den Steiger kostenlos zur Verfügung gestellt. "Alle Behörden helfen uns, damit die Piwipp im kommenden Frühjahr starten kann", sagt Emil Drösser. Tourismus sei im Kreis Mettmann ein großes Thema, und die Fährverbindung nach Dormagen könnte ein großer Anziehungspunkt werden.

Pro Fahrt können zwölf Personen mitfahren

Pro Fahrt können auf dem Bötchen zwölf Personen mitgenommen werden. "Wir orientieren uns an den Fähren in der Umgebung. Für eine Überfahrt mit Fahrrad wären zwei Euro zu zahlen", sagt Drösser über die Preise für eine Überfahrt. Noch stehen die genauen Zahlen nicht fest, aber eins ist schon klar: Der alte Preis von 20 Pfennig wird nicht beibehalten werden können.

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