Ein vom Land gefördertes Projekt soll den Ernst-Reuter-Platz beleben. Hilfe zur Selbsthilfe ist der Schlüssel. Ziel ist ein Netzwerk der Einzelhändler. Mittwochabend gab es wieder ein Treffen – in der Moschee.

Gemüsehändler neben Gemüsehändler: Das Projekt soll auch eine bessere Branchenmischung auf dem Platz nach vorne bringen.
Gemüsehändler neben Gemüsehändler: Das Projekt soll auch eine bessere Branchenmischung auf dem Platz nach vorne bringen.

Gemüsehändler neben Gemüsehändler: Das Projekt soll auch eine bessere Branchenmischung auf dem Platz nach vorne bringen.

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Gemüsehändler neben Gemüsehändler: Das Projekt soll auch eine bessere Branchenmischung auf dem Platz nach vorne bringen.

Monheim. Was hat das islamische Fest des Fastenbrechens mit der Aufwertung des Einzelhandels auf dem Ernst-Reuter-Platz zu tun? Die Frage führt ganz konkret zu Derya Altay. Die 35-Jährige ist nicht nur die Geschäftsführerin des Bundesfachverbandes des türkischen Groß- und Einzelhandels, sondern auch federführend mit einem vom Land geförderten Projekt betraut.

Ziel: Aufbau einer schlagkräftigen multikulturellen Werbegemeinschaft im Berliner Viertel. Die meisten der rund 50Einzelhändler sind nun einmal türkischen Ursprungs.

"Die ersten Treffen waren in Räumen deutscher Kultur. Heute Abend wollen wir einmal in einer typisch türkischen Umgebung zusammensitzen", sagt Derya Altay - und erläutert Einzelheiten in der Moschee an der Niederstraße.

Mitglieder der städtischen Wirtschaftsförderung sind ebenso dabei wie Händler. "Wir mussten für das Miteinander auf dem Ernst-Reuter-Platz wirklich etwas tun. Mit Derya Altay haben wir genau die Richtige gefunden. Sie hat mit ihrer sensiblen Art diesbezüglich den Durchbruch geschafft", sagt Petra Mackenbrock, Mitarbeiterin der städtischen Wirtschaftsförderung.

Die Gruppe wird vom Imam (Vorbeter), Seyfi Hoca, durch das heilige mit Teppichen ausgelegte Gebäude geführt. Die deutschen Besucher sind beeindruckt. Und doch ist das, was folgt, sehr, sehr weltlich.

Ob Fasten oder Einzelhandel: Das bessere Miteinander ist das Ziel

In einem Nebenraum warten Suppe, Fleisch, Reis und Nachtisch. "Während man von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang fastet, soll man ja möglichst erfahren, wie es Menschen geht, die nicht so viel haben und man soll Kontakt zueinander suchen um sich besser kennenzulernen und ein besseres Miteinander zu schaffen", erklärt Altay den Gedanken des Fastens, der dem Gedanken zur Attraktivierung des Ernst-Reuter-Platzes im Grunde sehr ähnlich ist.

Ein besseres Miteinander soll geschaffen werden. Und das seit April laufende Projekt ist offensichtlich auf einem guten Weg. Bis Dezember werden die Einzelhändler beratend begleitet. Dann muss deren Eigenorganisation stehen.

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