Vor dem Schöffengericht Langenfeld muss sich seit Dienstag ein 23-Jähriger wegen Körperverletzung vor dem Sojus verantworten.

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Vor dem Sojus in Monheim spielte sich vor über fünf Jahren die Schlägerei ab.

Vor dem Sojus in Monheim spielte sich vor über fünf Jahren die Schlägerei ab.

Venn

Vor dem Sojus in Monheim spielte sich vor über fünf Jahren die Schlägerei ab.

Monheim/ Langenfeld. Eine Schlägerei vor dem Monheimer Sojus im Sommer vor fünf Jahren arbeitet das Schöffengericht Langenfeld auf. Am ersten Sitzungstag schilderten Zeugen am Dienstag, wie ein Schüler der Peter-Ustinov-Gesamtschule bei einer Abschlussparty der zehnten Klassen von einer ganzen Gruppe schwer verletzt worden war.

"Ich dachte, das wäre mein Ende", erzählt der Geschädigte. Vor der Tür des Partyraums sei er unvermittelt von hinten angegriffen worden. Schnell hätten 15 oder 16 Leute auf ihn eingeschlagen und getreten, hätten "Wir bringen Dich um!" gerufen.

Ein Freund des jetzigen Studenten hatte ihm geholfen, den Schlägern zu entkommen, dabei selbst einiges abbekommen. Der Rettungsdienst brachte das blutüberströmte Opfer in die Düsseldorfer Uni-Klinik, wo er an einem Bruch der Augenhöhle operiert wurde. Beinahe wäre er auf einem Auge erblindet. Bis heute leidet der jetzt 23-Jährige an Wetterfühligkeit und Angstzuständen: Der Angeklagte soll nicht erfahren, wo er wohnt.

Der Angegriffene will einige Tage nach der Tat einen der Schläger einem Bekannten beschrieben haben - etwa 1,80 Meter groß, dunkle Haare, dünner Oberlippenbart. Der Befragte habe den jetzt Angeklagten erkannt, dessen Namen gewusst. Dem jetzt 27-jährigen Mann wird deshalb vorgeworfen, mitgetreten und -geschlagen zu haben. "Ich bin aus Leichlingen. Ich kenne hier niemanden. Warum sollte ich jemanden schlagen, den ich nicht kenne?", verteidigt sich der Angeklagte.

"Da war keiner, der nur zugeguckt hat."

Ein Zeuge in seiner Aussage

Damals arbeitete er im Kiosk seines Vaters in Monheim. Das Büdchen hat die Familie seither wieder aufgegeben: "Wir sind wieder weg, weil es einfach zu kriminell war." Der damalige Kiosk-Verkäufer sagt, er habe seine Freundin, Schülerin der Gesamtschule, zur Abschlussparty begleiten wollen. Allerdings hätte man ihn nicht hineingelassen, weshalb er zur Zeit des Angriffs vor der Tür des Sojus war. "Auf einmal ging es los", berichtet der Angeklagte, "wir sind natürlich näher rangegangen." Keinesfalls habe er sich aber an der Schlägerei beteiligt. Ein Zeuge jedoch berichtet: "Da war keiner, der nur zugeguckt hat."

Ein Erwachsener hatte wegen dieses Angriffs Anfang 2008 vom Schöffengericht eine mehrjährige Haftstrafe bekommen. Seine Berufung verhandelt das Landgericht Düsseldorf im kommenden Sommer. Im Frühjahr 2008 waren drei von elf wegen der gleichen Tat angeklagte Jugendliche zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Wichtige Zeugen fehlten am Dienstag, sie werden zum Fortsetzungstermin von der Polizei zu Hause abgeholt. Der Vorsitzende unterbrach die Verhandlung bis zum 23. März, 13.30 Uhr.

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