Das Unternehmen lenkt ein und will alles über die Bezirksregierung laufen lassen. Doch eine komplette Hallenkonstruktion wird als „nicht finanzierbar“ ausgeschlossen.

wza_1500x996_434800.jpeg
Still ruht die Baustelle. Damit will IMR auch ein nachbarlich positives Zeichen setzen.

Still ruht die Baustelle. Damit will IMR auch ein nachbarlich positives Zeichen setzen.

Stefan Fries

Still ruht die Baustelle. Damit will IMR auch ein nachbarlich positives Zeichen setzen.

Monheim. Es ist schon kurios: Da gibt es einen einstimmigen Beschluss der Politik über die Ansiedlung des Metall-Recyclers IMR im Rheinpark. Dann meldet Schukat Elektronic als künftiger Nachbar Bedenken vor allem wegen befürchteter Staub-Immissionen an. Kurz danach gründet sich der Bürgerverein Monheim. Es sind einige Anwohner aus dem Umfeld, die IMR ebenfalls kritisch sehen. Es folgt eine Informationsveranstaltung des Unternehmens für die Politik. Plötzlich sind da viele Fragen. Und jetzt soll es noch eine öffentliche Ratssondersitzung geben - von CDU, SPD und Peto gefordert. Die Grünen kritisieren, dass die Bürger dort keine Fragen stellen dürfen und wollen eine Informationsveranstaltung für alle.

"Die Politik will eine Sondersitzung des Rates. Sie soll sie haben."

Bürgermeister Thomas Dünchheim wirkt fast schon resignierend im WZ-Gespräch mit den Worten: "Die Politik will eine Sondersitzung des Rates. Sie soll sie haben." Doch dann legt er nach. "Da wird auch der Geschäftsführer von Monheims Bahnen reden. Irgendwie ist die Bedeutung der IMR-Ansiedlung einigen nicht so ganz klar." Damit meint das Stadtoberhaupt, dass neben hoher Gewerbesteuer auch eine hohe Tonnage über die Schiene garantiert wird.

Es läuft wohl alles darauf hinaus, dass IMR nachträglich das komplette Genehmigungsverfahren über das so genannte Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) abwickeln wird. Es gibt entsprechende Forderungen aus der Politik. Und nach Gesprächen zwischen städtischer Wirtschaftsförderung und dem Metall-Recycler soll der Weg eingeschlagen werden. Eigentlich wollte die Firma Vorarbeiten aus Zeitgründen über Teilbaugenehmigungen, zu erteilen von der Stadt, erledigen. Das ist schneller. Letztlich muss die Gesamtanlage ohnehin nach BImSchG abgenommen werden, was Michael Kraus von der städtischen Bauaufsicht wiederholt betont hat - letztlich ohne Erfolg.

"Eine komplette Einhausung ist wirtschaftlich gar nicht machbar."

Und jetzt? "Da nun das gesamte Genehmigungspaket über das Bundes-Immissionsschutzgesetz und die Bezirksregierung laufen wird, können wir nicht wie geplant schon im Sommer unseren Firmensitz nach Monheim verlegen. Das dauert nun bis Ende des Jahres", so Steffen Adam, Technischer Geschäftsführer von IMR. "Aber es ist schon verrückt: Wir werden all die strengen Grenzwerte bei weitem unterschreiten. Und wir wollen möglichst schnell hier erste Arbeitsplätze schaffen. Das ist in diesen Zeiten alles andere als selbstverständlich. Doch das geht in den Diskussionen irgendwie völlig unter", so der Ingenieur.

Einer kompletten so genannten Einhausung erteilt Adam eine Absage. "Das ist doch wirtschaftlich gar nicht machbar. Wie sollen wir es denn finanzieren, 40000 Quadratmeter zu überdachen?" Das sehe auch selbst das strengste Gesetz nicht vor.

IMR (Innovative Metal Recycling) hat im Rheinpark rund 40000 Quadratmeter in hinterer Lage gekauft. Firmensitz mit Verwaltung und Produktion (100 Jobs) sollen dort angesiedelt werden.

IMR will vor allem Kupfer, Messing und Aluminium wiederverwerten.

Ein Großteil soll über die Schiene erfolgen. Die Tonnage bringt den defizitären Güterverkehr der Bahnen aus der Verlustzone. Außerdem wird es für An- und Abtransport etwa 100 Lkw-Fahrten am Tag geben.

Der künftige Nachbar Schukat Elektronik befürchtet vor allem Belastungen durch giftigen Staub und Lärm. Das gilt auch für Anwohner aus Richtung Niederstraße, die vor allem durch den neu gegründeten Bürgerverein Monheim vertreten werden.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer