Nach Kritik aus dem Rat findet der Gottesdienst in der Kirche statt.

Pfarrer Falk Breuer (links) und Burkhard Hoffmann (rechts) – hier mit Dietrich Ruthay – fühlen sich im Rathaus nicht willkommen.
Pfarrer Falk Breuer (links) und Burkhard Hoffmann (rechts) – hier mit Dietrich Ruthay – fühlen sich im Rathaus nicht willkommen.

Pfarrer Falk Breuer (links) und Burkhard Hoffmann (rechts) – hier mit Dietrich Ruthay – fühlen sich im Rathaus nicht willkommen.

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Pfarrer Falk Breuer (links) und Burkhard Hoffmann (rechts) – hier mit Dietrich Ruthay – fühlen sich im Rathaus nicht willkommen.

Monheim. Nach Unstimmigkeiten über eine Ökumenische Andacht im Rahmen der nächsten Ratssitzung haben die Pfarrer Falk Breuer und Burkhard Hoffmann nun entschieden, den Gottesdienst (Donnerstag, 3. Dezember, 17.45 Uhr) in die Altstadtkirche zu verlegen. Begründung: "Wir hatten das Gefühl, nicht eingeladen zu sein, sondern dass man uns einen Fehdehandschuh hinwirft. Da Fehden nicht mit dem gottesdienstlichen Grundgedanken der Versöhnung vereinbar sind, werden wir den Gottesdienst verlegen."

Nicht auf sich sitzen lassen wollen die Pfarrer den Vorwurf des Ratsherren Norbert Stappers (Grüne), der mit der Beschränkung auf christliche Geistliche viele Menschen angesichts der Religionsvielfalt der Stadt vor den Kopf gestoßen sah. So sei von Anfang an klar gewesen, dass moslemische Mitbürger mit einbezogen werden sollen, heißt es in einer Stellungnahme der Pfarrer. Wie man nun aber die moslemische Gemeinde noch besser einbinden könne, darüber habe man sich intensiv Gedanken gemacht.

"Ein gemeinsamer Gottesdienst ist zwar zwischen evangelischen und katholischen Christen möglich, aber nicht mit Angehörigen einer anderen Religion. Wir haben uns deshalb darauf verständigt, dass ein Vertreter der Moslems ein Gebet in der Sprache des Koran spricht, das anschließend auf Deutsch übersetzt wird", heißt es in einer Stellungnahme.

Doch trotz aller Bemühungen zur Versöhnung äußern Breuer und Hoffmann auch Kritik. "In unseren Gemeinden kennen wir auch Streit und Auseinandersetzung. Beides ist notwendig, um der Wahrheit gerecht zu werden und den möglichst besten Weg zu finden. Wichtig ist dabei, dass die unterschiedlichen Meinungen ernst genommen werden. Das haben wir in dieser Auseinandersetzung vermisst."

Der Gottesdienst sei zu einer "Veranstaltung" degradiert worden

Zwar hätten alle Stellungnahmen Argumente benannt, aber leider sei es immer wieder vorgekommen, dass dem Andersdenkenden doch eins ausgewischt wurde: der Gottesdienst sei zu einer "Veranstaltung" degradiert worden. Es sei die Rede von "Arroganz" und einem "verklemmten Umgang mit dem eigenen Glauben" gewesen.

Durch die Äußerungen einiger Ratsmitglieder habe die Auseinandersetzung nun auch eine parteipolitische Dimension erfahren, die nicht gewollt worden sei. "Unser Anliegen ist die Integration, die Versöhnung der Menschen in unserer Stadt in friedlicher Koexistenz. Das Stimmengewirr, das momentan vernehmbar ist, schadet unserem Anliegen."

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